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21.01.2012

03:45 Uhr

Nach Megaupload-Schließung

Hackergruppe Anonymous greift Website von Elysée-Palast an

Neuer Rachefeldzug der Hackergruppe Anonymous: Die Schließung des Datei-Dienstes Megaupload hat die Hacker in Rage versetzt. Jetzt haben sie die Seite von Frankreichs Präsidialamt vorübergehend mit Slogans verunstaltet.

Ein maskierter Hacker der Gruppe Anonymous hackt die Website des französischen Elysee Palasts. AFP

Ein maskierter Hacker der Gruppe Anonymous hackt die Website des französischen Elysee Palasts.

Paris/AlexandriaOffenbar aus Rache für die Schließung des Online-Speicherdiensts Megaupload in den USA hat die Hackergruppe Anonymous am Freitag die Website des französischen Präsidialamtes angegriffen.

Am Ende der Adresszeile auf der Internetseite des Elysée-Palastes waren vorübergehend Sprüche zu lesen, etwa der Anonymous-Slogan "We Are Legion" ("Wir sind eine Heerschar"), wie auf Screenshots zu sehen war, die am Freitagabend im Internet kursierten. Auch andere Sprüche wie "Die lächerlichste Präsidentschaft der Geschichte" waren in englischer Sprache eingefügt. Am Abend war die Website wieder in ihrer normalen Fassung zu sehen.

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Schöne Frauen, schnelle Autos, illegale Rennen – Kim Schmitz war immer für Schlagzeilen gut. Nun hat ihn sein jüngstes Baby Megaupload hinter Gitter gebracht. Spurensuche im Leben eines zwielichtigen Stehaufmännchens.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hatte in der Nacht zum Freitag die Schließung von Megaupload.com, eines der weltgrößten Online-Speicherdienste, durch die US-Behörden begrüßt. Das Vorgehen gegen Megaupload ist Teil des Kampfes gegen die Internetpiraterie.

Anonymous hatte bereits kurz nach Bekanntwerden der Sperrung von Megaupload am Donnerstag in den USA Rache geübt: Die Hacker legten die Internetauftritte des US-Justizministeriums, des Konzerns Universal Music sowie des Verbandes der US-Musikindustrie für mehrere Stunden lahm.

Die US-Behörden haben im Zusammenhang mit Megaupload den deutschen Internetunternehmer Kim Schmitz sowie zwei weitere Deutsche und einen Niederländer in Neuseeland verhaften lassen. Drei weitere Verdächtige, darunter ein weiterer Deutscher, sind flüchtig. Die sieben Angeklagten sollen im Netz Umschlagplätze für Raubkopien betrieben haben, wodurch nach US-Behördenangaben ein Schaden von über einer halben Milliarde Dollar entstand.

Unterdessen wurde bekannt, dass einer der prominentesten Anwälte der USA, Robert Bennett, die Verteidigung von Megaupload vor Gericht übernimmt. Bennett teilte am Freitag mit, dass er das Unternehmen vertrete. Bennett versprach eine engagierte Verteidigung, lehnte es aber ab, auf Einzelheiten des Falles einzugehen.

Bennett wurde nicht zuletzt durch seine Verteidigung des ehemaligen Präsidenten Bill Clinton bekannt. Diesem war von einer Frau sexuelle Belästigung vorgeworfen worden. Bennett war auch Verteidiger des US-Energiekonzerns Enron, der nach massiven Bilanzfälschungen 2001 Insolvenz anmelden musste.

Die US-Justiz hat Anklage gegen sieben Personen erhoben, darunter vier Deutsche. Wann der Fall in den USA vor Gericht kommt, ist noch unklar. Allein eine Auslieferung der Beschuldigten von Neuseeland an die USA kann ein Jahr oder länger dauern, wenn sie dagegen vorgehen.

Kommentare (2)

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PikAs

21.01.2012, 03:45 Uhr

Wann nutzen die deutschen Steuerzahler endlich die Möglichkeiten des Internet und protestieren gegen die Vergemeinschaftung der Schulden und das ständige Wegwerfen deutschen Steuergeldes in das schwarze Loch anderer EU-Staaten?

Wann protestieren die Bürger auf diese Art und Weise gegen die Nichtachtung des Maastricht-Vertrages?

Wieso kann sich Mme Lagarde hinstellen und ungestraft zugeben, dass sie die Verträge BEWUSST gebrochen haben?

SlingShot

21.01.2012, 08:58 Uhr

Ja, die Milliarden der 1% sind verschwunden und die 99% sitzen noch immer am kurzen Ende des Hebels.
Ein Fehler im System!
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Die freie Kommunikation des Internets belastet die herrschende Kaste und Zentralraete.

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