Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.05.2012

13:17 Uhr

Mitarbeiter-Überwachung

Vorsicht, Big Brother!

VonChristoph Schlautmann, Dieter Fockenbrock, Jan Keuchel, Jens Koenen

Aldi, Lidl, Edeka, Tengelmann und Rewe auf Videoüberwachung. Denn durch Diebstähle entgehen der Branche jedes Jahr Milliarden. Doch die Kameras lassen sich leicht zweckentfremden.

In hessischen Aldi-Filialen sollen Kundinnen in kurzen Röcken oder mit ausgeschnittenen Tops nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ heimlich gefilmt worden sein. dpa

In hessischen Aldi-Filialen sollen Kundinnen in kurzen Röcken oder mit ausgeschnittenen Tops nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ heimlich gefilmt worden sein.

DüsseldorfSweethearting – zu Deutsch: Liebesdienst – nennen Experten das Vergehen an der Kasse, das die Kameraüberwachung in den vergangenen Jahren bei Deutschlands Supermarktbetreibern so populär gemacht hat. Der Diebstahl-Trick ist ebenso einfach wie effektiv: Erscheint ein „guter Freund“ der Kassiererin am Check-out, wandern die Artikel vom Kassenband in den Einkaufskorb, ohne gebongt zu werden.

Der kriminellen Tat ist weder durch nachträgliche Kassenanalysen, noch durch Testkäufer beizukommen. Es wurde ja nichts gebongt. Und wenn Kaufhausdetektive in der Nähe sind oder Testkäufer am Warenband auftauchen, verhalten sich die Kassiererinnen völlig korrekt – Erstere sind dem Personal in aller Regel bekannt, zu Letzteren aber besteht keinerlei persönliche Beziehung.

Aldi, Lidl, Edeka, Tengelmann, Rewe und Co. setzen deshalb auf die Installation der Videospione. Für sie ist Ladendiebstahl ein echtes Problem: Waren im Wert von 3,7 Milliarden Euro verschwinden in Deutschland Jahr für Jahr aus den Regalen – das ist immerhin ein Prozent des gesamten Branchen-Umsatzes. Und in vielen Fällen schmälern Diebstähle die Gewinne um ein Drittel oder sogar die Hälfte, denn die Margen sind im Einzelhandel traditionell extrem gering.

Die Überwachungsaktionen sind darüber hinaus erlaubt, wenn sie zeitlich befristet sind und auf konkrete Verdachtsmomente gründen. Aldi Süd hatte vor zwei Jahren sogar den Düsseldorfer Datenschutzbeauftragten eingeschaltet. Nur 14 Tage lang, sagte der Discounter damals zu, sollten die Videoaufzeichnungen gespeichert werden – gerade einmal lange genug für die Dokumentation möglicher Diebstähle.

Dass es dennoch zu massivem Fehlverhalten von Mitarbeitern kam, erklärt Bernhard Schiederig, Einzelhandelsexperte der Gewerkschaft Verdi in Hessen, so: „Hier fehlte die Kontrolle durch die Arbeitnehmervertreter, die solchen Überwachungsmaßnahmen normalerweise zustimmen müssen.“

So war es auch vor vier Jahren bei der Billigkette Lidl, die systematisch ihre Mitarbeiter überwacht hat – und dabei nicht einmal vor Sozial- und Toilettenräumen haltmachte. Die Folge war ein Bußgeldbescheid über 1,5 Millionen Euro.

Überwachungsbranche: Milliardengeschäft mit Kameras

Überwachungsbranche

Milliardengeschäft mit Kameras

Der Einzelhandel erhofft sich durch mehr Überwachung sinkende Einnahmenverluste durch Diebstahl. Das freut auch die Branche, die Überwachungsanlagen produziert. Für sie ist es ein Milliardengeschäft.

Allerdings wirkte sich die grobe Verletzung der Persönlichkeitsrechte nicht auf das Geschäft des schwäbischen Lebensmittelhändlers aus. Mit einem Umsatzplus von 3,1 Prozent wuchs Lidl im Skandaljahr 2008 deutschlandweit kaum langsamer als Aldi.

Im Folgejahr setzten die Schwaben ihren Aufstieg sogar weiter fort, während Aldi Nord und Süd Geschäft verloren. „Von den Überwachungsaktionen bekommen die Verbraucher offenbar wenig mit“, berichtet Steffen Küßner vom Verbraucherzentrale-Bundesverband. „Das Thema spielt bei uns jedenfalls keine Rolle.“

Kommentare (10)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

02.05.2012, 13:37 Uhr

Die Mär vom klauenden "Harzer" oder Teenager auf Lippenstiftjagd scheint noch immer herumzuschwirren. Fakt ist, dass die meiste "gestohlene" Ware erst gar nicht zum "Klauen" in die Regale kommt, sondern dass sie bereits bei der Anlieferung Im Lager verschwindet; egal mit oder ohne Filialleiter.

Account gelöscht!

02.05.2012, 13:50 Uhr

War ja klar, das der Springer-Verlag wieder mal dahinter steckt.

observer

02.05.2012, 14:01 Uhr

Die meisten Terroranschläge kommen auch nicht aus der Terrorszene, sondern von unseren Sicherheitsexperten.

Die meisten Terroranschläge sind vom FBI inszeniert
-----------------------------

Schon lange arbeiten die verschiedenen Sicherheitsbehörden in den USA mit der Methode der "Verleitung zu einer Straftat", um Kriminelle zu fangen. Sie legen Fallen, in die dann Ahnungslose reintappen. Beamte der DEA geben sich als Drogenkäufer aus, Agenten des ATF als Käufer von Sprengstoff und automatischen Waffen, und da Prostitution in den meisten Städten verboten ist, verkleiden sich Polizistinnen als käufliche Damen und verhaften dann die Freier wenn sie den Dienst in Anspruch nehmen. Jetzt hat die New York Times in einem Artikel bestätigt, auch das FBI benutzt eigene Agenten oder angeheuerte Straftäter, damit sie sich als islamistische Terroristen ausgeben, um "nützliche Idioten" zu Terroranschlägen zu verleiten. Die werden dann medienwirksam "vereitelt" und als Schlag gegen den Terror der Bevölkerung verkauft. Von 22 Terrorplänen die "aufgeflogen" sind, waren seit dem 11. September 2001 14 durch geplante verdeckte Operationen inszeniert, wahrscheinlich aber mehr.

Das heisst, die Personen die man verhaftete waren keine wirklichen Terroristen, die etwas aus eigenen Willen vor hatten, sondern man hat sie geködert und reingelegt damit sie mitmachen. Damit wird bestätigt, was ich in meinem Artikel "Wie man ein Terrorkomplott verhindert, in 7 einfachen Schritten" bereits vor Jahren aufgezeigt habe. Ohne der Provozierung zu einer strafbaren Handlung, wäre es gar nicht zu einem "Komplott" gekommen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×