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12.01.2005

11:30 Uhr

Macworld Expo in San Francisco

iPod-Erfolg soll Apple Tür zum PC-Massenmarkt öffnen

Innovative Technik, herausragendes Design und hoher Preis - diese Merkmale haben bislang fast alle Computer von Apple geprägt. Nun unternimmt der kalifonische Computerpionier erstmals einen Anlauf, mit einem Billig-Macintosh Fuß im PC-Massenmarkt zu fassen, der bislang fast ausschließlich von Windows-Rechnern dominiert wird.

„Mac mini“

Steve Jobs bei der Präsentation des „Mac mini“ in San Francisco.

dpa SAN FRANCISCO. Steve Jobs präsentierte auf der Macworld Expo in San Francisco am Dienstag (Ortszeit) mit dem „Mac mini“ den ersten Macintosh-Comuter in der Firmengeschichte, der unter der 500-Dollar-Schwelle angeboten wird.

Apple-Chef Jobs wird angetrieben vom sagenhaften Erfolg des Kultplayers „ipod“, der auch unter PC-Besitzern populärer als jeder andere digitale Musikplayer ist. Ein Billig-Macintosh soll nun vor allem die Windows-Anwender ansprechen, die mit dem ipod ihre ersten positiven Erfahrungen mit Apple-Produkten gemacht haben. „Vielleicht haben die sich bislang zurück gehalten, weil die Apple-Rechner teurer (als Windows-PCs) waren“, sagte Jason Snell, Chefredakteur des US-Fachmagazins „Macworld“. „Wenn auch nur Bruchteil von denen einen neuen Macintosh kaufen würde, könnte sich die Dynamik (am Markt) wirklich ändern.“

In den vergangenen Jahren hatte sich Apple Computer in der lukrativen Nische des Highend-End-Marktes eingenistet. Im Gegensatz zu Wettbewerbern wie IBM verdiente Apple mit seinen Personal Computern gutes Geld, da die höheren Preise auch ordentliche Margen ermöglichten. Gleichzeitig sank aber Marktanteil der Rechner mit dem Macintosh-Betriebssystem kontinuierlich und liegt nun weltweit deutlich unter drei Prozent.

Läuft es nach den Plänen von Steve Jobs, wird der Macintosh im Wettbewerb mit Windows, aber auch mit dem aufstrebenden freien Betriebssystem Linux nun deutlich zulegen. „Leute, die über einen Wechsel nachdenken, haben künftig keine Ausrede mehr, nicht umzusteigen“, sagte Jobs. „Das ist der billigste Computer, den Apple je angeboten hat. Es ist der erschwinglichste Mac aller Zeiten.“

Benjamin Reitzes, Analyst der UBS AG in New York, glaubt zumindest, dass Steve Jobs keinen besseren Zeitpunkt erwischen konnte, um Windows-Anwender anzulocken. „Die Verschiebung des Starts der nächsten Windows-Version in das Jahr 2006 gibt Apple die Chance, in 2005 Marktanteile zu gewinnen, wenn man sich die revitalisierte Marke von Apple durch den ipod anschaut.“

In Deutschland wird der „Mac mini“, der mit einer Kantenlänge von 16 Zentimeter nur fünf Zentimeter hoch ist und 1,3 Kilogramm wiegt, für 489 Euro mit einer 40-Gigabyte-Festplatte angeboten. Das Modell mit 80 Gigabyte kostet 589 Euro. Der „Mac mini“ arbeitet mit Standard-Peripherie aus der PC-Welt zusammen. Allerdings gehörden weder Tastatur, noch Maus und Bildschirm zum Lieferumfang.

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