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11.02.2004

15:45 Uhr

Microsoft warnt Anwender

"Ernstes" Sicherheitsproblem von Windows

Offen wie Scheunentore sind die Betriebssysteme Windows NT 4.0, 2000, XP und Server 2003, wenn man Microsofts Angaben genau liest.

HB WASHINGTON. Der Softwareriese hat vor einer „kritischen“ Sicherheitslücke in seinem Betriebssystem gewarnt. Das Unternehmen forderte alle Nutzer auf, die nötigen Updates herunterzuladen, um sich vor Hackerangriffen zu schützen. „Kritisch“ ist im Wertungssystem von Microsoft die höchste Gefahrenstufe. „Die Lücke kann erheblichen Schaden anrichten“, bestätigte der Karlsruher Virenexperte Christoph Fischer der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Sie erlaubt es Hackern, in Internetserver, interne Netzwerke von Firmen und fast jeden anderen Rechner einzudringen.

So genannte Patches oder Updates zum Schließen von entdeckten Sicherheitslücken gibt Microsoft seit geraumer Zeit gesammelt an einmal im Monat stattfindenden „Patch-Days“ heraus. „Für viele Firmen ist das gar nicht mehr anders zu bewerkstelligen“, sagte Fischer. Die Sicherheitsfirma eEye Digital Security habe die Panne bereits im Juli vergangenen Jahres entdeckt, Hacker hätten sie vermutlich schon zwei Monate früher ausfindig gemacht. In amerikanischen Medien sprach Marc Maiffret von eEye Digital Security von einer der gefährlichsten Lücken bisher. Hacker könnten die Panne nutzen, um die Rechner vollständig zu übernehmen, Daten löschen oder die Rechner für Attacken auf andere Computer nutzen.„Bis eine entdeckte Lücke geschlossen wird, vergeht zum Teil eine lange Zeit“, sagte Fischer.

Die jüngsten Sicherheitslücken betreffen die Betriebssysteme Windows NT 4.0, Windows 2000, Windows XP und Windows Server 2003. Auch diesmal handelt es sich nach Fischers Angaben um einen so genannten „Buffer Overflow“. Dabei schickt ein Rechner über das Internet eine zu große Menge an Daten, um Zugriff auf Speicherbereiche zu bekommen, die jenseits des vom Programm reservierten Datenspeichers liegen. Ein Ende dieses seit 20 Jahren bekannten Problems sei nicht in Sicht, sagte Fischer. „Das Grundproblem ist einfach schlampiger Programmierstil."

Details zu der Sicherheitslücke finden Sie im Microsoft Sicherheits Bulletin.

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