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13.04.2011

08:26 Uhr

Netzwerk-Ausrüster

Cisco beerdigt Flip-Kamera

Sie hatten ihre Fans, konnten jedoch dem Vormarsch der Smartphones nicht standhalten: Der Netzwerk-Ausrüster Cisco stellt die Produktion der Flip-Kameras ein. Einst galten sie als die Video-Gadgets der Zukunft.

Die Flip-Kamera von Cisco galt 2007 als cool - gehört dank immer leistungsfähigeren Smartphones inzwischen aber zum alten Eisen. Quelle: Reuters

Die Flip-Kamera von Cisco galt 2007 als cool - gehört dank immer leistungsfähigeren Smartphones inzwischen aber zum alten Eisen.

New YorkDer Netzwerk-Ausrüster Cisco streicht sein Verbrauchergeschäft zusammen und stellt die Produktion der Flip-Kameras ein. Rund 550 Mitarbeiter werden ihre Jobs verlieren, teilte Cisco am Dienstag weiter mit. Das Unternehmen hatte die Sparte vor zwei Jahren für viel Geld dazugekauft. Konzernchef John Chambers räumte vergangene Woche Fehler ein und kündigte an, Cisco stärker auf das Kerngeschäft auszurichten.

Beim Start im Jahr 2007 galten die Flip-Kameras noch als cooles Gadget, das den Markt umkrempeln könnte. Cisco hatte im Frühjahr 2009 rund 590 Millionen Dollar in Aktien für den Flip-Entwickler Pure Digital auf den Tisch gelegt. Der Netzwerk-Riese ist einer der führenden Anbieter von Infrastruktur für das Internet und verspricht unter anderem, seine Technik helfe, die Datenflut von Online-Videos zu bewältigen.

Beim Zukauf des Flip-Geschäfts versprach sich das Unternehmen, dass die Verbraucher eine günstige Videokamera kaufen und auch die dazugehörige Plattform zum Hochladen der Videos nutzen würden. Doch die Rechnung ging nie ganz auf, obwohl Cisco zuletzt zwei neue Modelle mit HD-Auflösung ins Rennen schickte. Zum einen breiteten sich Smartphones wie das iPhone von Apple rasant aus, auf denen man die Videos direkt schneiden und ohne den Umweg über einen Computer ins Netz stellen kann. Zum anderen blieb Youtube eine viel beliebtere Online-Plattform als Ciscos FlipShare.

Insgesamt soll das Verbrauchergeschäft nach dem Flip-Flop stärker auf Ciscos Netzwerk-Strategie ausgerichtet werden, hieß es. Video bleibe ein Bestandteil des Geschäfts. Der Konzern ist unter anderem ein Anbieter von Videokonferenz-Lösungen für Unternehmen mit dem für mehr als drei Milliarden Dollar gekauften norwegischen Unternehmen Tandberg. In diesen Geschäftsbereich soll jetzt auch der Dienst Umi aufgehen, mit dem Cisco auch Verbrauchern Videokonferenzen verkaufen wollte. Allerdings wurde der Preis von zuletzt 499 Dollar für das Gerät als zu hoch kritisiert - zudem werden noch mindestens 99 Dollar Abogebühr pro Jahr fällig.

Chambers schrieb in einem ungewöhnlich offen formulierten Brief an die Mitarbeiter vor einer Woche, die Strategie von Cisco sei zwar im Grunde richtig, aber die Ausführung mangelhaft gewesen. "Wir haben unsere Investoren enttäuscht und unsere Mitarbeiter verwirrt." Das Unternehmen müsse Vertrauen zurückgewinnen. Cisco hatte zuletzt gesunkene Gewinne vermeldet und steht unter stärkerem Druck von Konkurrenten wie Juniper Networks. Der Aktienkurs sackte binnen eines Jahres um rund ein Drittel ab. Am Dienstag zeigte sich die Börse wenig beeindruckt von der Notbremse beim Flip. Die Aktie kippte ins Minus und verlor im frühen New Yorker Handel 0,52 Prozent auf 17,38 Dollar.

Kommentare (2)

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Sam

03.05.2011, 11:28 Uhr

Cisco scheint auf der Suche nach einer besseren Strategie zu sein. Zu lange wurden die Kunden und die Realität des sich ändernden Marktes ignoriert. Eine anderer Aspekt wo Cisco auch wahrscheinlich den Zug verpasst ist der gebraucht – oder refurbished Markt. Unternehmen wie www.durabilit.de bedienen hier Weltweit Kunden die sich von Cisco ignoriert fühlen, bzw. finden das Cisco seine Produkte zu teuer macht.

Anonym

12.07.2011, 13:11 Uhr

Interessantes Unternehmen, dieses DURABILIT. Mehr Info auf der Homepage: http://www.durabilit.de

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