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27.07.2011

13:14 Uhr

Nach Oslo-Massaker

BDK fordert Alarmknopf für das Internet

Nach den Anschlägen des im Internet aktiven Attentäters von Norwegen fordert der Bund Deutscher Kriminalbeamter einen Alarmknopf für das Internet, mit dem Nutzer extremistische Inhalte unmittelbar melden können.

Nach den Anschlägen von Oslo wird der Ruf nach strengerer Kontrolle des Internets lauter. Quelle: Reuters

Nach den Anschlägen von Oslo wird der Ruf nach strengerer Kontrolle des Internets lauter.

OsnabrückNach dem Doppelanschlag in Norwegen haben Kriminalbeamte einen Alarmknopf für das Internet gefordert, mit dem Nutzer extremistische Inhalte unmittelbar melden können. Wer im Internet rechtsradikale Inhalte, islamistisches Gedankengut oder Hinweise auf einen Amoklauf entdecke, müsse die Seite einfrieren und an eine Alarmzentrale weiterleiten können, sagte der Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Klaus Jansen, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Ein in Echtzeit übermittelter Notruf im Netz sei schneller und effektiver als ein Anruf bei der örtlichen Dienststelle, die damit unter Umständen wenig anzufangen wisse. Bei den Attentaten im Regierungsviertel in Oslo und auf der Insel Utöya waren am Freitag insgesamt mindestens 76 Menschen getötet worden.

Jansen verwies darauf, dass der mutmaßliche Attentäter Anders Behring Breivik seine hasserfüllte Ideologie bei Facebook und anderswo seit Jahren verbreitet habe. „Da hat sich etwas zusammengebraut, das viele Menschen im Internet mitbekommen haben.“ Ihnen müsse künftig die Möglichkeit gegeben werden, ohne große Hürden direkt Alarm zu schlagen.

Der kurze Draht zur Notrufzentrale lasse sich ohne viel Aufwand mit einer datenschutzrechtlich geprüften Software auf dem eigenen Rechner installieren, sagte Jansen. Er habe die Pläne seines Verbandes bereits an die EU-Kommission weitergeleitet, damit EU-Kommissarin Neelie de Kroes das Notrufsystem möglichst rasch in allen Ländern Europas etablieren könne.

Laut Bundespolizeipräsident Matthias Seeger können Taten wie in Norwegen allerdings trotz aller Wachsamkeit kaum verhindert werden. Der „Bild“-Zeitung sagte er: „Wenn ein Mensch unauffällig lebt und seine Pläne im Verborgenen schmiedet, dann kann man seine Tat nicht verhindern.“

 

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

27.07.2011, 15:42 Uhr

Machen, nicht labern: Soll das BKA doch eine passende Website online schalten, die suchmaschinengerecht gestalten und ein paar Pressemeldungen rausschicken. Wenn dann noch die einschlägigen Portale einen Link anbieten, ist das das Thema doch gegessen.

Nachdenker

27.07.2011, 21:31 Uhr

Alles Blabla.
"webseite einfrieren" -mit Kältespray, oder?
Habe mal Strafanzeige gegen Extremisten gestellt. Mit Links etc.
Diese tollen Online-Wachen bieten nicht einmal die Möglichkeit, Anhänge zu senden!
Ach ja. Resultat = NULL! Nicht mal eine Rückmeldung. Damit hat sich das für mich erledigt.

Dieser Kripo-Beamte ist für mich nichts weiteres als ein Erfüllungsgehilfe bestimmter politischer Kreise, die jetzt ihre Lautsprecher aufdrehen.

Stumpfmichel

27.07.2011, 22:10 Uhr

Eine ganz tolle Idee - ich würde den immer dann drücken, wenn mir das unehrliche Gesicht irgendeines Politikers entgegengrinst!

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