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19.06.2012

09:15 Uhr

Microsoft „Surface“

Mit eigenem Tablet gegen Apple

VonAxel Postinett

Der Technologiekonzern Microsoft greift Apples iPad mit einem eigenen Tablet-Computer an. "Surface" soll das Gerät heißen, und mit einem Teil seiner Oberfläche hat es eine besondere Bewandnis.

Surface

Das kann das Microsoft-Tablet

Surface: Das kann das Microsoft-Tablet

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Los AngelesMicrosoft stiegt ins hart umkämpfte PC-Geschäft ein. Mit gleich zwei eigenen Tablets will der Softwarekonzern die Aufholjagd auf die Konkurrenten Apple und Google einleiten. Die Surface genannten Geräte werden mit dem kommenden Windows 8 als Betriebssystem arbeiten und spätestens zum Weihnachtsgeschäft auf den Markt kommen. Doch der angebliche iPad-Killer könnte für Microsoft auch nach hinten losgehen, fürchten manche Analysten.

Eine preisgünstigere Version des Tablets mit 10,6-Zoll-Touchbildschirm wird von einem Tegra-Prozessor von Nvidia angetrieben werden, solche Chips auf ARM-Basis werden auch für Konkurrenzprodukte von Google mit Android-Betriebssystem eingesetzt. Eine teurere Variante wird mit einen Intel i5-Prozessor arbeiten und wird die Microsoft-Partner wie Dell oder HP wenig erfreuen. Das Intel-Tablet könne es „mit den besten Ultrabooks aufnehmen“, verspricht Steven Sinofsky, Chef der Windows-Sparte. Der Vertrieb wird über eigene Windows-Shops und Online erfolgen. Microsoft versucht offenbar noch die direkte Konfrontation im Einzelhandel mit seinen Partnern wie Dell oder HP zu vermeiden.

Er leitet die größte Zäsur in der Geschichte Microsofts ein, aber wie immer ist bei Steve Ballmer von Nervosität nichts zu spüren. Gewohnt angriffslustig empfing er am Montag Nachmittag die rund einhundert Gäste auf einer spartanisch ausgestatteten Bühne in den Milk Studios in Hollywood. Heute wird gearbeitet, lautet die Botschaft, das ist keine Show hier. Nach den üblichen einleitenden Lobgesängen auf die glorreiche Vergangenheit Microsofts kommt der CEO das weltgrößten Softwarekonzerns schnell zur Sache: „Die Welt ändert sich gerade dramatisch“, fasst er zusammen. Und Microsoft will seine Geschicke jetzt in die eigene Hand nehmen.

Bislang war die Arbeitsteilung simpel und eingespielt. Intel liefert die Prozessoren, Microsoft das Betriebssystem und PC-Hersteller von Asus bis HP bauen daraus Laptops, PC und Server zusammen. Einziger Nachteil aus Sicht von Microsoft: Die Redmonder haben keinen Einfluss auf das Endprodukt, den Vertrieb oder den Preis.

Mit dem Tablet "Surface" will Microsoft das iPad von Apple angreifen. Reuters

Mit dem Tablet "Surface" will Microsoft das iPad von Apple angreifen.

Jahrzehntelang ist das gut gegangen, Konkurrent Apple wurde zunächst vernichtend geschlagen. Doch mit dem Erscheinen des iPads wandelte sich das Blatt schlagartig und schneller als von allen erwartet. Wurden 2010 noch um die 20 Millionen Tablets verkauft, werden es dieses Jahr laut IDC bereits über 140 Millionen sein und 2016 werden es über 220 Millionen. Der Marktanteil von Windows derzeit: faktisch Null. Tablets verdrängen in Privathaushalten immer stärker Windows-Netbooks und Laptops als bevorzugte Computer und Internet-Endgeräte. In vier der jüngsten sechs Quartale verpasste der Umsatz mit Windows die Erwartungen der Analysten.

Kommentare (8)

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19.06.2012, 09:35 Uhr

Der Preis?

Das einzige, über das man Apple besiegen kann.
Würde ein flottes Tablet unter 200 Euro kosten, würd ich mir eines zulegen.
Ansonsten halte ich es für teuren Schnickschnack.

Account gelöscht!

19.06.2012, 10:06 Uhr

Steve Ballmer kreisste – und gebar eine Maus ;–)

Account gelöscht!

19.06.2012, 10:07 Uhr

Steve Ballmer kreisste – und gebar eine Maus ;–)

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