Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.03.2014

06:16 Uhr

Nach dem NSA-Skandal

Die dunkle Seite der Daten

VonChristof Kerkmann

Der NSA-Skandal hat Spuren hinterlassen: Das Vertrauen in die Technologie hat tiefe Kratzer bekommen. Auf der Cebit muss die IT-Branche die Vertrauensfrage beantworten. Ein Anbieter nimmt dabei die Kanzlerin zur Hilfe.

Experten-Interview

CeBit: Big Data hat ein riesiges Potential

Experten-Interview: CeBit: Big Data hat ein riesiges Potential

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

HannoverDas Handy von Angela Merkel hat einige Berühmtheit erlangt, die Kanzlerin macht mit dem Gerät Politik. Um so größer war die Aufregung, als bekannt wurde, dass der US-Geheimdienst NSA sie einige Zeit abgehört hat. Ein abhörsicheres Gerät soll die Regierungschefin schützen – und künftig auch der deutschen Unternehmen: Der Anbieter Secusmart bietet künftig gemeinsam mit dem Telekom-Riesen Vodafone eine App an, die Gespräche gegen einen monatlichen Aufpreis durchgehend verschlüsselt.

Im Jahr 1 nach den Snowden-Enthüllungen ist es eine der großen Fragen auf der am Sonntag eröffneten Computermesse Cebit in Hannover: Wie können Unternehmen und Privatleute vertraulich kommunizieren, ohne dass die Geheimdienste sie überwachen, wie ihre Daten schützen? Ausgerechnet jetzt, da Technologie die Welt bald bis in den letzten Winkel durchdringt, misstrauen ihr die Menschen zunehmend. „Wir hören von Kunden, dass die Enthüllungen über die Spionageprogramme das Vertrauen in die Sicherheit von IT erschüttert hat“, sagt Marianne Janik, Vorstandsmitglied von Microsoft Deutschland. Das gelte für Verbraucher wie für Unternehmen.

Wofür steht Big Data?

Der Hype um die Daten

Unter Big Data versteht man Technologie zur Verknüpfung und Auswertung riesiger Datenmengen. Ziel ist es, neue Erkenntnisse zu gewinnen – etwa welche Produkte einem Kunden gefallen oder wo unentschlossene Wähler wohnen.

Riese Datenmengen

Das Datenaufkommen verdoppelt sich ungefähr alle zwei Jahre. Viele der Informationen erzeugen nicht Menschen, sondern Maschinen – beispielsweise Smartphones, intelligente Stromzähler oder Autos. Gerade Bewegungsdaten sind fürs Marketing relevant.

Vielfältige Quellen

Big Data bedeutet auch: Es werden Daten aus verschiedensten Quellen miteinander verknüpft und zu einem Profil verschmolzen. Marketing-Experten setzen beispielsweise auf klassische Kundendatenbanken, Bewegungsdaten von Smartphones sowie Informationen aus Sozialen Netzwerken. Auch die Wettervorhersage kann nützlich sein, um bestimmte Produkte zu verkaufen.

Ergebnisse in Echtzeit

Besonderen Reiz gewinnt Big-Data-Technologie durch ihre Geschwindigkeit: In vielen Fällen spucken die Superrechner die Ergebnisse in Echtzeit aus, oder sie beschleunigen zumindest die Berechnungen im Vergleich zu herkömmlichen Technologien deutlich.

Korrelation statt Kausalität

Big Data führt zu einer Veränderung im Denken: Wer große Datenmengen auswertet, kann statistische Zusammenhänge entdecken, ohne die Gründe dafür zu verstehen – Korrelation statt Kausalität. Das könnte langfristig verändern, wie wir Menschen Probleme lösen.

Für Microsoft, Salesforce und Cisco, Telekom, Software AG und SAP ist diese Entwicklung Gefahr und Chance zugleich: Sie stellt ihre Geschäftsmodelle in Frage – eröffnet aber auch Möglichkeiten, sich von der Konkurrenz abzuheben. Darum wird auf der Cebit, die sich dieses Jahr allein an Geschäftskunden richtet, so viel wie noch nie über Sicherheit und Vertrauen redet.

