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19.01.2005

12:11 Uhr

Motorola vermarktet eigene Funktechnik

Canopy bringt Internet-Turbo aufs Land

VonKatharina Slodczyk

Der US-Konzern Motorola hat eine neue Funktechnik auf dem europäischen Markt eingeführt: Canopy. Damit will das Unternehmen schnelle Internetzugänge auch in all die Regionen bringen, wo die Deutsche Telekom bislang keine DSL-Anschlüsse bereitstellt.

HB KÖLN. Denn mit Canopy lassen sich größere Distanzen von mehreren Kilometern drahtlos überwinden – die Technik gilt daher als ein Vorläufer des Funkstandards Wimax, der noch in der Entwicklungs- und Testphase steckt.

Mit Canopy erweitert Motorola die ohnehin schon sehr große Vielfalt drahtloser Techniken, zu denen unter anderem auch WLAN gehört. Sie alle haben gemeinsam: Sie nutzen Frequenzbänder, die nichts kosten – im Gegensatz beispielsweise zu der Mobilfunktechnik UMTS. Für die Funkerlaubnis gaben Euro die europäischen Mobilfunkbetreiber im Jahr 2000 insgesamt mehr als 100 Mrd. aus.

Es ist derzeit aber in erster Linie der unlizensierte Teil des Frequenzspektrums, für den sich Technologiekonzerne wie Intel und Samsung, Siemens und Motorola ständig Neues überlegen. „Bald lässt sich möglicherweise jedes Problem mit mit einer speziellen Funktechnik lösen – zumindest im Labor“, sagt Phil Marshall, Analyst bei der US-Marktforschungsgesellschaft Yankee Group. „Der Werkzeugkasten mit funktechnischen Hilfsmitteln wird immer voller.“

Motorola geizt bei seiner Technik, die der Konzern vor zwei Jahren in den USA auf den Markt gebracht hat, auch nicht mit Versprechungen: Mit Canopy könne man Daten sogar wesentlich schneller übertragen als via DSL. Außerdem sei der Datenturbo mit vergleichsweise niedrigen Investitionen zu haben. Kurzum: „Canopy ist die Lösung für viele Probleme“, sagt Tony Kobrinetz, Manager bei Motorola und dort für das Canopy-Geschäft zuständig.

Mit einer Antenne – etwas kleiner als die aus dem Mobilfunk bekannten Sende- und Empfangsgeräte – lassen sich Distanzen von bis zu 20 Kilometer überbrücken. Das gilt für den Fall, dass die Funkstrecke zwischen zwei Basisstationen aufgebaut ist – Punkt-zu-Punkt-Verbindung heiß dies im Fachjargon. Versorgt eine Antenne mehrere Kunden (Punkt-zu-Mehrpunkt-Verbindung), reduziert sich die Reichweite der Canopy-Produkte auf etwa dreiKilometer. Nach Angaben von Motorola ist die Technik bereits in mehr als 80 Ländern im Einsatz – versorgt die Kunden mit schnellem Internet, macht Internettelefonie und Videoüberwachung möglich.

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