Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.03.2013

14:10 Uhr

Mail und Kalender überarbeitet

Microsoft frischt Windows 8 auf

Microsoft schraubt an Windows 8. Der Software-Konzern hat einige wichtige Anwendungen seines neuen Betriebssystems überarbeitet. Allerdings dürften sich nicht alle Nutzer darüber freuen.

Mobile Geräte mit Windows 8: Microsoft führt einige Neuerungen ein. dpa

Mobile Geräte mit Windows 8: Microsoft führt einige Neuerungen ein.

DüsseldorfMicrosoft frischt Windows 8 auf: Der Software-Hersteller hat E-Mail-Programm, Kalender und Adressbuch seines neuen Betriebssystems überarbeitet. Nutzer können die Aktualisierungen der Apps ab dem heutigen Dienstag aus dem Windows Store herunterladen, wie das Unternehmen in einem Blogpost mitteilt. Das gilt auch für Geräte mit Windows RT.

In der Mail-App führt Microsoft einige Funktionen ein, die aus anderen Programmen bereits bekannt sind. So können Nutzer jetzt Nachrichten kennzeichnen und Ordner anlegen, Entwürfe werden automatisch abgespeichert. Zudem wird beim Kopieren von Inhalten aus Websites oder Word-Dokumenten die Formatierung beibehalten.

Die Versionen von Windows 8

Entwickelt für verschiedene Geräte

Mit der neuen Windows-Version wird das Microsoft-Betriebssystem erstmals auch auf Geräten mit Chips auf Technologie des britischen Entwicklers ARM laufen. Sie dominieren heute in Smartphones und Tablets. Allerdings grenzt Microsoft die ARM-taugliche Version unter dem Namen Windows RT klar vom der klassischen PC-Variante Windows 8 ab. Zwischen ihnen gibt es einige Unterschiede. Mit den beiden eng verwandt ist das Smartphone-System Windows Phone 8.

Windows RT

Windows RT ist für die stromsparenden ARM-Prozessoren ausgelegt. Man kann die Software nicht separat kaufen, sondern nur vorinstalliert auf einem neuen Gerät. Von der Bedienung her sehen die beiden Versionen mit ihrem Kachel-Design auf den ersten Blick ziemlich identisch aus. Die Differenzen werden erst sichtbar, wenn man in den Desktop-Modus wechselt, der an das gewohnte Windows-Design anlehnt. In diesem Bereich werden auf Windows RT keine Programme von anderen Anbietern laufen. Das Betriebssystem unterstützt nur Apps aus Microsofts Windows Store. Die RT-Version von Windows Office enthält zudem bisher kein Outlook-Mailprogramm.

Windows 8

Das normale Windows 8 ist ein klassisches PC-Betriebssystem, das aber wegen der Touch-Oberfläche auch für Tablet-Computer mit der nötigen Prozessorleistung geeignet ist, etwa das Surface Pro von Microsoft. Somit laufen auch klassische Windows-Programme wie Photoshop, Word oder Spiele auf dem System – anders als bei Windows RT. Zudem gibt es eine Pro-Version, die einige Funktionen für Business-Kunden enthält.

Windows Phone 8

Das Smartphone-Betriebssystem Windows Phone 8 verwendet ebenfalls das Kachel-Design, das schon beim Vorgänger Windows Phone 7 seine Premiere hatte. Es ist mit den anderen neuen Windows-Versionen verwandt, aber konsequent auf die kleineren Handy-Bildschirme zugeschnitten. Ein Sahnehäubchen sind die eingebauten Nokia-Kartendienste. Sie bieten neben Navigation auch die neue Funktion CityLens, bei der Informationen zum aktuellen Aufenthaltsort in den Bildschirm eingeblendet werden, wenn man die Kamera auf einen Straßenzug richtet.

Der Kalender unterteilt Termine in privat und beruflich und soll dank Farbmarkierungen für verschiedene Ereignisse übersichtlicher werden. Die Kontakte-App integriert Soziale Netzwerke besser und erlaubt beispielsweise, direkt an der Pinnwand eines Facebook-Freundes eine Nachricht zu hinterlassen. Zudem können Nutzer den Nachrichtenstrom filtern.

Die Neuerungen haben für Gmail-Nutzer allerdings einen Nachteil, wie das Technologie-Portal The Verge berichtet: Weil Google die Unterstützung für das Microsoft-Protokoll Exchange Active Sync einstellt, lässt sich das Nutzerkonto samt E-Mail, Kalender und Kontakten nicht mehr mit dem Windows-8-Gerät synchronisieren.

Diese Neuerungen bietet Windows 8

Kachel-Design

Windows 8 sieht schon auf den ersten Blick anders aus: Microsoft übernimmt aus seinem mobilen Betriebssystem das Kachel-Design. Zu sehen sind nun rechteckige Flächen, in denen Nutzer zum Beispiel Programme sortieren können. Und in den sogenannten Live-Kacheln werden Inhalte in Echtzeit aktualisiert – ob der Wetterbericht aus dem Netz oder die Mitteilung über neu eingetroffene E-Mails. Die bekannte Taskleiste samt dem mit Windows 95 eingeführten Startknopf verschwindet dagegen. Einen Desktop gibt es allerdings immer noch, der über eine Kachel aufgerufen wird.

Bedienung per Fingerzeig

Microsoft hat Windows 8 für die Nutzung per Touchscreen angepasst. Anwender können mit den Fingern navigieren, wenn ihr Rechner einen berührungsempfindlichen Bildschirm hat, aber auch klassisch mit Maus und Tastatur. Dass beides in einem Gerät vereint sein kann, zeigen etliche neue Modelle, die Tablet-Computer und Notebook in einem sind.

