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23.10.2015

06:44 Uhr

Microsoft-Analyse

Nadellas Strategie trägt Früchte

VonAxel Postinett

Das Cloud-Geschäft boomt, und Office läuft auf allen Geräten von PC bis iPad. Anleger glauben an die Wende bei Microsoft – und schicken die Aktie nachbörslich in Höhen, die seit 2000 nicht mehr erreicht wurden.

Der Microsoft-Chef setzt auf das Cloud-Geschäft. ap

Satya Nadella

Der Microsoft-Chef setzt auf das Cloud-Geschäft.

San FranciscoMicrosoft befindet sich im Wandel, das ist kein Geheimnis. Aus dem Software-Unternehmen, das einst Schachteln mit DVDs verkaufte, wird ein Anbieter von Internet-basierten Diensten für Privatkunden und Industrie im mobilen Internet. Die Frage, die sich die Anleger stellen, ist nur, ob das alte Geschäft schneller wegbricht als Konzernchef Satya Nadella das neue aufbauen kann.

Die Antwort kam am Donnerstag in Form der Zahlen zum 1. Quartal des Geschäftsjahres 2016. Starke Wachstumswerte bei den Cloud-Diensten sorgten für eine angenehme Überraschung. Zwar lag der bereinigte Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um sieben Prozent niedriger bei 21,7 Milliarden Dollar, aber angesichts der anhaltenden Schwäche im PC-Markt wurde mit weniger gerechnet.

Die Geschichte von Microsoft Windows

1975

Am 4. April gründen die Kindheitsfreunde Bill Gates und Paul Allen das Unternehmen.

1980

Microsoft bekommt von IBM den Auftrag, ein Betriebssystem für den geplanten Personal Computer zu liefern. Microsoft bietet ein zugekauftes Programm unter dem Namen MS-DOS an. Microsoft kann MS-DOS auch anderen Herstellern verkaufen, so legt es der Deal fest.

1985

Microsoft veröffentlicht das erste - quasi noch unbrauchbare - Windows, eine grafische Erweiterung für MS-DOS.

1987

Microsoft stellt Windows 2 vor. Apple wirft Microsoft Ideenklau vor und klagt vor Gericht. In dem komplizierten Rechtsstreit kann sich Microsoft fünf Jahre später endgültig durchsetzen.

1990

Windows 3.0 erhält eine komplett neue Oberfläche. Die Nachfolgeversion 3.11 (1994) gilt als die erste wirklich brauchbare Windows-Variante.

1993

Mit Windows NT stellt Microsoft ein 32-Bit-System für Workstations und Server vor.

1995

Windows 95 wird mit einem zuvor unüblichen Marketing-Aufwand auf den Markt gebracht.

1998

Windows 98 kommt als Weiterentwicklung von Windows 95 auf den Markt.

2000

Windows Me ist das letzte Betriebssystem, das auf MS-DOS aufsetzt. Diese Windows-Variante galt als besonders fehleranfällig.

2001

Im Oktober bringt Microsoft Windows XP heraus, sein langlebigstes Betriebssystem. XP setzt auf der Architektur der Windows-NT-Familie auf.

2007

Windows Vista verkauft sich zwar gut, ist aber bei Nutzern unter anderem wegen umständlicher Bedienung unbeliebt.

2009

Windows 7 soll die Schwächen von Vista ausbessern.

2012

Windows 8 verfügt über zwei unterschiedliche Benutzeroberflächen: eine Kacheloptik für Tablet Computer und ein herkömmlicher Windows-Desktop für PCs. Anwender vermissen den beliebten Start-Button. Ein Jahr später wird das System auf die Version 8.1 aktualisiert.

2015

Mit Windows 10 bietet Microsoft eine einheitliche technische Plattform für PCs, Tablet-Computer und Smartphones an. Das Start-Menü kehrt auf den PC zurück.

Der bereinigte Nettogewinn lag mit 5,3 Milliarden Dollar nur um ein Prozent unter Vorjahr und damit deutlich höher als erwartet. Als international operierendes Unternehmen lässt sich der Großteil der Verluste auf die Stärke des Dollars zurückführen. Bei konstanten Wechselkursen hätte der Umsatzverlust nur zwei Prozent betragen. Der Nettogewinn hätte sogar elf Prozent höher gelegen.

Treiber des Geschäfts war das kommerzielle Cloud-Business, also Speicher, Rechenleistung und Software im Internet für Unternehmenszwecke. Die sogenannte „run rate“ liegt hier bei 8,2 Milliarden Dollar. Die Kennziffer beschreibt den Umsatz auf Sicht von zwölf Monaten, der sich ergäbe, könnte das Unternehmen den Quartalsgewinn in gleicher Höhe über das komplette Jahr fortschreiben. Mit diesem Wert würde Microsoft sogar Amazons Webservice schlagen, der 7,3 Milliarden Dollar „run rate“ meldet.

Die Sparte „Productivity and Business Processes“, deren Großteil die Bürosoftware Office stellt, brachte 6,3 Milliarden Dollar ein, ein Minus von drei Prozent. Währungsbereinigt wären es Plus vier Prozent. 18,2 Millionen Privatkunden haben mittlerweile die Bürosoftware im Internet abonniert, im Schnitt kommen drei Millionen pro Quartal dazu.

Damit nähert sich die Sparte immer stärker der Division „More Personal Computing“ an, in der die Windows-Software gebündelt ist. Hier brach der Umsatz um 17 Prozent zum Vorjahr ein; es konnten aber immer noch 9,4 Milliarden Dollar erzielt werden. Das neue Windows 10 ist laut Microsoft mittlerweile auf 110 Millionen PCs installiert.

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