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05.01.2007

13:45 Uhr

Microsoft gegen Apple

Medien-Showdown im Wohnzimmer

VonAxel Postinett

Neuauflage eines Klassikers: Microsoft-Vordenker Bill Gates in Las Vegas gegen Apple-Impresario Steve Jobs in San Francisco. Die lange schwelende Konfrontation der beiden Super-Egos der Computerindustrie auf dem Markt für Unterhaltungselektronik wird 2007 zum offenen Kampf ausarten.

Bill Gates bei der Eröffnung der CES im vergangenen Jahr. Damals gab er bereits einen Ausblick auf die neuen Funkionen von Windows Vista, das Ende Januar in den Handel kommen wird. Foto: AP ap

Bill Gates bei der Eröffnung der CES im vergangenen Jahr. Damals gab er bereits einen Ausblick auf die neuen Funkionen von Windows Vista, das Ende Januar in den Handel kommen wird. Foto: AP

LAS VEGAS. Den Startschuss wird Gates am Sonntag mit seiner traditionellen Eröffnungsrede zur Consumer Electronics Show, der CES, in der Spielerstadt in Nevada geben. Jobs wird am Dienstag in Kalifornien auf der MacWorld Expo kontern.

Die Claims sind abgesteckt: Mit dem Ende Januar erscheinenden, und klar auf Multimedia ausgelegten Windows Vista will Microsoft das digitale Zuhause in den Griff bekommen. Als Hilfstruppen sind seit Weihnachten der tragbare Medienplayer "Zune" aufgefahren, daneben die Internet- und HD-fähige Spielekonsole Xbox360 sowie Web-Dienste wie der Musikshop "Urge" in Kooperation mit Pop-Sender MTV.

Steve Jobs hat dafür mit "iTunes" und "iPod" den Onlinemusik- und-Videomarkt bereits monopolartig umklammert. Der Web-Shop "iTunes" ist zu Weihnachten unter der Last neuer Kunden regelrecht zusammengebrochen. Apple musste einräumen, darauf nicht vorbereitet gewesen zu sein, als sich all die neu verschenkten iPods erstmals einloggten und Geschenkgutscheine einlösen wurden.

PC noch stärker wohnzimmertauglich

Im Frühjahr soll die Apple-Settop-Box "iTV" Mac-Computer mit dem TV-Gerät verbinden und iTunes-Videos und Kinofilme auf den Fernseher bringen. Damit verschafft sich Apple Zugang zum Microsoft-dominierten Wachstumssegment Mediacenter-PC. Und aller Voraussicht nach wird in San Francisco - eingeleitet mit dem legendären Jobs-Ausspruch "Ach ja, da wäre noch was zum Schluss" - das lang erwartete Apple-Mobiltelefon vorgestellt werden. Damit agiert das Unternehmen nicht gegen Microsoft-Smartphones, sondern auch gegen Spieler wie Nokia und SonyEricsson.

Dass zwei Schwergewichte aus der Computerwelt die Unterhaltungsbranche aufmischen ist für Analysten wie Cathy Dobson von der Düsseldorfer Red Door Consulting kein Wunder: "Studien zeigen, dass tatsächlich immer mehr Konsumenten ihre PC im Wohnzimmer betreiben", sagt sie. So zeigt beispielsweise eine Online-Umfrage der britischen Berater Olswang den Umschwung der Nutzungsgewohnheiten in Großbritannien: 2005 hatte mit 40 Prozent noch die Mehrheit der Befragten den PC im Arbeitszimmer geparkt. 2006 wendete sich das Blatt zu Gunsten des Wohnzimmers mit nun 36 Prozent. Das Arbeitszimmer fiel auf 34 Prozent zurück.

Ronald de Jong, Geschäftsführer der Philips GmbH und Leiter des Bereiches Consumer Electronics, sieht diesen Trend ebenfalls: "Durch Windows Vista werden PC noch stärker wohnzimmertauglich und eine wachsende Zahl an Konsumenten wird sich mit der Idee anfreunden, dass ein Computer ihre TV-Displays und Hi-Fi-Anlagen mit Bildern und Musik versorgt."

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