Ein eigener App Store

Apple lässt grüßen: Microsoft hat für sein neues System den Windows Store eingerichtet. Über die Plattform können Entwickler Apps verbreiten, die für Touchscreens optimiert sind. Auch Spiele werden angeboten. Diese Anwendungen laufen auf allen Geräten, ob mit Windows 8 oder dem abgespeckten Windows RT für Geräte mit stromsparenden ARM-Prozessoren.

Cloud-Dienste

Schon beim Start wird es deutlich: Microsoft integriert seine Cloud-Angebote nahtlos in das neue Betriebssystem. Nutzer können sich künftig mit ihren Daten vom Online-Dienst Windows Live am Rechner einloggen. Damit haben sie direkten Zugriff beispielsweise auf den Online-Speicher Skydrive, außerdem lassen sich die persönlichen Einstellungen und der Browser-Verlauf zwischen verschiedenen Rechnern synchronisieren.

Vorinstallierter Virenscanner

Microsoft hat große Teile seines Software-Pakets Security Essentials in Windows 8 integriert. Der Wächter soll vor Viren und Trojanern schützen.

Neue Prozessoren

Mit Windows 8 unterstützt Microsoft erstmals nicht nur die traditionellen x86-Chips von Intel und AMD, die in PCs laufen: Die Software-Variante Windows RT läuft auch mit stromsparenden Prozessoren mit ARM-Architektur. Diese kommen in Tablet-Computern zum Einsatz, etwa dem iPad, künftig aber auch im Surface RT, den Microsoft selbst auf den Markt bringt. So kann das Unternehmen in einem wichtigen Segment Fuß fassen. Allerdings können Nutzer auf RT-Rechnern nicht mehr ihre klassische Windows-Software installieren, nur Apps aus dem Windows Store.

Microsoft brachte Windows 8 im Oktober 2012 auf den Markt. Der Software-Konzern zeigt sich bislang mit dem Absatz zufrieden und sprach im Januar von 60 Millionen verkauften Lizenzen. Einige PC-Hersteller klagten jedoch nach dem Verkaufsstart, das neue System habe nicht den erhofften Schwung gebracht. Gute Anwendungen sind ein Schlüssel, um die Nutzer von einer Plattform zu überzeugen.

Von

chk

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

26.03.2013, 21:42 Uhr

Ich empfinde den willkürlichen Design-Bruch, mit dem auch jahrelang gewachsenes 'intuitives Verstehen' der Windows-Oberfläche eines Benutzers ad'hoc in die Tonne geklopft wird, als anmaßend arrogant von MS.

Ich wäre gezwungen, mich wieder auf ein Neues in stundenlanger Kleinfuzzelei neu zu orientieren, ähnlich der neuen Office-Version ist nichts mehr an 'seinem alten Platz' wie gewohnt.

Diese Zeit bin ich - zumindest derzeit - nicht bereit zu investieren.

Hab das schon gekaufte neue Notebook zurück gebracht und mir dafür das neue Ipad mitgenommen.

Gordon_Schwertfeger

26.03.2013, 22:11 Uhr

Aus strategischen Gründen ist der Schritt von Microsoft ja zu verstehen, da man den PC für Tod hält (Primäreplattform sind nur noch Mobilegeräte), aber
- die Farben tun den Augen weh (zu bunt, zu kindlich)
- ein Rückschritt in den Kindergarten (falsche Zielkunden)
- der Chefdesigner(in) lies sein Kleinkind ran
- ein Übergang zum neuen Bedienkonzept fehlt komplett
- ein Kulturbruch, der die User zu Apple treibt
Ob diese Strategie wirklich aufgehen kann, ist sehr fraglich. Will Microsoft eigentlich noch diese Zielgruppe, kann man sich auch fragen, zumal schon die Werbung eher auf die Jugend abgestimmt ist.

Achilis

26.03.2013, 23:30 Uhr

Also wirklich meine Herren.

Es wird immer Innovation und was neues gefordert, und wenn es passiert, wird gemotzt.

Sicher geht MS ein großes Risiko ein, aber das müssen sie auch. Es war schon immer so, das 80% der Leute die sich ein pc und Co geholt haben, damit nur Internet surfen, spielen, Musik hören und Co wollten. Die Kinder haben dazu noch ein spiel gerät gehabt.
Und nur die wenigsten PCs wurden zum arbeiten benutzt.

Und Apple hat gezeigt, das das wichtigste aber Benutzer Freundlichkeit ist was der Kunde will.
PCs waren von Profis, für Profis. Und MS waren die es massentauglich gemacht haben.

Nun geht es halt weiter. MS muss mit der zeit gehen, und dabei die alten Gewohnheit Tiere mitnehmen.

Ich habe die erste Woche mit W8 oft was gesucht, aber nach 2-3 Wochen ....... ich liebe W8 !!!! Es ist das beste was MS je gemacht hat. Habe jetzt auch ein surface und ein lumia, und bin total begeistert. Das bitte mir nicht mal Apple.

Also ich kann jedem nur raten, nicht blocken, einfach paar Wochen probieren. Viele werden überrascht sein.

Das erinnert mich daran als MS Office die ribons eingeführt haben. Alle die das alte Office gewohnt waren haben nur Geflucht und tun es jetzt noch.

Aber wenn jemand der zum ersten mal mit Office arbeiten soll,und man gibt ihm beide Versionen, dann finden eine große Mehrheit die ribons sehr viel übersichtlicher und besser strukturiert wie das Office davor.

Gewohnheit und Sturheit, ist der tot jeder Innovation!!!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×