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18.08.2015

08:22 Uhr

Microsofts Spionage

So gewöhnen Sie Windows 10 das Schnüffeln ab

VonThomas Kuhn
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Daten- und Verbraucherschützer klagen, das neue Windows 10 übermittle zu viele Nutzerdaten an Microsoft. Doch das Betriebssystem lässt sich auch zur Diskretion zwingen. Wir verraten, was da geht und wie es geht.

Sie hätten es wissen müssen in Redmond. Wenn Microsoft – wie gerade Ende Juli mit dem neuen Windows 10 – eine neue Version seines Betriebssystems auf den Markt bringt, hagelt es Kritik: „Microsoft schert sich nicht um deutsches Datenschutzrecht“, schrieben die Tester der Computer-Bibel C’t.

Die Computer-Bild riet, „so verhindern Sie die Weitergabe persönlicher Daten“. Und die Spezialisten vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) meldeten sich mit dem Hinweis, man sehe „einige kritische Aspekte“ beim Einsatz von Windows.

So vertraut das in diesen Tagen klingt, da Nutzer und Datenschützer in gedruckten und sozialen Medien wortreich die Schnüffelneigung von Windows 10 monieren – die Zitate beziehen sich auf die Vor-Versionen 7, 8 und 8.1. Und tatsächlich gehört das tendenziell überbordende Interesse des Software-Riesen aus Redmond zu Windows, seit der Konzern das Internet als Kommunikationsweg für sich entdeckt hat.

Kritik aus dem Justizministerium

Was nicht heißt, dass es nicht besser werden könnte. Nur leider – wie gesagt – die Programmierer und Strategen in der Microsoft-Zentrale werden offenbar nicht schlau aus der anhaltenden Kritik. In der WirtschaftsWoche kritisiert denn auch Gerd Billen, Staatssekretär im Bundesjustizministerium in Berlin eine ganze Reihe „aus Verbrauchersicht bedenklicher Punkte“. Er kritisiert „unpräzise und pauschale Aussagen in den Datenschutzbestimmungen“ und moniert, Microsoft gebe bei der Installation des neuen Betriebssystems Standardeinstellungen vor, die nur wenig den Schutz der Privatsphäre gewährten.

Noch harscher brachte es in der vergangenen Woche die rheinland-pfälzische Verbraucherzentrale auf den Punkt: Das neue Windows verwandle den Computer „in eine Art private Abhöranlage“, wer die Datenschutzbestimmungen akzeptiere, willige in „eine umfassende Ausforschung“ der Nutzung ein. Neben Personendaten wie Name, Adresse, Alter, Geschlecht und Telefonnummer, ermittele Microsoft auch den Standort des Geräts, die in den unternehmenseigenen Diensten aufgerufenen Websites, genutzte Suchbegriffe, Kontakte zu anderen Personen und gekaufte Artikel.

Nicht alles ist zwangsläufig ein Problem, manches nützlich oder – je nach Anwendung – unumgänglich. Wer etwa will, dass der digitale Assistent Cortana auf Zuruf Rufnummern von Freunden heraussucht oder diesen Terminanfragen schickt, der muss dem elektronischen Agenten nun einmal Zugriff auf die Kontakte oder den Kalender gewähren. 

Kommentare (6)

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Herr Johan Vranken

18.08.2015, 08:42 Uhr

Es wird kein Windows 11 geben - nur ständige "updates" von Windows 10. Also opt-in ist eine schöne Illusion. Windows 10 gibt es "umsonst" aber dafür gibt man schon "einige" Sachen frei damit Microsoft weiter Geld verdienen kann. Wenn man das nicht will, gibt es eigentlich nur eine Lösung: Linux, z.B. Mint, das schon sehr Windows änlich ist - und wirklich umsonst.

Herr Kay Feske

18.08.2015, 11:16 Uhr

Die Installation von Linux ist umsonst... :) dann lieber nicht

Solkar .

18.08.2015, 11:21 Uhr

Wir sollen also darauf vertrauen, dass ein "Schüffel-Tool" (Diktion gem einem der im Artikel eingebundenen Medien) sich durch mit dem Tool ausgelieferte Tools des Herstellers des "Schüffel-Tools" zähmen lässt?

Also - ich vertraue darauf seit Jahren nicht und verwende beruflich und privat ausschliesslich Linux.
Dazu muss man zwar ein wenig IT-Skill haben, aber bei gefühlten 80 Mio DV-Experten in Deutschland kann das ja kein Hemmnis sein, oder?

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