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19.01.2006

18:05 Uhr

Musik

Online-und Handy-Musikgeschäft hat sich verdreifacht

Der Verkauf von Musik über Internet und Handy hat sich im Jahr 2005 verdreifacht. Allein die Plattenfirmen verbuchten Einnahmen von 1,1 Mrd. Dollar nach 380 Mill. vor einem Jahr, teilte der Verband der Phonoindustrie (Ifpi) am Donnerstag in London in einem „Digitalen Musikbericht 2006“ mit.

dpa LONDON. Der Verkauf von Musik über Internet und Handy hat sich im Jahr 2005 verdreifacht. Allein die Plattenfirmen verbuchten Einnahmen von 1,1 Mrd. Dollar nach 380 Mill. vor einem Jahr, teilte der Verband der Phonoindustrie (Ifpi) am Donnerstag in London in einem „Digitalen Musikbericht 2006“ mit.

Der Verkauf von Musik über die neuen Medien mache nun sechs Prozent der Erlöse der Plattenindustrie aus - von praktisch Null vor zwei Jahren.

Im Internet wurden im vergangenen Jahr weltweit 420 Mill. Musiktitel heruntergeladen. Das war mehr als eine Verdoppelung im Vergleich zu 2004 mit 156 Mill. Songs. Hauptmarkt bleiben allerdings die USA. Dort wurden 353 Mill. Titel heruntergeladen. In Deutschland verdreifachte dich das Online-Absatz auf 21 Mill. Songs verglichen mit 6,4 Mill. 2004. Der Internet-Musikmarkt wird mit einem Anteil von zuletzt mehr als 80 Prozent vom Online-Shop itunes des Computerkonzerns Apple dominiert. itunes steuert derzeit auf die Marke von einer Milliarde verkaufter Songs zu. Insgesamt befänden sich in den Katalogen von Online-Anbietern derzeit zwei Mill. Titel.

Auch der Mobilfunk wird für die Plattenfirmen immer wichtiger. Allerdings entfalle ein großer Teil der Einnahmen von 400 Mill. Dollar auf Klingeltöne, die aus Song-Fragmenten bestehen, hieß es. Besonders hoch seien die Handy-Verkäufe in Japan.

Die Musikbranche habe sich nach schweren Verlusten in den vergangenen Jahren durch das illegale Downloaden von Hits erstaunlich gut erholt, sagte der Ifpi-Vorsitzende John Kennedy. „Die erfolgreiche Entwicklung von 2005 hätte noch vor zwei Jahren kaum jemand voraussagen können“, sagte Kennedy. Das digitale Musikgeschäft rechne auch für 2006 mit hohen Einnahmen.

Große Fortschritte hat es laut dem Bericht bei der Bekämpfung der Piraterie gegeben. Vor allem in Deutschland und in Großbritannien, den beiden größten Märkten für digitale Musik weltweit, gebe es immer mehr legale Käufer, die sich bei Websites wie itunes, Musicload und MSN bedienten. Es werde erwartet, dass sich dieser Trend weltweit fortsetze.

Weltweit gebe es inzwischen 335 legale Websites, von denen Musik- Fans legal herunterladen können. Noch vor zwei Jahren waren es nur 50. Trotzdem bleibe der Kampf gegen die Internetpiraterie, das illegale Downloaden von Musiktiteln, weiterhin ein Problem fürs kommende Jahr. Für neue Vertriebskanäle wie podcasting und digitales Radio müssten noch Lizenzprobleme gelöst werden bevor sie für die Firmen lukrativ würden.

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