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11.07.2012

03:07 Uhr

Megaupload-Affäre

Kim Dotcom an US-Justiz: „Hey DOJ, wir werden in die USA gehen“

Sein Fall hat weltweit Schlagzeilen gemacht. Nun hat der deutsche Gründer der Internet-Tauschseite Megaupload der US-Justiz eine Nachricht auf Twitter hinterlassen. Er werde in die USA ausreisen - unter einer Bedingung.

Der deutsche Internetmillionär ist pleite: Kim Schmitz. Reuters

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WellingtonDer deutsche Gründer des Internet-Speicherdienstes Megaupload, Kim „Kim Dotcom“ Schmitz, hat sich gegen finanzielle Unterstützung zu einer Ausreise in die USA bereit erklärt.
Die US-Behörden könnten sich ein langwieriges Auslieferungsverfahren ersparen, indem sie ihm seine Anwalts- und Lebenshaltungskosten erstatteten, bot der in Neuseeland lebende Schmitz am Mittwoch über den Kurznachrichtendienst Twitter an.

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„Hey DOJ (Department of Justice, Justizministerium), wir werden in die USA gehen“, schrieb Schmitz alias Kim Dotcom. „Auslieferung nicht nötig. Wir wollen Kaution, Freigabe der eingefrorenen Gelder für Anwälte und Lebenshaltungskosten.“ Das Vermögen des 38-Jährigen war nach seiner Festnahme eingefroren worden.

Schmitz beklagte in der Zeitung „New Zealand Herald“ die „Millionen Dollar“ an Schulden, die er inzwischen für Anwaltskosten angehäuft habe. Er warf der Justiz vor, ihn finanziell austrocknen zu wollen, damit er kein Geld für eine effektive Verteidigung habe.
Dass die USA sein Angebot annehmen würden, glaube er nicht, sagte er der Zeitung. „Sie werden nie zustimmen, weil sie den Fall nicht gewinnen können, und das wissen sie bereits.“

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Der gebürtige Deutsche war bei einer Razzia im Januar in Neuseeland festgenommen und einen Monat später gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt worden. Sein 2005 gegründetes Internetportal Megaupload wurde geschlossen. Eine Anhörung zum Auslieferungsantrag der USA sollte ursprünglich am 6. August stattfinden, wurde nun aber auf März verschoben.

Megaupload bot seinen Nutzern an, Daten im Internet zu speichern und dort auch anderen zur Verfügung zu stellen. Dies ist nicht illegal, doch die Plattform wurde auch dazu genutzt, Raubkopien etwa von Musik, Filmen und Software zu verbreiten.
Die US-Behörden werfen Schmitz Verletzung des Urheberschutzes sowie Betrug vor und fordern seine Auslieferung. Sollte Schmitz vor ein US-Gericht gestellt werden, droht ihm die Maximalstrafe von 20 Jahren Haft.

Von

afp

Kommentare (8)

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pr0n-in-den-iran-uploaden

11.07.2012, 03:52 Uhr

Ich mag die trubokapitalisten dotcoms - wenn Deustchland keine Internetfreundlichen Gestez macht dann ist das Internet 100ms später in einem anderen Labnd!

Muttermilch-Kaese-Allergiker

11.07.2012, 04:00 Uhr

[+++Beitrag wurde von der Redaktion gelöscht+++]

Account gelöscht!

11.07.2012, 04:17 Uhr

Er hat doch nur eine Plattform zur Datenspeicherung zur Verfügung gestellt. Ähnlich wie eine Autovermietung LKWs vermietet. Wieso wird er verantwortlich für die Inhalte der Nutzer gemacht? Der Autovermieter wird ja auch nicht Haftbar gemacht, falls ein Mieter illegale Waren mit dem Wagen transportiert.

Wahrscheinlich haben die meisten Nutzer die Plattform zur Speicherung von privaten Kopien benutzt - wie soll der Betreiber das feststellen?

Auch wenn ich den Schmitz sehr unsympathisch finde, rechtlich war das Vorgehen gegen ihn mehr als fragwürdig. Hier wurde das Recht zu Gunsten einer Lobby gebeugt.

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