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04.01.2005

11:43 Uhr

Museum zeigt erstes Modell

Der Personal Computer wird 30 Jahre alt

Der Personal Computer (PC) wird 30 Jahre alt. Im Januar 1975 stellte die Zeitschrift „Popular Electronics“ den Altair 8800 vor, berichtete das weltgrößte Computermuseum, das Heinz Nixdorf Museumsforum in Paderborn.

Hinter dem 30 Jahre alten Personal Computer Altair 8800 hält Maike Czieschowitz, Mitarbeiterin des Heinz Nixdorf Museumsforum einen Handheld Computer. Foto: dpa

Hinter dem 30 Jahre alten Personal Computer Altair 8800 hält Maike Czieschowitz, Mitarbeiterin des Heinz Nixdorf Museumsforum einen Handheld Computer. Foto: dpa

HB PADERBORN. Die Technik der Zukunft kommt in die Jahre: Der Hinterhofhändler Ed Roberts aus dem US-Staat New Mexico hatte den Altair 8800 für Tüftler und Bastler konstruiert und bot ihn als nackten Bausatz ohne jedes Betriebssystem für knapp 400 Dollar an. Heute gibt es nach Schätzungen weltweit 575 Millionen Personal Computer. Bis zum Jahr 2010 sollen es nach Expertenansicht 1,3 Milliarden Stück werden. „Ohne Bildschirm, Tastatur und Festspeicher hatte der Altair nur wenig Ähnlichkeit mit einem heutigen PC. Doch die Computerfreaks waren begeistert“, schildert Andreas Stolte vom Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn, dem weltgrößten Computermuseum.

„Mit Hilfe von Kippschaltern und Leuchtdioden ließen sich einfache Programme schreiben.“ Das dauerte lange: „Programme mussten Bit für Bit in Nullen und Einsen übersetzt werden. Dafür musste der Kipphebel oft mehrere tausend Mal betätigt werden.“ Dennoch markierte der Altair den Umbruch vom Großrechner im Schrankformat zum Mikrocomputer. Der Mitgründer des Software-Riesen Microsoft, Bill Gates, war sofort Feuer und Flamme und schrieb mit Freund Paul Allen in fünf Wochen ein Betriebssystem. Gates ahnte die finanziellen Perspektiven. 20 Jahre später erinnerte er sich: „Erregt lasen wir von dem ersten echten Personal Computer, und obwohl wir noch keine genaue Vorstellung davon hatten, wozu er zu gebrauchen wäre, war uns doch schon bald klar, dass er uns und die Welt des Computings verändern würde.“

Einem Vorläufer des Altair war dies nicht gelungen: Bereits im Januar 1973 hatte die französische Firma R2E den ersten Rechner auf den Markt gebracht, in dem ein Mikroprozessor steckte. In den USA wurde der „Micral-N“ aber nie bekannt. Er war bald vergessen. Obwohl sich schnell eine Fanszene um den Altair bildete, fand in der breiteren Öffentlichkeit erst der Apple II von 1978 größere Beachtung. Den Durchbruch brachte der erste PC von IBM im Jahr 1981. Zu dieser Zeit begann auch in den Kinderzimmern langsam die digitale Revolution: Der legendäre Heimcomputer Commodore 64 wurde 20 Millionen Mal verkauft.

Im Heinz Nixdorf MuseumsForum ist der Altair 8800 Teil einer umfangreichen Präsentation der PC-Geschichte. Die wichtigsten Geräte wie der Sinclair ZX 80, der C 64 oder der Tandy TRS-80 sind ausgestellt. An mehreren Bildschirmen können die Besucher historische Programme und Betriebssysteme ausprobieren. So kann jeder wieder die Videospiel-Klassiker „Donkey Kong“ oder „PacMan“ erleben. (Informationen zur Ausstellung: www.hnf.de)

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