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08.03.2012

14:55 Uhr

Konsumenten und Fachbesucher

Nicht allen gefällt der Cebit-Spagat

VonSusanne Schier, Joachim Hofer

Auf der größten IT-Messe der Welt stellt sich die Branche in ihrer ganzen Breite dar: vom IT-Leiter bis zum daddelnden Jungvolk. Nicht allen gefällt dieser Spagat. Auch deshalb bleibt mancher Messestand verwaist.

Messebesucher auf der CeBIT in Hannover. dpa

Messebesucher auf der CeBIT in Hannover.

HannoverEs ist dunkel, die Musik dröhnt. Hunderte Jugendliche sitzen in langen Stuhlreihen und starren gebannt auf die Leinwand vor ihnen. Hin und wieder wird geklatscht und gejubelt. Doch die meiste Zeit sind alle Beteiligten konzentriert. Es ist die Konzentration auf die weltbesten Computerspieler, die in den nächsten Tagen auf den drei Bühnen in Halle 23 der Cebit die Weltmeisterschaft im sogenannten eSport austragen. 

Die Welt der Gamer ist eine Welt für sich. In weiten Teilen des Messegeländes in Hannover beherrschen Männer in Anzügen und Frauen im Kostüm das Bild. Doch seit einigen Jahren schon versuchen die Ausstellungsmacher, auch Privatkunden wieder anzuziehen.

Dass hat seinen Grund, denn beide Welten verschwimmen in Zeiten, in denen Mitarbeiter immer öfter ihre eigenen Smartphones und Tablets ins Unternehmen mitbringen. Ein Trend, den auch Microsoft aufgreift. Der Computerkonzern stellt auf der Cebit ein neues kachelartiges Designkonzept für alle seine Geräte mit berührungsempfindlichem Bildschirm vor – sei es Smartphone, Tablet oder die Spielkonsole XBox.

Cebit 2012

Besucherinformationen

Die Messe startet am 6. März und endet am 10. März. Sie findet auf dem Messegelände in Hannover statt und hat täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Ein Tagesticket kostet im Vorverkauf 34 Euro, an der Tageskasse 39 Euro. Schüler und Studenten zahlen 19 Euro. Für die Dauerkarte werden im Vorverkauf 79 Euro fällig, an der Tageskasse 89 Euro.

Programm

Die Veranstalter rechnen mit etwas mehr als 4 200 Unternehmen aus 70 Ländern. 2011 waren 4 200 Firmen vor Ort. So kehrten in diesem Jahr unter anderem Samsung und Sharp auf das Messegelände zurück. Auch bei den Besuchern soll die Vorjahresmarke von 390 000 leicht übertroffen werden. Die Messe gliedert sich in die vier Sparten „Pro“ (Geschäftskunden), „Gov“ (öffentliche Hand), „Lab“ (Forschung) und „Life“ (Privatnutzer).

Oliver Kaltner von Microsoft Deutschland sagt: „Wir unterscheiden heute kaum mehr zwischen Geschäfts- und Privatkunden. Mit unserem neuen Metrodesign hat der Nutzer die gleiche optische Darstellung, egal welches Gerät er gerade nutzt.“ Kaltner will Businessanwender und Gamer zusammenbringen. Wenn es nach ihm geht, dann machen die Manager in jedem Fall einen Schlenker in die Gaming-Halle. „Hier sind die Dinge zu sehen, die künftig ihr Berufsleben beeinflussen werden.“

Nur ein paar Meter entfernt sieht die Welt schon ganz anders aus. Hier schnellt das Durchschnittsalter auf 50 plus. Auf dem ganz in grau gehaltenen Messestand von IBM in Halle 2 können sich IT-Leiter und Geschäftsführer an weit über 100 einzelnen Stationen über Datenanalyse informieren, bekommen Lösungen für ihr Warenwirtschaftssystem präsentiert oder lassen sich die neueste Servergeneration erklären. So groß ist der Auftritt des Traditionsunternehmens aus den USA, dass ein Mercedes-Laster inmitten der Menschenmassen nicht weiter auffällt.

Eines der ganz großen Themen von IBM ist die Cloud, jene IT-Wolke, in der die Firmen künftig ihre Daten lagern und bearbeiten sollen. „Vergangenes Jahr war das noch Zukunft, jetzt ist die Sache in der Realität angekommen“, sagt Frank Strecker, der das Cloud-Geschäft in Deutschland vorantreiben soll. Bis Samstag wird sein Team jeden Tag mehr als 1000 Gespräche führen, um den Firmen das Konzept nahezubringen.

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