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16.03.2012

12:25 Uhr

Künstliche Intelligenz

Auch deutsche Banken an Watson interessiert

Von der Fernsehshow in die große Finanzwelt: Das IBM-System Watson macht bei Banken Karriere. Nicht nur die Citigroup prüft den Einsatz für Kundenberatung und Investmentbanking, sondern auch deutsche Banken.

IBM-System Watson. Der Computer verwendet Erkenntnisse aus der Forschung zu Künstlicher Intelligenz für das semantische Verständnis von Inhalten. dapd

IBM-System Watson. Der Computer verwendet Erkenntnisse aus der Forschung zu Künstlicher Intelligenz für das semantische Verständnis von Inhalten.

BerlinGut ein Jahr nach dem Sieg des Computersystems Watson bei einer Quizshow in den USA wird die IBM-Lösung jetzt für den Einsatz bei Banken geprüft. Auch mit deutschen Instituten gebe es entsprechende Gespräche, sagte der für das Software-Geschäft zuständige IBM-Manager Ivo Körner am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Eine konkrete Vereinbarung wurde Anfang des Monats mit der Citigroup in den USA geschlossen.

„Watson könnte sowohl im Filialgeschäft in der Kundenberatung als auch im Investmentbanking als Expertensystem zum Einsatz kommen“, sagte Körner. Die mit speziellen Software-Lösungen aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz ausgestattete Computertechnik wird mit Kundendaten, Informationen zur aktuellen Situation an den Finanzmärkten und der Vielzahl von verfügbaren Bankprodukten gefüttert. Das System nimmt eine Bewertung der Informationen vor und errechnet auf dieser Basis Wahrscheinlichkeiten für möglichst optimale Vorschläge in der jeweiligen Beratungssituation. „Watson kann dies definitiv unterstützen“, sagte Körner. „Die letzte Entscheidung bleibt aber beim Bankberater und beim Kunden.“

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Die Daten - vielfach unstrukturierte Informationen, die sich nicht in Tabellenform pressen lassen - werden nicht in übliche Datenbanksysteme eingegeben, sondern in sogenannte „Big-Data-Strukturen“. Diese werden über Index-Systeme erschlossen, die ähnlich funktionieren wie der Index einer Internet-Suchmaschine.

Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Watson im Februar 2011 bekannt, als das System in der US-Quizshow „Jeopardy“ zwei ausgewiesene Ratefüchse schlagen konnte. Dabei wurde auch die Funktion von Watson genutzt, mit natürlicher Sprache umgehen zu können. Noch im vergangenen Jahr wurde die Watson-Technik dann zuerst im Gesundheitswesen eingesetzt, von den US-Firmen WellPoint und Seton.

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„Banken sind ein wichtiger Markt, den wir weiter bearbeiten werden“, sagte Körner. „Aus deutscher Sicht ist dann auch die Automobilindustrie ein wichtiger Markt.“ Weitere Branchen, die für einen Einsatz von Watson infrage kommen, sind Pharma-Industrie und Biotechnik. „Direkte Endkunden-Auskunftssysteme sind im Moment nicht in Sicht“, sagte Körner. Denkbar sei aber eine Verwendung in Call-Centern.

Von

dpa

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