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08.06.2012

13:31 Uhr

Kredit-Scoring

Wie brisant sind die Schufa-Pläne?

VonStephan Dörner

Arme Freunde, kein Geld? Die Schufa steht nach Experimenten mit Online-Daten a la Facebook in der Kritik. Ein näherer Blick auf die Pläne zeigt: Das eigentlich brisante ist nicht die Auswertung der Facebook-Daten.

Schufa und Facebook - Am Ende entscheiden wir

Video: Schufa und Facebook - Am Ende entscheiden wir

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DüsseldorfDie Wirtschaftsauskunftei Schufa steht wegen eines Forschungsprojekts zur Auswertung von Daten aus Sozialen Netzwerken und anderen Online-Quellen weiter im Kreuzfeuer der Kritik. Der Verbraucherbeirat des Unternehmens bat den Vorstand, so schnell wie möglich eine gemeinsame Sitzung anzusetzen. Beiratsmitglied Uli Röhm sagte am Freitag der Nachrichtenagentur dpa, er könne nicht verstehen, wie man „bei der derzeitigen Diskussion über Soziale Netzwerke anfängt, so blauäugig zu forschen“. Die Schufa will in dem Forschungsprojekt prüfen, ob und wie Informationen aus dem Internet zur Berechnung der Kreditwürdigkeit genutzt werden können.

Hauptquelle der Informationen für die Schufa sind die rund 7000 Vertragspartner wie Banken, Leasingunternehmern, Telekommunikationsanbietern, Versand- und Handelshäusern sowie Energieversorgern. Wer hier in Verzug gerät, dessen Bonität wird abgewertet – ganz individuell. Doch schon immer hat die Auskunftei auch allgemein zugängliche und öffentliche Daten bei der Bewertung des Scorings bewertet.

Fragen und Antworten zur Schufa

Wie viele Daten hat die Schufa über wen gespeichert?

Die Schufa hat nach eigenen Angaben 514 Millionen Daten zu 66,2 Millionen Menschen gespeichert. Dazu kommen noch 100 Millionen Informationen über knapp fünf Millionen Unternehmen, Selbstständige, Freiberufler und Kleingewerbetreibende.

Welche Daten speichert die Schufa nicht?

Immer wieder gerät die Schufa in die Kritik, weil ihr Intransparenz vorgeworfen wird. Auf seiner Homepage wehrt sich das Unternehmen gegen die Vorwürfe. „Entgegen verbreiteter Annahmen haben wir keine Informationen zu Beruf, Vermögen, Einkommen, Nationalität oder Familienstand“, heißt es auf der Internetseite der Auskunftei. „Außerdem ist die Schufa die einzige Auskunftei, die aufgrund ihres umfangreichen Datenbestandes standardmäßig auf die Nutzung von Anschriftendaten für die Bewertung von Bonitäten verzichtet.“ Auf Wunsch von Vertragspartnern nutze die Schufa allerdings auch Anschriftendaten, heißt es auf der Homepage des Unternehmens.

Woher kommen die Daten?

Den Großteil ihrer Informationen erhält die Schufa nach eigener Aussage von ihren rund 7000 Vertragspartnern wie Banken, Leasingunternehmern, Telekommunikationsanbietern, Versand- und Handelshäusern sowie Energieversorgern. Zudem bezieht sie Daten aus öffentlichen Verzeichnissen wie denen der Amtsgerichte.

Wie bewertet die Schufa die Bonität?

Zur Einschätzung der Bonität eines Verbrauchers bedient sich die Schufa auch der Methode des Scorings. Dabei wird anhand bestimmter Faktoren die Wahrscheinlichkeit berechnet, mit der es zum Zahlungsausfall kommen könnte. Welche Daten das genau sind, macht die Schufa nicht transparent.

Wie lange bleiben Schufa-Einträge gespeichert?

Zur Löschung der Daten gelten unterschiedliche Fristen. Informationen über Zahlungsausfälle würden drei Jahre nach der Erledigung des Falles gelöscht, schreibt die Schufa auf ihrer Internet-Seite. Urteile und Vollstreckungsbefehle würden ebenfalls drei Jahre nach dem Jahr der Rückzahlung entfernt.

Ob dazu in Zukunft auch Online-Quellen wie soziale Online-Netzwerke, Twitter oder Google Street View zählen sollen, das wollte die Schufa in Grundlagenexperimenten prüfen lassen – und stößt damit bei Datenschützern und Politik auf Widerstand. Dabei wäre eine Auswertung öffentlich verfügbarer Daten schon heute rechtlich möglich. Das Bundesdatenschutzgesetz erlaubt die Speicherung auch personenbezogener Daten, wenn diese aus allgemein zugänglichen Quellen stammt - und nur um diese geht es, wie ein Schufa-Sprecher im Gespräch mit Spiegel Online deutlich machte.

Nutzer öffentlicher Online-Plattformen sollten sich ohnehin keiner Illusion hingeben:  Die öffentlich verfügbaren Informationen in Netzwerken wie Facebook, Xing, LinkedIn oder Twitter werden auch von anderen interessierten Personen ausgewertet – sei es ein potentieller Arbeitgeber oder Geschäftspartner. Selbst Fälle, in denen eine private Krankenversicherung oder Scheidungsanwälte Facebook-Daten nutzten, sind schon bekannt geworden.

Freunde verbergen

Gegen die Nutzung des Facebook-Freundeskreises zum Data Mining gibt es ein einfaches Mittel: Die Freunde können für Nutzer, die keine Freunde sind, verborgen werden. Die entsprechende Option hat Facebook aber gut versteckt. Der Nutzer muss zunächst das eigene Profil aufrufen und dort auf „Freunde“ klicken, dann auf „Bearbeiten“. Standardmäßig sind die Freunde für alle sichtbar – sie können auch entweder niemanden oder nur Freunden angezeigt werden. Auch eine individuelle Einstellung ist möglich, beispielsweise so, dass nur bestimmte Personen oder Freunde in einer bestimmten Liste die Freunde sehen dürfen.

Kommentare (5)

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KirstallWeizen

08.06.2012, 19:19 Uhr

+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++

Bitte achten Sie auf unsere Netiquette:
„Nicht persönlich werden“
http://www.handelsblatt.com/netiquette

OSITIS-Winproxy-NAT-MASQ

08.06.2012, 21:21 Uhr

mistiges PAM! (Online CVs, österreichischer oder argentinischer Hersteller) Die Leute klicken sich sämtliche Lebensläufe für Tarnidentitäten zusammen. Jemand der eine Lebenslauf Datenbank hat verfügt als Abdfallprodukt über UNEDLICHE MÖGLICHKETEN TARNIDENTITÄTREBN ZU BILDEN. Wir haben denen gleich egsagt geht SPARSAM mit den Daten um.

Hallo lengley! (cia.gov)

EinzigeVerteidigungslinieFront

08.06.2012, 21:27 Uhr

Euer Proxy/Gatewaa-Sysop ist derjenige der nach außen den Kopf hinhält genau eie der Herausgeber eienr Zeitung das für unter Pseudonym arbeitende Redaktuere tur.

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