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09.01.2005

13:50 Uhr

IT + Telekommunikation

Mitarbeiter der Siemens-Handysparte fürchten um Jobs

Die Mitarbeiter der Siemens-Handysparte fürchten erneut um ihre Arbeitsplätze. „Das Gerede von Vorstandsmitgliedern über Kooperationen, Schließungen oder einen Verkauf der Handysparte verunsichert die Belegschaft bis ins Mark“, sagte Georg Nassauer, Vorsitzender des Siemens-Konzernbetriebsrats.

Siemens-Handyproduktion

Leipziger Siemens Mitarbeiterinnen bei der Überprüfung fabrikneuer Mobiltelefone.

dpa MÜNCHEN. Die Mitarbeiter der Siemens-Handysparte fürchten erneut um ihre Arbeitsplätze. „Das Gerede von Vorstandsmitgliedern über Kooperationen, Schließungen oder einen Verkauf der Handysparte verunsichert die Belegschaft bis ins Mark“, sagte Georg Nassauer, Vorsitzender des Siemens-Konzernbetriebsrats.

„Dieses Gerede sollte besser unterbleiben“, so Nassauer im Gespräch mit dem „Tagesspiegel am Sonntag“. Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ hat der Siemens-Konzern den Abbau von mehr als 1 000 Stellen am Standort München beschlossen.

Diese beschlossene Kürzung betrifft demnach den größten Bereich des Konzerns, Siemens Communications - das ist der Zusammenschluss der ehemals jeweils eigenständigen Festnetz- und Handysparte. Bei Siemens und auch der IG Metall war dazu am Wochenende keine Stellungnahme zu erhalten. Siemens Communications erzielt dem Bericht zufolge mit 60 000 Angestellten weltweit einen Umsatz von 17 Mrd. Euro. Bei der Zusammenlegung von Handy- und Festnetzsparte hatte der Chef des neuen Siemens-Bereichs, Lothar Pauly, im vergangenen Jahr ohne nähere Angaben bereits angekündigt, dass durch Synergie-Effekte „wenige hundert“ Stellen wegfallen würden.

Nassauer betonte, Siemens sei „auf jeden Fall eine Verpflichtung eingegangen, in Deutschland weiter Handys zu produzieren“. Am 27. Januar will der scheidende Siemens-Chef Heinrich von Pierer ein Konzept für die defizitäre Handysparte vorlegen.

„Das Problem zu hoher Lohnkosten ist kein Argument mehr“, sagte Nassauer. „Durch die Änderung des Tarifvertrages entspricht das Lohnniveau dem in Billigstandorten.“ Bisher würden die Zusagen aus der Rahmenvereinbarung mit dem Konzern vom Juli 2004 von Siemens eingehalten, auch was den Ausbau der Entwicklungsabteilung am Standort Kamp-Lintfort betreffe. Aber „die Glaubwürdigkeit von Vorstandsmitgliedern, die kurz nach der Änderung des Tarifvertrages von Schließung oder Verkauf reden, ist erschüttert.“

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