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19.01.2009

17:36 Uhr

Mobilfunk

Google attackiert iPhone & Co

VonSandra Louven, Axel Postinett

Erst Apple, jetzt Google: Mit dem Internet-Giganten dringt nach dem Computerkonzern aus dem Siliziumtal erneut ein branchenfremdes Unternehmen in die Mobilfunkbranche vor.

Das G1-Handy von Google. Foto: AP Quelle: ap

Das G1-Handy von Google. Foto: AP

HAMBURG/DÜSSELDORF. Das "G1" getaufte Handy mit dem Google-Betriebssystem Android wird ab Februar von T-Mobile in Deutschland vertrieben werden. Es geht um nicht weniger als die Vorherrschaft im letzten Wachstumssegment des Mobilfunks: den Smartphones. Das sind Multimedia-Mobiltelefone mit optimierter Internetanbindung.

Zumeist haben sie einen Berührungsbildschirm und in jedem Fall reichhaltige Business-Funktionen. Nach Angaben des britischen Marktforschers IDC wurden davon in Westeuropa 2008 rund 33,2 Mio. Stück verkauft, und auch im Krisenjahr 2009 wird noch mit einem Wachstum von 18,5 Prozent gerechnet. T-Mobile will ganz vorne mit dabei sein: hierzulande vermarktet das Unternehmen auch schon das Kult-Handy "iPhone".

"Innovationen im Mobilfunk kommen derzeit nur von den neuen Spielern", sagt Thomas Husson vom Forrester Research. Am Seitenstreifen stehen Riesen wie Nokia Sony-Ericsson oder Motorola, die noch kräftig aufholen müssen.

Aber auch für Google ist der Einstieg in den Mobilfunk unumgänglich: Der Suchmaschinenkönig muss seine Web-Dienste auf das mobile Internet ausweiten und dort Werbegelder einsammeln. Denn schon in wenigen Jahren werden mehr Menschen mobil surfen als über einen PC.

Bislang war das Surferlebnis auf dem Handy aber dürftig: Kleine Bildschirme, schlechte Browser, langsame Verbindungen - da nutzt niemand Internetdienste oder klickt auf Werbebanner. Internet war nur ein Anhängsel für Telekomkonzerne, die ihr Geld mit Gesprächsminuten und SMS verdienten. Erst mit dem "iPhone" änderte sich das schlagartig. Seitdem steht der Markt Kopf.

Google setzt alles auf das offene Betriebssystem Android, das das G1 antreibt. Insgesamt 34 Unternehmen haben sich 2007 in der "Open Handset Alliance" zusammengeschlossen, um Android - unter der Führung von Google - weiterzuentwickeln. Sie alle wollen ein Gegengewicht zum Triumvirat von Apple, Microsoft und Blackberry bilden und sind nur deshalb bereit, ein Bündnis mit dem Angstgegner und Web-Dominator Google einzugehen.

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