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12.03.2014

06:26 Uhr

Mobile Bezahlsysteme

Alles außer Bargeld

VonSara Zinnecker

Das Bargeld kann zu Hause bleiben. Geht es nach etlichen Zahlungsanbietern, sollen die Deutschen bald nur noch mit dem Smartphone shoppen. Doch was können alternative Bezahlverfahren? Und was hat der Verbraucher davon?

Bargeld gehört für die Deutschen beim Shoppen einfach dazu. Geht es nach etlichen Zahlungsdienstleistern sollen Verbraucher jedoch bald nur noch ihr Handy zur Hand nehmen. Getty Images

Bargeld gehört für die Deutschen beim Shoppen einfach dazu. Geht es nach etlichen Zahlungsdienstleistern sollen Verbraucher jedoch bald nur noch ihr Handy zur Hand nehmen.

DüsseldorfEin knappes Jahr ist es her, dass der Deutsche Sparkassen- und Giroverband in die eleganten Räumlichkeiten des Frankfurter Presseklubs geladen hatte, um eine „praktische und schnellere Bezahlvariante im Kleingeldbereich“ vorzustellen. Girogo hieß das Bezahlsystem, das die Deutsche Kreditwirtschaft bis dahin im norddeutschen Raum getestet hatte. Die Idee: Kunden laden ihre Geldkarte wie gehabt mit einem Guthaben auf; zum Bezahlen genügt es dann aber, die Karte nah an ein Lesegerät zu halten. Keine Münzkramerei, keine PIN, kein Warten an der Kasse mehr – bezahlen und weg hieß die Devise.

Doch so wirklich anfreunden wollen sich Verbraucher mit der Prepaid-Bezahlkarte – weder mit der traditionellen, noch mit der kontaktlosen Variante – bislang nicht. Wie Zahlen der Deutschen Kreditwirtschaft belegen, haben Kunden ungeachtet der Charmoffensive der teilnehmenden Bankenverbände ihre Geldkarte 2013 weniger zum Bezahlen eingesetzt als in den Jahren zuvor.

Was man über E-Geld wissen muss

Prepaid von paysafecard und Co

Prepaid-Bezahlkarten – beispielsweise von paysafecard und UKash – bekommen Kunden an Tankstellen und am Kiosk. Sie zahlen einen Betrag ein und erhalten dafür einen sogenannten Voucher. Auf diesem Belegzettel steht ein Code, den Kunden beim Bezahlen im Netz eingeben können. Wenn der Betrag nicht über 100 Euro liegt, bekommen Kunden das E-Geld ohne Identifizierung.

Prepaid-Kreditkarte

Ähnlich wie bei herkömmlichen Kreditkarten enstehen auch bei Prepaid-Kreditkarten Gebühren. Je nach Angebot können das pro Jahr über 50 Euro sein. Auch für das Abheben am Geldautomaten und bei Zahlungen außerhalb der Euro-Länder müssen die Kunden extra zahlen.

Guthaben „outcashen“

Einmal eingezahltes Geld muss nicht für immer digital bleiben. Kunden können es sich auch wieder auszahlen lassen. Dafür verlangen die Kartenanbieter allerdings recht hohe Gebühren. Außerdem sollen Kunden künftig ihre Identität preisgeben, wenn sie mehr als 20 Euro zurückhaben möchten.

Nicht anonym, aber sicher

Das sicherste Zahlungsinstrument in Deutschland ist für Verbraucherschützer noch immer die Lastschrift. Falls unrechtmäßig Geld vom Konto abgebucht wird, kann der Bankkunde die Buchung widerrufen. Erst nach 13 Monaten sind unentdeckt gebliebene unbefugte Buchungen unwiderruflich.

Bezahlen mit Geldkarte

Zum E-Geld zählt auch die Geldkarte. Auf den Chip, der auf der Debit-Karte installiert ist, können Kunden Geld laden und damit beispielweise an Ticketautomaten im Nahverkehr oder an Zigarettenautomaten zahlen.

Alternative Bezahlsysteme

Kunden haben mittlerweile zahlreiche Möglichkeiten, online zu bezahlen. Beispielsweise mit Paypal, Sofortüberweisung, Click and Buy oder Giropay. Doch oftmals gibt es Risiken. Der Kunde sollte sich deshalb immer genau anschauen, wie die Zahlung funktioniert und an wen er welche Daten herausgibt.

Während die Banken längst an einer Girogo-Variante ohne Prepaid-Guthaben tüfteln, sind Branchenkenner kritischer: Kontaktloses Zahlen per Girocard biete Verbrauchern zu wenig Mehrwert. Tatsächlich scheint es, als würde es die Deutschen wenig stören, beim Bezahlen ein paar Sekunden nach Kleingeld zu kramen oder die PIN einzugeben. Laut Bundesbank bleiben Bargeld und EC-Karte die beliebtesten Zahlvarianten.   

Der Fall Girogo lässt sich verallgemeinern. Denn die Banken sind nicht die einzigen, die momentan darum ringen, alternative Bezahlverfahren bei der breiten Masse durchzusetzen. Auch etablierte Zahlungsdienstleister, etwa das Kreditkartenunternehmen Mastercard oder der Zahlungsmittler PayPal, mühen sich um neue Lösungen. Junge Start-ups kommen täglich mit neuen Ideen und auch die großen Telekommunikationsanbieter mischen plötzlich mit – schließlich sollte das Smartphone idealerweise als „digitale Geldbörse“ genutzt und das traditionelle Portemonnaie ablösen.

Allerdings sind sich Branchenkenner in einer Sache einig: Nur diejenigen Bezahlsysteme haben eine Chance, die Kunden echten Zusatznutzen bieten. Welche alternativen Zahlverfahren gibt es also am Markt beziehungsweise wird es bald geben? Und was taugen sie aus Verbrauchersicht?

Kommentare (26)

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12.03.2014, 07:37 Uhr

Nur Bargeld ist Wahres. Die hier dargestellten Bezahlsysteme dienen nur dazu, daß dem Staat die allfällige Enteignung besser gelingt. Wer nicht kapiert, daß dies der größte Angriff auf die Freiheit der Bürger ist, dem ist nicht zu helfen! Die Handelsprawda trommelt also fleißig propagandistisch, verbrämt als Fortschritt. Da soll sich jeder selbst seinen Reim drauf machen!

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12.03.2014, 07:54 Uhr

Die verschwundenen Bitcoins haben eindrucksvoll gezeigt, welche Gefahren sog. e-Geld / debit-Karten / Handy-Geld mit sich bringen.

Das andere große Thema wurde noch gar nie diskutiert: ein technischer Defekt (Strom / Provider / Übertrager) kann eine ganze Gesellschaft in die Zahlungsunfähigkeit stürzen.

E-Geld ermöglicht die täglichen Bezahlvorgänge mit Transaktionskosten zu belasten. Handel und Gastgewerbe kennen die Provisionsschneiderei aus der Kreditkartenbranche (schauen sie sich die Finanzkennzahlen von Visa / Mastercard und Amex an).

Und zu letzt: Ich glaube kaum, dass ein europäisches Unternehmen hier führend sein würde.

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12.03.2014, 07:59 Uhr

Was dies bring? Zu aller erst mal bringt es massiv geringere Steuereinnahmen. Firmen wie Paypal Ebay und Amazon erwirtschaften zwar das meiste Geld in Deutschland wagen es aber nicht Steuern hier zu zahlen so wie es angebracht wäre (wenn auch legal). Zweitens wird alles teurer, wie immer. Die 3-15% Gebuhren die man oben drauf Rechnen muss als Unternehmer zahlt ja der Käufer.

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