Die Verschlüsselung digitaler Kommunikation ist so eine Chance. Vodafone stelle steigendes Interesse an sicherer Telefonie im Geschäftskunden-Umfeld fest, sagte Deutschland-Chef Jens Schulte-Bockum. „Das ist im vergangenen Jahr durch die NSA-Debatte und das Problem der Wirtschaftsspionage noch verstärkt worden.“ Auch Konkurrent Deutsche Telekom ermöglicht mehr Vertraulichkeit – mit Angeboten von einer Krypto-App bis zu einem gehärteten Smartphone, das Angriffen aller Art widerstehen können soll.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

10.03.2014, 08:00 Uhr

Erstaunlich bleibt, dass die CeBit ausgerechnet heuer zur reinen Fachmesse mutierte, in der das low-end Publikum sich sozusagen als unwillkommen betrachtet sehen könnte.

Ob Kostengründe dafür ein Grund gewesen sein mögen oder nicht: der schale Nachgeschmack fürs Publikum bleibt: da scheint sich eine Branche abzuschotten.

Ob das klug gewesen ist, das diesjährig so abzuwickeln wird sich zeigen.

Account gelöscht!

10.03.2014, 12:58 Uhr

lieber Hans Blix!

wegen der Virengefahr werden die Autocad-Dateien Atombombe-Konsruktionsplan.qxd (passte auf das sUchmuster "*bombe*")der Rütungsindustrie ab sofort an den Virenscannerhersteller versendet und dort sicherheitshalber von chinesischen, nord-koreanischen und pakistanischen Internetspezialisten auf Malware durchgesehen.

http://avira-klaut.urlto,name (oder, alternativ) http://sch-einesystem.tumblr.com/post/79157776092/

Dein

n-tes Sadam Hussein Double
Legitimer Präsident des Irak

Account gelöscht!

10.03.2014, 16:35 Uhr

Placebo-sicherheit á la Microsoft.
Eine echte lachnummer und wohl glechzeitig typisch für das Niveau der Diskussion (und Berichterstattung) ist das "Angebot" von Microsoft, Regierungsvertreter dürften "den Quellcode" von windows einsehen.
Selten so gelacht! HA, HA!
"Der" Quellcode dürfte einige zig-Millionen Zeilen Programmcode enthalten, deren analyse allein dutzende von Mannjahren erfordern dürfte. Damit wäre aber noch nicht einmal ansatzweise sichergestellt, daß "der Quellcode" überhaupt identisch ist mit dem was Microsoft zum Compilieren, also Herstellen von Windows einsetzt.
So unglaublich lächerlich.
Bei Linuxsystemen wird die authentizität sichergestellt, indem tatsächlich der gesamte Quellcode zur Verfügung gestellt wird und auch das entsprechende Werkzeug, der compiler, um daraus das lauffähige Programm herzustellen. Der einzig sichere Beweis für Authentizität.
Die Tatsache, daß der quellcode von windows für niemanden tatsächlich vollständig und nachprüfbar einsehbar oder gar zur Bearbeitung wie bspw. Fehlerbereiningung nutzbar wäre, begründet ja auch die gesamte Problematik um das von Microsoft geplante Abschalten der windows-XP unterstützung. Damit werden sämtliche derzeit mit XP bestückten Rechner weitgehend unbrauchbar und niemand auf dieser Erde, ausser MS selbstverständlich, hat die Möglichkeit daran etwas zu ändern.
"Zur Kasse bitte und Neukaufen!" ist aber das einzige "angebot" das MS derzeit macht. Wenn sie nach einem willkürlich gesetzten Termin wie dem 9.4.2014 bisher mit dem Kaufpreis als abgegoltenen kostenlosen Support verweigern und diesen nur noch gegen Geldzahlung weiter anbieten, dürfte nach meinem Ermessen der Straftatsbestand der Erpressung durchaus Gegenstand einer eingehenden Überprüfung sein.
Das zentrale "Argument" der MS-Unterstützer erinnert deutlich an Teenager, die UNBEDINGT das neueste, tollste und überhaupt "Irgendwas" von Papi (hier:staat) bezahlt kriegen wollen, weil das alte echt Uralt und eigentlich voll Steinzeit ist...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×