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06.01.2011

00:44 Uhr

Mobile Computer

Microsoft sucht neue Verbündete

VonAxel Postinett

Angesichts eines massiven Rückstands im Kampf um den Zukunftsmarkt Tablet-PC sucht Microsoft neue Verbündete. Die nächste Windows-Version wird auch Nicht-Intel-Prozessoren unterstützen und soll dem Softwareriesen aus Redmond endlich den dringend benötigten Einstieg in den Tablet-Markt sichern, der bislang konkurrenzlos von Apple dominiert wird.

Steve Ballmer bei seinem Auftritt in Las Vegas. dpa

Steve Ballmer bei seinem Auftritt in Las Vegas.

LAS VEGAS. Ein herber Schlag für Intel und ein Befreiungsschlag für Microsoft. Im Kampf um die mobilen Computermärkte der Zukunft wird Microsoft eine eigene Version seines Betriebssystems Windows für Tablet-Computer anbieten, die nicht auf Prozessor-Technologie von Intel basieren. Bislang war Windows ausschließlich Intels so genannter x86-Plattform vorbehalten, die den PC-Markt dominiert.

Die „nächste Generation Windows“, so Windows-Chefentwickler Steven Sinofsky auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas, werde mit wesentlich weniger Computerleistung auskommen und „neben Intel auch Prozessoren auf ARM-Basis unterstützen“. Prozessoren mit ARM-Architektur sind heute Standard in Smartphones und verbreiten sich auch rasant unter Tablet-PCs. Sie bündeln alle wichtigen Komponenten wie Prozessor, Hilfs-Chips und Grafik-Chip auf einem kaum fingernagelgroßen Silikonplättchen. Anbieter dieser „Systems on a Chip“ sind Nvidia, Texas Instruments und Qualcomm. Alle Hersteller haben auf der CES neue Produkt-Generationen vorgestellt, die sich durch besonders geringen Stromverbrauch auszeichnen.

Auch Intel zeigte jetzt neue Kompaktchips, konnte bislang jedoch im Smartphone- und Tablet-PC-Geschäft keine nennenswerten Marktanteile erzielen. Der Stromverbrauch der alten Atom-Prozessoren war zu hoch, Intel war zu lange in der PC-Welt verhaftet geblieben. Auf diesen Verbündeten konnte sich Microsoft nicht mehr verlassen wie in alten Tagen.

Einen Starttermin für die nächste Generation wollte Sinowsky nicht nennen, aber die Zeit drängt. Google will in den kommenden Monaten seine Betriebssystem-Version „Honeycomb“ von Android auf den Markt werfen, das für Tablet-PC optimiert ist. Apple ist seit April 2010 mit seinem iPad und dem Betriebssystem iOS erfolgreich, das auch auf dem Smartphone iPhone läuft. Insgesamt über 100 Millionen Mobilgeräte mit diesem Betriebssystem wurden weltweit seit 2007 verkauft. Analysten wie Gartner erwarten, dass alleine das iPad sich 2011 bis zu 50 Millionen mal verkaufen könnte.

Kommentare (1)

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Chris

06.01.2011, 10:08 Uhr

Wenn man schon das Thema nur halbherzig versteht, so könnte man doch zumindest die korrekten Übersetzungen recherchieren:

silicon (eng) = Silizium (de)

Ein wabbeliger Chip aus Abdichtmasse rechnet in keinem unserer Rechner.
Aber ein kleines Trostpflaster: Dieser peinliche Übersetzungsfehler ist auch den bond-Machern in "im Angesicht des Todes" schon unterlaufen.....

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