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30.08.2012

20:09 Uhr

Konkurrenz zur Telekom

Web.de und GMX bieten kostenlose De-Mails

Kurz nach der Telekom wollen auch die Internetdienste von United Internet zum Start der IFA ihr Angebot für elektronische Briefe ins Rennen schicken. Die De-Mail-Anbieter übertrumpfen sich mit Gratisleistungen.

Das De-Mail-Angebot der Telekom. ddp

Das De-Mail-Angebot der Telekom.

BerlinZum Start der Technik-Messe IFA haben die Online-Dienste von United Internet ihre Tarife für die De-Mail bekannt gegeben. Danach können De-Mail-Nutzer bei Web.de und GMX monatlich fünf Standard-De-Mails kostenlos versenden. „Auf Einrichtungsgebühren, monatliche Grundgebühren sowie Vertragslaufzeiten haben wir gänzlich verzichtet“, sagte Jan Oetjen, Geschäftsführer für Web.de und GMX. Auch der Identifikationsservice an der Haustür oder am Arbeitsplatz sei kostenlos.

Gut ein Jahr nachdem die Bundesregierung die gesetzliche Grundlage geschaffen hat, geht die Deutsche Telekom an diesem Freitag mit der De-Mail an den Start. Bürger, die sich registrieren und identifizieren lassen, können dann mit Banken, Versicherungen oder anderen Unternehmen, die bei dem System mitmachen, Geschäftsbriefe per Mail abwickeln. Web.de und GMX nehmen von Freitag an Registrierungen entgegen. Der eigentliche Start des Dienstes erfolgt aber erst später.

„Aktuell befinden wir uns im Akkreditierungsprozess und rechnen damit, im vierten Quartal die Urkunde ausgehändigt zu bekommen“, sagte ein Sprecher der dpa. Bei der De-Mail ist gesetzlich geregelt, wie das Versenden nachgewiesen wird, welche Sicherheitsstandards bei der Übermittlung gelten. Das Gesetz schreibt auch vor, dass Nutzer sich persönlich identifizieren müssen und nur zertifizierte Provider den Dienst anbieten dürfen.

Die De-Mail ist nicht unumstritten. Kritiker bemängeln beispielsweise, dass eine Adresse der De-Mail nach dem Muster vorname.nachname@anbieter.de-mail.de wie eine herkömmliche E-Mail-Adresse aussieht, obwohl der Dienst nicht mit der gewöhnlichen E-Mail kompatibel ist. Der Chaos Computer Club befürchtet außerdem, dass bei einem Missbrauch der De-Mail „ähnlich wie bei EC-Karten dem Bürger pauschal die Beweislast auferlegt wird“.

Bei Web.de und GMX haben sich bislang mehr als eine Million Internetnutzer eine persönliche De-Mail-Adresse reservieren lassen. Die De-Mail-Postfächer bieten einen Speicherplatz mit einer Größe von einem Gigabyte. Versendet ein Nutzer mehr als die fünf kostenlosen De-Mails innerhalb eines Monats, beträgt das Porto ab der sechsten De-Mail in der Standard-Version 39 Cent. Für den Versand eines De-Mail-Einschreibens verlangen Web.de und GMX 78 Cent. Die Telekom bietet in einer Startphase bis zum Jahresende 50 kostenfreie De-Mails im Monat, danach drei. Dann werden ebenfalls 39 Cent pro De-Mail fällig.

Zu den ersten Großanwendern der De-Mail gehören die Versicherer Allianz und HUK24, die Targobank in Düsseldorf, Bayern München und der Haushersteller Kern Haus. Sie rechnen mit ansehnlichen Einsparungen beim Versand von Verträgen, Kontoauszügen und anderen Dokumenten.

Von

dpa

Kommentare (2)

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dfs0000dfs

01.09.2012, 23:07 Uhr

Könnt ihr vergessen. Kein halbwegs vernünftiger Mensch, wird wichtige Korrespondenz ONLINE durchführen. Sowas will man sowieso auf Papier haben und abheften. Ein Order kann nicht abstürzen, ein Brand ist sehr sehr unwahrscheinlich, ein Virus oder Systemcrash 100000 mal wahrscheinlicher.

Ich würde den DE-Quatsch auch nicht nutzen, wenn er komplett KOSTENLOS wäre !
Aber das ganze wird schon allein dran scheitern, das die Zielgruppe sehr klein ist. Renter, Hausfrauen etc, werden NIEMALS sowas nutzen. Zu kompliziert. Bleibt nur die Gruppe der Computer und IT-Menschen, aber auch da gibt es ganz bewußte Verweigerer, die genau wissen, das damit fast nur Nachteile verbunden sind.

Gähn...ich hab es euch heute gesagt, in drei Jahren liest man dann: "es war ja klar, das die Einführung länger dauern wird. Das wußten wir ja schon von vornerein...blablaba".

Das ganze wird so ähnlich erfolglos, wie wenn man das Bargeld abschaffen wollte. Die BÜRGER machen dabei einfach nicht mit ! ÄTSCH

De-Mail-Versuchskaninchen

10.12.2012, 19:05 Uhr

Liest sich wie: "das Internet wird sich nie wirklich durchsetzen."
Wer solch pauschale Aussagen zur Zielgruppe von sich gibt hat's wohl selbst noch nicht verstanden :-)

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