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29.07.2011

09:52 Uhr

Macbook Air im Test

Schnelles Ultraleichtnotebook mit langer Laufzeit

VonAndreas Sebayang
Quelle:Golem.de

Apples neue Leichtgewichte sind vor kurzem mit schnelleren Prozessoren auf den Markt gekommen. Was die neuen Ultraleichtnotebooks können, zeigt der ausführliche Gerätetest.

Das neue Macbook Air kommt wie die aktuellen iMacs und Mabook Pros mit der schnellen Thunderbolt-Schnittstelle. Quelle: Golem.de

Das neue Macbook Air kommt wie die aktuellen iMacs und Mabook Pros mit der schnellen Thunderbolt-Schnittstelle.

BerlinDie alten Plastik-Macbooks in weißer Farbe gibt es nicht mehr. Nun ist das Macbook Air der mobile Einsteiger-Mac und kein Luxusrechner mehr. Ohne Laufwerk und mit wenigen Schnittstellen und einem sehr flachen und leichten Gehäuse unterscheidet es sich von anderen Notebooks. Mit dem neuen Prozessor wird das Macbook zudem für diejenigen interessant, die vor dem veralteten Core 2 Duo des Vorgängermodells zurückschreckten. Wir hatten die Gelegenheit, beide Air-Modelle zu testen: das 13,3-Zoll- und das 11,6-Zoll-Gerät.

Das Prinzip Apple

Alles aus einer Hand

Konsistenz ist Teil der Designphilosophie von Apple. Dazu gehört ein möglichst einheitliches Nutzererlebenis. Apple bietet dazu vom Smartphone bis zum ausgewachsenen Profi-PC alle Gerätklassen an. Auf den kleinen Geräten iPhone und iPad läuft dabei das mobile Betriebssystem iOS, auf den Laptops und Desktop-Rechnern Mac OS X. Die Programme sind untereinander nicht kompatibel, allerdings bietet Apple viele eigene Applikationen für beide Plattformen an, etwa die Office-Suite iWork. Über die App Stores verkauft Apple außerdem noch Software für beide Plattformen online – bei iPhone und iPad sogar der einzig legale Weg, Software zu installieren.

Apples Gefängnis und Ausbruch-Tools

Apples Stärke ist zugleich auch der größte Kritikpunkt: Weil alles aus einer Hand kommt, behält Apple die volle Kontrolle. Im App Store schöpft Apple satte 30 Prozent der Umsätze ab, sowohl von gekauften Apps als auch von Käufen, die innerhalb von Apps getätigt werden. Immer wieder kommt der Konzern in die Schlagzeilen, weil Apps aus teilweise wenig nachvollziehbaren Gründen aus dem Store entfernt werden. So gelten dank Apple beispielsweise weltweit amerikanische Moralvorstellungen: Medien müssen nackte Haut zensieren. Ein Weg aus dem Apple-Gefängnis ist entweder ein sogenannter Jailbreak. Dabei führen iPhone- und iPad-Anwender ein Programm aus, das Sicherheitslücken in den Geräten nutzt, um das Gerät aus der Apple-Kontrolle zu befreien. Nach einem Jailbreak können alle Programme wie auf einem PC oder Mac installiert werden. Eine andere Alternative sind Programme, die im Browser laufen – auf das Internet haben auch iPhones und iPads freien Zugriff.

Mobile Geräte im Fokus

Apple betont regelmäßig, in erster Linie ein Hersteller mobiler Geräte zu sein. Erstens machen iPhone und iPad längst den Löwenanteil der Apple-Umsätze aus, zweitens sind auch die meisten verkauften Macs inzwischen Laptops. Das zeigte sich auch beim jüngsten Update des Mac-Betriebssystems Mac OS X. Die aktuelle Version Lion betont die Gestensteuerung, die vor allem bei Trackpads sinnvoll ist, die in Laptops verbaut werden.

iCloud löst iTunes als Zentrale ab

Zentrale Schnittstelle zwischen allen Apple-Geräten war bisher das Programm iTunes, über das die Geräte als „Hub“ auf Mac oder PC synchronisiert werden. Allerdings zeichnet sich mit der Einführung der iCloud eine Ablösung von iTunes als zentrales Hub ab – die Daten wandern nun in die "Wolke", also das Internet. Mit der iCloud soll das Internet zur zentralen gemeinsamen Schnittstelle aller Apple-Geräte werden. Dokumente werden im Netz gespeichert und können über sämtliche Plattformen synchron gehalten werden. iPad und iPhone sollen auch ohne Mac oder PC verwendbar sein.

„Es funktioniert einfach“

Apple war eine der ersten IT-Firmen, die Interessen und Wünsche des normalen Nutzers in den Mittelpunkt rückten. Nicht der Mensch soll sich der Bedienung des Computers anpassen, sondern der Computer dem Menschen – so zumindest die Idee. Entsprechend profitiert der Konzern auch vom Trend der „Consumerization“ der IT. Damit wird der derzeitige Trend beschrieben, dass Konsumenten-Produkte wie iPhone und iPad zunehmend auch die Unternehmen erobern, weil Menschen einfache und intuitive Bedienungen auch im Geschäftsleben schätzen. Kritiker meinen andererseits, dass Apple im Bemühen um eine möglichst intuitive Bedienung den Nutzern bei vielen Fragen zu wenig Freiheit lässt.

Der Formfaktor des kleinen Macbook Air stellt ein Problem dar. Das Notebook hat 11,6-Zoll-Display und müsste damit kaufmännisch eigentlich als 12-Zoll-Notebook eingestuft werden. Das Marketing hat sich allerdings auch bei Windows-Notebooks mit 11,6-Zoll-Displays so weit durchgesetzt, dass diese Geräte meist als 11-Zoll-Notebooks verkauft werden. Der dicke Rahmen um das Display macht das Gerät sogar breiter als viele 12-Zoll-Notebooks. Unser HP 2740p mit seinem 12,1-Zoll-Display ist etwa etwas schmaler und auch das Thinkpad X61s oder das iBook 12 ist nicht so breit wie das kleine Macbook Air. Subjektiv ist das kleine Air dennoch ein sehr kompaktes Notebook. Es bietet eine schön breite Tastatur, mit der sich gut tippen lässt. Die F-Tasten sind allerdings nicht sehr hoch, was mitunter stört. Beim 13-Zoll-Modell ist das anders.

Beide Notebooks bieten eine höhere Auflösung als ein Macbook Pro 13. Beim kleinen Modell sind es 1.366 x 768 Pixel. Hier stört ein wenig, dass in der Höhe weniger Pixel als beim 16:10-Display des Macbook Pro 13 vorhanden sind. Mit 1.440 x 900 Pixel bietet das 13-Zoll-Modell, fast 30 Prozent mehr als das Macbook Pro. Damit ist das Pro zwar noch besser mit Anschlüssen ausgestattet, bietet mehr Speichermöglichkeiten als das Air (RAM, HDD) und ein optisches Laufwerk, das Display ist jedoch kein herausragendes Merkmal mehr.

Die Displays beider Air-Modelle spiegeln. Ändern lässt sich das nicht. Das 13-Zoll-Modell wirft eintreffendes Licht in anderer Farbe wieder zurück. Die Spiegelungen sind leicht lila, was vor allem bei hellen Spiegelungen etwas angenehmer wirkt als die Spiegelungen des 11er-Modells. Zum Glück können beide Displays in vielen Situationen Spiegelungen überstrahlen. Draußen arbeiten bei Sonnenschein geht aber nicht.

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