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16.01.2012

17:14 Uhr

Media Markt Online-Shop im Test

Alles so schön bunt hier!

VonStephan Dörner

Knallig-rot ist am Montag der Online-Shop von Media Markt gestartet - im Web sorgt das für Spott. Doch wer sich von der Optik nicht abschrecken lässt, entdeckt durchaus Schnäppchen und gewisse Vorteile.

Neu im Netz: Der Online-Shop des Media Marktes. obs

Neu im Netz: Der Online-Shop des Media Marktes.

DüsseldorfDa soll noch einmal einer behaupten, die Medien passten sich zu langsam an den Wandel an, den das Internet mit sich bringt: Bis zum Jahr 2012 hat die in Deutschland größte Elektronikkette Media Markt mit dem ersten Online-Shop gewartet - seit Montag ist es endlich soweit.

Unter anderem das komplizierte Franchise-System, bei dem jeder Manager eines Media-Marktes Freiheiten bei Preisgestaltung, Werbung und Sortiment genießt, verhinderte einen schnelleren Start im Netz. Doch die Online-Konkurrenz zwang die Media-Saturn-Holding letztlich doch zum handeln. Denn die stärksten Rivalen der Kette sind längst nicht mehr andere Warenhäuser, sondern Amazon und viele andere kleine Online-Händler, die von den Kunden über Preissuchmaschinen wie Billiger.de oder Idealo gefunden werden. Die beiden ehemaligen Slogans der Media-Saturn-Holding „Geiz ist geil“ (Saturn) und „Ich bin doch nicht blöd“ (Media Markt) haben sich die Kunden zur Herzen genommen – und verglichen die Preise im Netz.

Optisch präsentiert sich Media Markt im Netz so wie er auch durch die Werbeplakate im öffentlichen Straßenbild bekannt ist: Knallrote Farbe, riesige schwarze Überschriften, überdimensionale Preistafeln springen den Nutzer ins Auge. Weniger mutig ist der Markt dagegen bei der Nutzung des Mediums. Im wesentlich präsentiert sich hier eine Art Online-Version eines Media-Markt-Prospekts ohne internative Möglichkeiten wie Videos, Verkaufs-Rankings oder die Einbindung sozialer Medien wie Twitter und Facebook. Auch die bei Amazon hilfreichen und viel genutzten Kommentare und Bewertungen zu Produkten fehlen.

Hinzu kommt eine nicht besonders gut gelungene Navigation. „Apple-Zubehör“ findet sich beispielsweise unter den Menüpunkt „Computer & Büro“ - obwohl dazu etwa ein DJ-Pult gehört, das so mancher vielleicht eher bei „Audio & Hifi“ vermutet hätte. Andere, ähnliche Produkte, findet der Kunde genau dort. Spielekonsolen wurde ein eigener Menüpunkt spendiert, obwohl dort bisher nur ein einziges Produkt zu finden ist. Schlecht für die Benutzerfreundlichkeit: Beim Suchfeld ist nicht zu erkennen, ob es nur den Online-Shop oder die gesamte Website durchsucht.

Kommentare (5)

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frankfurter

17.01.2012, 07:43 Uhr

der lange angekündigte Auftritt war eine pure Enttäuschung.
Die wenigen Schnäppchen locken die wenigsten zum Spontankauf.
Da hat schon so manche Eröffnungswerbung einzelner Märkte mehr Aufmerksamkeit erzeugt.
Mit diesem Konzept wird Mediamarkt keine Neukunden gewinnen, sondern nur eine Verlagerung der bisherigen Vorortkunden, die jetzt online bestellen können, aber nur, wenn das Angebot mehr bietet, als was sonst das Netz hervorbringt.
Eins ist auch sicher, dieses Konzept wird zwangsläufig zu einem Filialsterben der eigenen Kette führen, da sie eh schon nicht mehr kostendeckend arbeiten können.
Oder hat man ein Konzept dafür, wie man einen 6000 Quadratmetermarkt mit schrumpfenden Umsätzen und Spannenverlust weiterführen kann?

alterron

17.01.2012, 08:00 Uhr

Man möchte meinen nach dem sich Media Markt soviel Zeit gelassen hat, käme was vernünftiges dabei raus.
Ich war gestern gespannt was mich erwarten würde und war nach ungefähr weniger als einer Minute wieder weg. Ich habe selten einen so schlecht gemachten Web-Shop gesehen und das in der heutigen Zeit, wo man an jeder Ecke schauen kann wie es denn die Konkurrenz so macht. Da muss man sich doch eigentlich nur noch die Rosinen picken. Die Suche ist eine Katastrophe, die Warenzuordnung zu den Kategorien ebenso. Und das obwohl da wirklich Geld in die Hand genommen wurde, zumindest für die Werbung. Das hätten sie mal lieber in Hirnschmalz investiert.
Ich werde nicht wiederkommen, ich bin doch nicht blöd.

Account gelöscht!

17.01.2012, 12:14 Uhr

Lieber Kollege Dörner,
danke für den Link auf mein Blog. Allerdings verstehe ich mich nicht als Blogger, sondern bin nach wie vor hauptberuflicher Wirtschaftsjournalist aus der Holzpresse-Fraktion, der nur nebenbei ein bisschen bloggt - viel weniger als Richie Gutjahr, der übrigens sein Geld ebenfalls hauptsächlich in den klassischen Medien (Bayerisches Fernsehen) verdient.
Gruß an die Düssel
Ulf J. Froitzheim

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