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16.01.2008

08:26 Uhr

MacWorld 2008

Steve Jobs wird Videohändler

VonAxel Postinett

Das dünnste Notebook der Welt, einen Online-Videoverleih und namhafte Software-Updates für iPhone und iPod touch – Apple-Chef Steve Jobs hat die Fans mit seiner Eröffnungsrede auf der MacWorld in San Francisco nicht enttäuscht. Was bei Apple-Kunden für Begeisterung sorgte, konnte Anleger und Investoren überhaupt nicht überzeugen. Nach der Rede verlor die Apple-Aktie deutlich.

Apple-Chef Steve Jobs präsentierte das dünnsten Notebook der Welt Foto: rtr

Apple-Chef Steve Jobs präsentierte das dünnsten Notebook der Welt Foto: rtr

SAN FRANCISCO. Das dünnste Notebook der Welt, einen Online-Videoverleih und namhafte Software-Updates für iPhone und iPod touch. Apple -Chef Steve Jobs hat seine Fans am Dienstag in San Francisco nicht enttäuscht. Aber seine traditionelle Überraschung "one more thing" am Ende der Rede zur Eröffnung der MacWorld 2008 ließ er diesmal ausfallen. Die Quittung folgte auf dem Fuß: In einem generell schwachen Markt verlor die Apple -Aktie mit über sechs Prozent überproportional.

Die wohl wichtigste Ankündigung war allgemein bereits erwartet worden: Apple steigt mit Macht in den Markt für Online-Videovermietung ein. Mit der Unterstützung aller namhaften Hollywood-Studios startet im Februar "iTunes Movie Rentals" in den USA. Der weltweite Start ist für den weiteren Jahresverlauf geplant. Gleichzeitig wird die bislang erfolglose Apple TV-Box völlig überarbeitet. Jobs räumte ein, dass das ursprüngliche Konzept nicht von den Kunden angenommen worden sei. "Wir haben gelernt", sagte er.

"Wir haben bislang sieben Millionen Filme über iTunes verkauft. Das war mehr als jeder andere im Markt, aber das war uns nicht genug", erklärte Jobs in der ihm eigenen bescheidenen Art zum Start des Online-Dienstes. Die Kinofilme sollen zwischen 2,99 Dollar und 4,99 Dollar (High Definition) kosten.

Sie müssen innerhalb von 30 Tagen nach Kauf aktiviert und dann innerhalb von 24 Stunden angeschaut werden. Als Innovation ermöglicht Apple den Transfer von "Restlaufzeiten" auch auf andere Geräte. Ein auf dem Flachfernseher im Wohnzimmer begonnener Film kann auf den iPod übertragen und unterwegs weitergeschaut werden.

Neben normaler DVD-Qualität wird Apple auch Filme in HD-Qualität liefern. Jim Gianopulos, Chairman und CEO von 20th Century Fox: "Online-Videovermietung ist nichts Neues. Aber Movie Rentals wird den Markt verändern." Gleichzeitig präsentierte Gianopulos die erste DVD seines Unternehmens, die eine zusätzliche digitale Kopie des jeweiligen Films enthält. Sie kann in die iTunes-Bibliothek auf einem Mac oder PC geladen und von da auf iPods oder iPhones überspielt werden kann.

Die neue Apple-Settop -Box wird mit 229 Dollar deutlich billiger als die alte Version (299 Dollar) sein. Alte Apple -TV sollen kostenlos per Software auf die neuen Funktionen aufgerüstet werden. Apple TV wird ohne PC oder Mac nutzbar sein und direkten Zugang zum iTunes-Mediashop per Internet gewähren oder Bilder von Webdiensten wie dem Yahoo -Dienst Flickr auf dem Fernseher anzeigen. Mit dem neuen Dienst und der Box nimmt Apple erneut den Kampf mit Microsoft auf. Microsoft -Unterhaltungschef Robbie Bach hatte vergangene Woche Internet-TV und Video-Downloads zu Kernbereichen erklärt und mehrere neue Inhaltepartner für den Online-Dienst Xbox live vorgestellt.

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