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05.02.2016

13:03 Uhr

Microsoft Windows 10

Upgrade mit sanftem Zwang

VonChristof Kerkmann

Microsoft macht Ernst mit Windows 10: Der Konzern lädt das riesige Installationspaket nun auf Millionen von Rechnern herunter – und handelt sich damit Ärger ein. Wer das neue System nicht will, sollte aufpassen.

Wer an der falschen Stelle OK klickt, hat das System womöglich bald schon installiert. dpa

Microsoft Windows 10

Wer an der falschen Stelle OK klickt, hat das System womöglich bald schon installiert.

DüsseldorfEs ist ein ehrgeiziges Ziel, das sich Microsoft gesteckt hat. Das neue Betriebssystem Windows 10 soll innerhalb der nächsten zwei Jahre auf einer Milliarde Geräte laufen – von der Datenbrille Hololens über das Smartphone bis zum Desktop-PC.

Um die Marke zu erreichen, setzt der Softwarekonzern die Nutzer nun sanft unter Druck: Anfang der Woche hat er damit angefangen, Windows 10 auf Rechnern mit den Vorgängerversionen 7 und 8.1 als „empfohlenes Update“ anzuzeigen. Und wer an der falschen Stelle OK klickt, hat das System womöglich bald schon installiert. Was Nutzer jetzt wissen müssen.

Die Geschichte von Microsoft Windows

1975

Am 4. April gründen die Kindheitsfreunde Bill Gates und Paul Allen das Unternehmen.

1980

Microsoft bekommt von IBM den Auftrag, ein Betriebssystem für den geplanten Personal Computer zu liefern. Microsoft bietet ein zugekauftes Programm unter dem Namen MS-DOS an. Microsoft kann MS-DOS auch anderen Herstellern verkaufen, so legt es der Deal fest.

1985

Microsoft veröffentlicht das erste - quasi noch unbrauchbare - Windows, eine grafische Erweiterung für MS-DOS.

1987

Microsoft stellt Windows 2 vor. Apple wirft Microsoft Ideenklau vor und klagt vor Gericht. In dem komplizierten Rechtsstreit kann sich Microsoft fünf Jahre später endgültig durchsetzen.

1990

Windows 3.0 erhält eine komplett neue Oberfläche. Die Nachfolgeversion 3.11 (1994) gilt als die erste wirklich brauchbare Windows-Variante.

1993

Mit Windows NT stellt Microsoft ein 32-Bit-System für Workstations und Server vor.

1995

Windows 95 wird mit einem zuvor unüblichen Marketing-Aufwand auf den Markt gebracht.

1998

Windows 98 kommt als Weiterentwicklung von Windows 95 auf den Markt.

2000

Windows Me ist das letzte Betriebssystem, das auf MS-DOS aufsetzt. Diese Windows-Variante galt als besonders fehleranfällig.

2001

Im Oktober bringt Microsoft Windows XP heraus, sein langlebigstes Betriebssystem. XP setzt auf der Architektur der Windows-NT-Familie auf.

2007

Windows Vista verkauft sich zwar gut, ist aber bei Nutzern unter anderem wegen umständlicher Bedienung unbeliebt.

2009

Windows 7 soll die Schwächen von Vista ausbessern.

2012

Windows 8 verfügt über zwei unterschiedliche Benutzeroberflächen: eine Kacheloptik für Tablet Computer und ein herkömmlicher Windows-Desktop für PCs. Anwender vermissen den beliebten Start-Button. Ein Jahr später wird das System auf die Version 8.1 aktualisiert.

2015

Mit Windows 10 bietet Microsoft eine einheitliche technische Plattform für PCs, Tablet-Computer und Smartphones an. Das Start-Menü kehrt auf den PC zurück.

„Microsoft empfiehlt das Upgrade auf Windows 10“ – so wirbt der Konzern derzeit auf zahlreichen PCs für sein neues Betriebssystem. Wer ein Gerät mit Windows 7 oder 8.1 hat, kann und soll die neue Version bis Ende Juli kostenlos installieren. Der Konzern kehrt von seiner bisherigen Vertriebspolitik ab und verschenkt die Software, um eine möglichst große Basis für sein Betriebssystem zu schaffen – einerseits, um seine Cloud-Dienste vermarkten zu können, andererseits, um Entwickler dazu zu bewegen, Apps zu programmieren.

Nach der Einführung von Windows 10 konnten Nutzer das Upgrade zunächst nur über das kleine Windows-Symbol in der Taskleiste reservieren und dann später installieren. Inzwischen geht es schneller, Microsoft drängt Nutzer sogar geradewegs dazu. Wer auf seinem Rechner automatisch Updates installiert und dabei auch optionale Updates einschließt, stößt die Aktualisierung sogar automatisch an.

Die Dateien wieder los zu werden, ist gar nicht so einfach. Dafür ist entweder ein Eingriff in die Registrierdatenbank nötig. Oder man deinstalliert das Update Programm von Microsoft. Eine Anleitung finden Sie beispielsweise hier.

Dass sich die Software ganz von selbst installiert, müssen Nutzer nicht fürchten, ohne eine Bestätigung der Lizenzbedingungen passiert nicht. „Die Installation wird nur ausgeführt, wenn der Nutzer zustimmt“, versicherte Microsoft auf Anfrage dem Handelsblatt.

Selbst wenn man versehentlich auf „OK“ und die Einrichtung von Windows 10 beginnt, ist das kein Problem: Für einen Zeitraum von 31 Tagen lässt sich das Upgrade mit einigen wenigen Klicks wieder rückgängig machen. Danach allerdings nicht mehr.

Kommentare (8)

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Herr Manfred Zimmer

05.02.2016, 13:27 Uhr

Vorsicht!

Bei mir funktioniert seit Wochen der Update bei zuvor eingestelltem automatischen Update nicht.

Der Update wurde geschätzte einhundert Mal versucht.

Herr Peter Fischer

05.02.2016, 13:48 Uhr

Ich bereue es nicht, vor einiger Zeit auf Linux umgestiegen zu sein. Da bleibt mir das alles erspart und es werden nicht automatisch alle möglichen Nutzerdaten abgegriffen.

Herr Herbert von Spreti

05.02.2016, 14:18 Uhr

Habe bereits vor Weihnachten ungewollt, d.h. zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt, OK gedrückt, im irrigen Glauben, für die defininitive Installation, d.h. den Upgrade von Win7, ein weiteres Ok geben zu können, und auf ordentllich schnellen Desktop die Installation in Gang gesetzt. Hat mir ein paar Stunden Schlaf geraubt.
Habe es aber nicht bereut. Mein Rechner ist noch um einiges schneller geworden und die Umstellung hat tadellos funktioniert. Keine Schwierigkeiten mit Hardware-Peripherie und älterer Software. Allerdings mit der Kacheloberfläche konnte ich mich nie anfreunden. Aber mit dem gratis Opensource-Programm "Classic Shell" habe ich mir den Desktop und das Startmenue wieder so eingerichtet, wie ich es von Win7 gewohnt bin - optimal. Mein Fazit: Umstellung lohnt sich definitiv - nur Mut - und zur Installation verregneten Sonntag abwarten. Gibt es bestimmt in naher Zukunft.

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