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02.02.2016

11:39 Uhr

Kurznachrichtendienst

Hat die SMS noch eine Zukunft?

Der Kurznachrichtendienst SMS befeuerte über Jahre den Mobilfunk und war der erste große Datenfresser. Doch heute lassen kostenlose Messenger-Dienste wie WhatsApp die klassische Kurznachricht alt aussehen.

Die Zahl der SMS nimmt ständig ab, klarer Gewinner sind Messenger-Dienste wie Whatsapp. dpa

SMS aufs Abstellgleis?

Die Zahl der SMS nimmt ständig ab, klarer Gewinner sind Messenger-Dienste wie Whatsapp.

KölnSie hat Menschen den Einstieg in den Mobilfunk und ins digitale Zeitalter geebnet und der jungen Generation Stoff für eine neue Sprache von Abkürzungen geliefert. Mit dem Handy nicht nur telefonieren, sondern auch schreiben? Eine unglaubliche Vorstellung – damals, vor mehr als 20 Jahren.

Als der Kurznachrichtendienst SMS an den Start ging, war die Zahl der Skeptiker groß. Doch die schnelle Nachricht, von unterwegs in die Tastatur getippt- und an Freunde oder die Liebsten daheim verschickt, entwickelte sich ähnlich wie der digitale Mobilfunk selbst zu einer unglaublichen Erfolgsgeschichte.

SMS-Abkürzungen

4U

Abkürzung für “For you” – für Dich. Ähnlich funktioniert „4ever“ (für immer).

AFAIK

„As far as I know“ – so weit ich weiß.

ASAP

„As soon as possible“ – so bald wie möglich.

BB

Bis bald.

FYI

„For your information“ – zu Deiner Information.

*g*

Ersatz für den Smiley: Das g steht für Grinsen.

HADULUAUEIBI?

Es soll Menschen geben, die damit tatsächlich die Frage „Hast du Lust auf ein Bier?“ abkürzen.

HDGDL

Abkürzung für „Hab' dich ganz doll lieb“

mom

Einen Moment

N8

Der Buchstabe N und die Zahl acht ergeben die Abkürzung für „Nacht“ oder „gute Nacht“

OMG

Oh mein Gott – Ausruf des Erstaunens

ROFL

Rolling on floor, laughing – ich liege lachend auf dem Boden

WTF?

What the fuck – jugendfrei übersetzt: Was soll das?

XOXO

Hugs and kisses – das O steht für Umarmung, das X für Kuss.

Nach dem Start der SMS-Angebote in Deutschland 1995 wurde der Dienst schnell zum Goldesel für die gesamte Branche. Vier Jahre später kletterte die Anzahl der verschickten Nachrichten bereits auf 3,7 Milliarden Stück. Nach Zahlen des Branchenverbandes VATM wurde 2012 der bisherige Spitzenwert von 59,5 Milliarden SMS erreicht.

Inzwischen hatte sich die SMS auch in der Geschäftswelt als wichtiges Kommunikationsmedium festgesetzt. So nutzen Banken den Kurznachrichtendienst unter anderem zum Versenden von TAN-Nummer beim Onlinebanking. Paketdienstleister informieren über Zustelldaten, Autowerkstätten über den Abschluss einer Reparatur oder Fluglinien über die neusten Informationen zum Abflug.

Doch die SMS ist in die Jahre gekommen. In der Marktanalyse des Telekommunikationsmarktes Deutschland der Dialog Consult aus Duisburg für den Branchenverband VATM kommt der Autor der Studie, Torsten Gerpott, für 2015 nur noch auf Viertel des SMS-Volumens von 2012. Zum dritten Mal in Folge ein drastischer Rückgang.

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