Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.05.2016

15:15 Uhr

Microsoft – Kein Gratis-Upgrade mehr

Windows 10 soll bald Geld kosten

Microsoft macht ernst: Nach Ablauf des ersten Jahres wird es Windows 10 nicht mehr gratis geben. Ab dem 29. Juli verlangt das Unternehmen Geld. Zum Geburtstag soll es dafür neue Features geben.

Das Logo von Microsoft: Der schwächelnde PC-Markt macht dem IT-Riesen zu schaffen. Reuters

Microsoft

Das Logo von Microsoft: Der schwächelnde PC-Markt macht dem IT-Riesen zu schaffen.

MünchenWindows 10 wird nach Ablauf der einjährigen Gratis-Upgrades voraussichtlich ab 120 Dollar kosten. Nach dem 29. Juli könnten Nutzer das Betriebssystem nur noch zusammen mit einem neuen PC erwerben oder alternativ die Home-Version für 119 Dollar kaufen, teilte Microsoft-Manager Yusuf Mehdi in einem Blog-Eintrag mit. Zu den Preisen für die Pro- und Enterprise-Versionen machte er keine Angaben.

Weltweit laufe das System inzwischen auf 300 Millionen Geräten, erklärte Mehdi weiter. Windows 10 verbreite sich damit sowohl bei Privatnutzern, in Schulen und Organisationen sowie in kleinen und großen Unternehmen schneller als ein Windows-Betriebssystem zuvor.

Mit Windows 10 brachte Microsoft auch seinen neuen Browser Edge heraus, der nur unter dem neuen System verfügbar ist. Im Vergleich zum vergangenen Quartal sei die Nutzung um 50 Prozent auf über 63 Milliarden Minuten gestiegen, schrieb Mehdi. Die digitale persönliche Assistentin Cortana habe den Nutzern seit der Einführung über sechs Milliarden Fragen beantwortet.

Wie Windows wurde, was es ist

Windows 1.0

Der Urahn des inzwischen meistgenutzten PC-Betriebssystems kam im November 1985 auf den Markt. Damals war Microsoft noch ein Außenseiter, während der Platzhirsch IBM und der Aufsteiger Apple den Kampf um den PC-Markt auszufechten schienen. Anfangs arbeitete sich Windows nur mühsam ins Geschäft – denn Microsoft verzichtete zunächst angesichts eines jahrelangen Patentstreits mit Apple auf grafische Bedienungselemente.

Windows 3.1

Mit dieser Version lernte Windows 1992, Videos abzuspielen, bekam die ersten integrierten Spiele und neue Schriften. Die Grundansicht mit den überlappenden Fenstern und einem Desktop für Programm-Symbole blieb – mit einigen Design-Änderungen – lange erhalten.

Windows NT

Parallel zu den Consumer-Versionen von Windows entwickelte Microsoft nach dem Scheitern des OS/2-Projektes mit IBM eine Windows-Version mit einem neuen Programm-Kern („Windows New Technology“). NT wurde mit Windows 2000 fortgeführt und ging später in Windows XP auf.

Windows 95

Die radikale Erneuerung von 1995 brachte in Grundzügen das Windows, das heute praktisch jeder kennt. Unter anderem wurde der „Start“-Knopf mit dem Balken am unteren Bildschirmrand eingeführt. Nachdem nachträglich der Web-Browser Internet Explorer zum Windows-Grundpaket hinzugefügt wurde, setzte sich Microsoft zum Ärger der Wettbewerbshüter in diesem Bereich gegen den Pionier Netscape durch. Auf die Version folgten die kleineren Aktualisierungen Windows 98 und ME.

Windows XP

2001 brachte Microsoft die bisher langlebigste Version seines Betriebssystems auf den Markt, die immer noch auf vielen Rechnern läuft. Mit Windows XP wurden viele visuelle Effekte hinzugefügt, ebenso wie wichtige Funktionen wie etwa schneller Benutzerwechsel, eine integrierte Firewall für mehr Sicherheit und verbesserter Medienwiedergabe.

Windows 7

Das Betriebssystem Windows Vista sollte XP verdrängen, wurde von den Nutzern aber weitgehend ignoriert. Die 2007 veröffentlichte Version bot zwar neue Bildschirmansichten, aber eine für viele Nutzer verwirrende Rechteverwaltung für Benutzerkonten. Erst mit der Vorstellung von Windows 7 im Oktober 2009 konnte Microsoft die Anwender wieder überzeugen.

Windows 8

Mit Windows 8 wollte sich Microsoft für den Wandel der Computer-Welt rüsten: Die neue Kacheloberfläche ist für Touchscreens ausgelegt und eignet sich damit auch für Tablet-Computer – äußerlich ähnelt das System damit dem Smartphone-Betriebssystem Windows Phone. Microsoft stellte Windows 8 im Oktober 2012 vor. Gerade an der neuen Bedienung wurde jedoch schnell viel Kritik laut.

Windows 8.1

Ein Update für Windows 8 kam im Oktober 2013 auf den Markt. Das kostenlose Windows 8.1 soll die größten Kritikpunkte an dem Vorgänger ausräumen. So können Nutzer direkt auf den Desktop starten und so die Kacheloberfläche umgehen. Zudem kehrt der Startknopf zurück, wenn auch nicht das klassische Startmenü.

Windows 10

Im Sommer 2015 hat Microsoft Windows 10 auf den Markt gebracht. Der Konzern verspricht so viele Neuerungen, dass die Produktbezeichnung „9“ mit Absicht übersprungen wurde. Das neue System soll auf allen Geräten laufen, vom Desktop-PC bis zum Smartphone. Der Konzern will die Version mit regelmäßigen Updates auf dem Stand der Technik halten. Eine optische Änderung: Das Startmenü kehrt zurück.

Zum einjährigen Geburtstag will Microsoft das System mit weiteren zusätzlichen Features ausstatten. So soll es mit Windows Ink eine neue Handschriftenfunktion geben. Die digitale Assistentin Cortana soll besser mit Windows-Telefonen kooperieren und auch bei gesperrtem Bildschirm Notizen und Erinnerungen vermerken oder Musik abspielen. Zudem sollen Windows-10-Nutzer kostenlos Spiele wie „Forza Motorsport 6: Apex“ erhalten.

Windows 10 ist das erste Betriebssystem, das Microsoft zunächst kostenlos verteilt – und das einheitlich auf PCs, Tablets, Windows-Smartphones und der Spielekonsole Xbox One läuft. Bislang gab es keine Angaben dazu, was Microsoft nach Ablauf des ersten Jahres plant. Das Unternehmen setzte von Beginn an auf eine schnelle Verbreitung. Anders als Windows 10 hatte die Vorgängerversion einen vergleichsweise schleppenden Start hingelegt - und stieß vielfach auf Vorbehalte von Nutzern und PC-Händlern.

Kostenloses Upgrade: So gelingt der Umstieg aufs neue Windows 10

Kostenloses Upgrade

So gelingt der Umstieg aufs neue Windows 10

Alles auf die 10? Microsoft will die Nutzer vom Upgrade auf Windows 10 überzeugen. Doch nicht immer klappt die Installation, nicht immer ist sie sinnvoll. Die Antworten auf die wichtigsten Fragen der Handelsblatt-Leser.

Die Markteinführung von Windows 10 fällt in eine schwierige Zeit: Der PC-Markt schrumpft schon seit einiger Zeit. Die Marktforscher von Gartner hatten deshalb ihre Prognosen für das neue System zuletzt zurückgefahren. Erst 2017 dürfte Windows 10 einen merkbaren Impuls auf das PC-Geschäft haben, schätzen die Analysten.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×