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30.03.2006

12:30 Uhr

Musik

„Crazy“: Song ohne eine CD an der Spitze der Charts

In Großbritannien wird vermutlich erstmals ein Song auf Platz eins der Hitparade stürmen, der bisher nur als Download im Internet, nicht aber als CD im Laden verkauft wurde.

Musikfreund in London dpa

Die Läden könnten Probleme bekommen: Für immer besteht Musik nicht aus glänzenden Kunststoffscheiben, sondern aus online verschickten Einsen und Nullen.

dpa LONDON. Es gibt doch noch Neues in der Popmusik: Zum ersten Mal hat es ein Song ganz ohne Plattenverkäufe an die Spitze der offiziellen britischen Charts geschafft. „Crazy“ von dem Duo Gnarls Barkley wurde für den Erfolg mit legalen Downloads am Montag von britischen Medien als mittelschwere Chartrevolution gefeiert.

Schöpfer des Runterlade-Wunders ist der Hiphop-Produzent und DJ Danger Mouse. Nie zuvor ist einem Song, der zunächst ausschließlich im Internet zu erwerben war, ein solcher Hitpardenerfolg möglich gewesen. Einen kommerziellen Datenträger, den man anfassen kann, eine CD also, soll es mit „Crazy“ erst später geben. Der Verkaufsstart in Deutschland ist für den 5. Mai vorgesehen. Das Album „St. Elsewhere“, aus dem „Crazy“ ausgekoppelt wurde, soll es erst am 19. Mai geben.

Der Charterfolg in Großbritannien wurde durch eine Änderung der Hitparaden-Regeln möglich: Seit Anfang März zählen offizielle Downloads für die Charts-Auswertung mit, wenn spätestens in der darauf folgenden Woche das Stück auch als CD in den Handel kommt. In britischen Musikläden gibt es die Single seit Montag.

Allerdings ist „Crazy“ nicht ganz allein durch das Internet bekannt geworden. Geholfen hat, dass der Song in TV-Werbespots für eine Radioshow angespielt wurde und Fans den Titel dann im Netz suchten. So wurde „Crazy“ bis zum Chartsieg rund 31 000 Mal von offiziellen Vertriebsseiten runtergeladen. Das reichte, um den bisherigen Spitzenreiter „So Sick“ von Ne-Yo auf Rang zwei zu verdrängen.

„Das zeigt uns, dass legale Downloads nun erwachsen geworden sind“, sagte Gennaro Castaldo von der Ladenkette HMV. Nie zuvor habe das Unternehmen eine neue Single so rasch und in solchen Zahlen im Internet verkauft wie „Crazy“. „Ich glaube aber nicht, dass so etwas nun jede Woche passieren wird.“

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