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12.05.2011

22:30 Uhr

Mitarbeiter-Verpflichtung

Wikileaks fordert strikte Verschwiegenheit

Wikileaks will Vertrauliches bekannt machen, verlangt von seinen Mitarbeitern aber strikte Verschwiegenheit. Das zeigt nun ein veröffentlichtes Dokument, das Strafen bis zu 14 Millionen Euro vorsieht.

Wikileaks-Gründer Julian Assange will seine Mitarbeiter zu strengster Verschwiegenheit verpflichten. Quelle: Reuters

Wikileaks-Gründer Julian Assange will seine Mitarbeiter zu strengster Verschwiegenheit verpflichten.

BerlinMitarbeiter der Internet-Enthüllungsplattform Wikileaks müssen sich nach Informationen britischer Zeitungen zu strikter Verschwiegenheit verpflichten - und bei Verstößen mit einer Strafe von zwölf Millionen Pfund (rund 14 Millionen Euro) rechnen. Die Wochenzeitung „New Statesman“ veröffentlichte im Internet ein entsprechendes Dokument. Ein ehemaliger WikiLeaks-Mitarbeiter, der jetzt für die Tageszeitung „The Guardian“ arbeitet, erklärte das Dokument für echt.

Er habe sich im Januar dieses Jahres trotz erheblichen Drucks von WikiLeaks-Gründer Julian Assange geweigert, die Vereinbarung zu unterzeichnen, schrieb „Guardian“-Journalist James Ball. Es sei seine Kopie, die jetzt öffentlich gemacht worden sei. Aufgrund seiner Tätigkeit für mehrere Medien sei er es gewohnt, mit Verschwiegenheitserklärungen umzugehen, schrieb Ball. „Das WikiLeaks-Dokument ist das um Größenordnungen restriktivste, das mir jemals untergekommen ist“.

Der ehemalige deutsche WikiLeaks-Mitarbeiter Daniel Domscheit-Berg ist im vergangenen Jahr aus dem Projekt ausgestiegen. Anschließend veröffentlichte er ein Buch über seine Erfahrungen. Bei WikiLeaks gebe es keine Transparenz, kritisierte Domscheit-Berg, der inzwischen das konkurrierende Projekt OpenLeaks gegründet hat. Vielmehr seien Entscheidungsprozesse allein von der Person des Gründers Julian Assange abhängig.

Die schwedische Justiz ermittelt gegen Assange wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung und sexuellen Nötigung. Ein britischer Richter hat den Auslieferungsantrag aus Schweden für rechtmäßig erklärt. Dagegen hat Assange Berufung eingelegt; eine Anhörung ist für den 12. Juli angesetzt.

 

Von

dpa

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