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05.03.2012

20:59 Uhr

Merkel eröffnet Cebit

Digitaler Graben zwischen Google und Kanzlerin

VonStephan Dörner

Zum Cebit-Start gibt Google-Verwaltungsratschef Schmidt den Visionär, Kanzlerin Merkel die Mahnerin. Ein digitaler Graben tut sich zwischen beiden auf. Das heiße Eisen des Abends sprechen sie nur jenseits der Bühne an.

Zur Cebit-Eröffnung gab es eine Live-Verbindung in die ISS-Raumstation. dpa

Zur Cebit-Eröffnung gab es eine Live-Verbindung in die ISS-Raumstation.

HannoverBoom-Branche trifft Boom-Land: Zum Start der Cebit-Woche mit Gastland Brasilien kann die Branche auf gute Zahlen verweisen. Den Unternehmen geht es besser als dem Rest der krisengeplagten Wirtschaft – und die weltgrößte Computermesse Cebit verzeichnet nach Jahren der Schwäche schon das zweite Jahr in Folge ein Ausstellerplus.

Entsprechend ausgelassen beginnt die Cebit am Montagabend mit brasilianischen Klängen – und sogar einer prise Humor. Bitkom-Chef Dieter Kempf hat die Lacher auf seiner Seite, als er sich bei der brasilianischen Delegation für ihr Kommen bedankte, obwohl Niedersachsen zu dieser Zeit „alles andere als vergnügungssteuerpflichtig sei“.

Datensicherheit: Das Web steckt in der Vertrauenskrise

Datensicherheit

Das Web steckt in der Vertrauenskrise

Lange hat die IT-Industrie das Thema Sicherheit auf die leichte Schulter genommen. Doch immer neue Datenskandale sorgen beim Konsumenten für Verunsicherung. Auf der Cebit will die Branche Vertrauen zurückgewinnen.

Doch Stimmung ist nicht wegen guter Zahlen gut. Smartphones und das Internet haben die Welt verändert: Das Netz hat Revolutionen befördert – nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch ganz konkret den Umsturz repressiver politischer Systeme. Das alles hat Ex-Google-Chef Eric Schmidt, heute Chef des Verwaltungsrats, offensichtlich im Hinterkopf, als er voller Optimismus vor das Messepublikum in Hannover tritt und von der er nächsten Revolution der IT-Industrie schwärmt: Der Überwindung des globalen digitalen Grabens.

„Bislang sind nur zwei Milliarden Menschen online, nur eine Milliarde haben ein Smartphone“, sagt der Google-Mann, dessen Unternehmen es sich zum Ziel gesetzt hat, alles und jeden zu vernetzten. „Das World Wide Web wird seinem Namen noch nicht gerecht“. Doch all das werde sich rasant ändern – schon in den kommenden 12 Jahren, ist der Google-Manager überzeugt.

„In 12 Jahren werden Telefone 20 mal schneller sein. Ein Telefon, das heute 200 Dollar kostet, wird 20 kosten – und damit selbst für die Ärmsten der Welt leistbar“, so Schmidt. „Die Ärmsten der Welt werden einen Supercomputer haben.“ Das Resultat seien vernetzte Menschen, die Informationen frei tauschten. Auch wenn die Zensur-Bemühungen zahlreicher repressiver Staaten zunähmen - „Internettechnologie ist wie Wasser – es findet seinen Weg“.

Schmidt redet viel über die Chancen der Technologie: Die Verarbeitung großer Datenmengen – in der Branche Big Data genannt – sei der „Triumph empirischer Daten“. „Vielleicht kann die nächste große Krise schon vorhergesehen werden“, glaubt der Google-Manager im Machbarkeitsrausch.

Kommentare (6)

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pete

05.03.2012, 22:05 Uhr

Sicherheit in der Cloud:
Google und Facebook machen es vor. In der Cloud wird alles gecloud

Account gelöscht!

05.03.2012, 22:27 Uhr

Hocherfreut nehme ich zur Kenntnis, daß die Datenschutzproblematik unseren Politikern bewußt ist und Frau Merkel dies auch anspricht. Google, Facebook, Blackberry...alle haben eines gemein. Die Daten der Benutzer werden in den USA gespeichert und analysiert. Wie weit die Analysen gehen ist Spekulation. Jedenfalls ist damit die volle Transparenz über den Computernutzer und seinem persönlichen Netzwerk gegeben. Was er ließt, was er schreibt, woran er arbeitet, was er erfindet, welche Sorgen er hat und was er einkauft. Die Kontrolle über die Informatik der gesamten Welt hat die USA heute bereits erlangt. Jede kleine IT-Firma wird sofort aufgekauft, wie zum Beispiel die Berliner Firma Ebay. Nur China wehrt sich, indem sie Linux nutzen und Google aus dem Land halten. Clever die Chinesen.

Mon_yBurns

06.03.2012, 04:10 Uhr

"Ich stelle jtzt den Rechteverwertern mal eine Rechnung für die Nutzung von mir finanzierter Gerätschaften und Leitungen durch deren Inhalte."

„Wie definiert man fair? Sollte nicht der Hersteller einen Anteil bekommen, auf dessen Gerät man sich den Artikel durchliest? Oder der Internet-Anbieter?“

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