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14.01.2010

07:58 Uhr

Nach Hacker-Angriff

Google verschlüsselt E-Mails

Nach der Aufdeckung eines Hacker-Angriffs aus China erhöht Google die Sicherheit seines E-Mail-Dienstes. Alle Daten der Google-Webmail werden ab sofort automatisch verschlüsselt. Das hat für Nutzer aber nicht nur Vorteile.

Googles China-Zentrale in Peking. Der Internetzkonzern will die Zensur im Reich der Mitte nicht länger hinnehmen. ap

Googles China-Zentrale in Peking. Der Internetzkonzern will die Zensur im Reich der Mitte nicht länger hinnehmen.

HB MOUNTAIN VIEW/PEKING. Die Änderung ist erkennbar an einer neuen Adresse für den Webmail-Dienst, der in den USA als Gmail bezeichnet wird. Bei der Angabe zum Dateiübertragungsprotokoll zu Beginn der Internet-Adresse heißt es jetzt nicht mehr "http", sondern "https" - dies steht für "Hypertext Transfer Protocol Secure". Gegenüber dem Standardprotokoll enthält HTTPS eine zusätzliche Schicht zur Verschlüsselung der Datenpakete.

Bisher galt die Verschlüsselung lediglich für die Anmeldung bei dem Dienst mit Nutzername und Passwort. Ansonsten hatte Google auf diese Sicherung verzichtet, weil es dabei zu einer langsameren Datenübertragung kommen kann.

Die Umstellung begann am Dienstagabend. Kurz zuvor hatte das kalifornische Unternehmen mitgeteilt, dass es sich nach der Attacke auf seine Webmail-Server nicht länger der Zensur seiner Internet-Suchmaschine in China unterwerfen werde. Zugleich erklärte Google, dass dieser Schritt auch zur Schließung seiner Büros in China führen könne. Die kommunistische Regierung in Peking filtert den Zugang zu ausländischen Internet-Seiten und verlangt eine Selbstzensur bei Themen wie Tibet. Dieser Zensur will sich Google nicht länger beugen.

China zeigte sich davon unbeeindruckt, pocht auf seine Zensur im Internet und hat die Medienunternehmen zur Zusammenarbeit mit dem Staat aufgefordert. Pornografie, Hacker-Angriffe und Online-Betrug seien die größten Gefahren im Internet, erklärte Regierungssprecher Wang Chen am Donnerstag in Peking.

Wang erklärte, die Internet-Medien hätten eine große Verantwortung, mit der Regierung zusammenzuarbeiten. Diese wiederum müsse eine Rolle in der Meinungsführerschaft im Internet spielen. Gerüchte und Falschinformationen im Internet stellten eine Bedrohung für die Gesellschaft dar, fügte er hinzu.

Wang vermied es zwar, Google namentlich zu erwähnen. Seine Äußerungen waren jedoch die erste Reaktion der chinesischen Regierung in dem Disput, in den sich US-Außenministerin Hillary Clinton eingeschaltet und eine Erklärung für die Angriffe verlangt hatte.

Kommentare (1)

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cmeerw

14.01.2010, 19:58 Uhr

Die Ueberschrift ist doch etwas irrefuehrend - es geht hier nicht um die Verschluesselung von e-mails, sondern lediglich um Verschluesselung des Web-interfaces zum Zugriff auf e-mails.

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