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19.03.2014

10:12 Uhr

Neue Domains

So sichern Sie sich Ihre neue Web-Adresse

Viele Internetadressen mit populären Endungen wie .de, .com oder .net sind vergeben. Deshalb kommen nun Dutzende neue themen- und branchenspezifische sowie regionale Endungen auf den Markt. Den Anfang machte .berlin.

Berlin startete mit der öffentliche Vergabe der Endung .berlin, weitere Städte und Regionen werden mit eigenen Endungen folgen. dpa

Berlin startete mit der öffentliche Vergabe der Endung .berlin, weitere Städte und Regionen werden mit eigenen Endungen folgen.

BerlinDie „Straßenkarte“ des Internets wird in diesen Wochen vielfältiger: Neben vertrauten Adress-Endungen wie .de oder .com begegnen die Nutzer zunehmend neuen Domains, die werbewirksamen Begriffen oder den Namen von Konzernen oder Städten entsprechen.

Grund ist die von der internationalen Internetadress-Verwaltung ICANN auf den Weg gebrachte Erweiterung des Pools von Adress-Endungen. Am Dienstag startete in Berlin die öffentliche Vergabe der Endung .berlin, weitere Städte und Regionen werden mit eigenen Endungen folgen.

Die neuen Domains

Warum werden die neuen Endungen eingeführt?

Bislang gab es etwa zwei Dutzend Domain-Endungen im Internet. Das aber war der International Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) nicht mehr genug. Die in Los Angeles angesiedelte Organisation ist damit betraut, das "Adressbuch" des Internets (das Domain Name System, kurz DNS) zu verwalten, ohne das das Netz nicht funktionieren würde. Kein Computer könnte die Seiten ansteuern, die ein Nutzer sucht.

2011 entschied die ICANN nach langen Diskussionen, die Zahl der offiziell erlaubten Adress-Endungen drastisch zu erhöhen und Vorschläge für neuartige sogenannte generische Top-Level-Domains (gTLD) entgegenzunehmen. Für die Organisation ist das ein nötiger Schritt, um das Netz innovativer und nutzerfreundlicher zu machen.

Welche neuen Endungen gibt es in Deutschland?

Aus Deutschland erreichten die ICANN mehrere Dutzend Anträge auf Zuteilung einer neuen gTLD. So bewarben sich große Unternehmen wie BMW oder die Deutsche Post. Dazu kamen Internetdienstleister, die sich mit Städten oder Regionen zusammentaten, um lokale Adress-Endungen als eine Art neue Marke oder Identifikationssymbol zu vermarkten. Neben .berlin erhielten auch .hamburg, .koeln und .ruhr (für das Ruhrgebiet) eine Lizenz.

Das Auswahlverfahren des ICANN war streng und richtete sich ausschließlich an professionelle Anbieter, die auch hinsichtlich ihrer Berechtigung durchleuchtet wurden. Der Betrieb einer eigenen Top-Level-Domain ist technisch anspruchsvoll und verschlingt hohe Summen.

Ab wann sind die neuen Endungen verfügbar?

Das ist sehr unterschiedlich. Über die Reihenfolge der Bearbeitung der Anträge bei der ICANN entschied das Los, jeder Lizenznehmer folgt dann einem vorgegebenen mehrstufigen Registrierungs-Zeitplan. In einer ersten sogenannten Sunshine-Phase (deutsch: Sonnenenschein) dürfen die Inhaber eingetragener Marken oder bestimmte Institutionen ihre Domains anmelden, etwa Konzerne, Bundesliga-Fußballclubs, Behörden oder Museen. Erst danach kommen laut ICANN-Regularien Privatpersonen oder ortsansässige Firmen zum Zug.

In Berlin begann die Anmeldungsphase für Markeninhaber schon vor rund einem Monat am 14. Februar, in Wien als weltweit erster Stadt am 11. Februar. Dafür steht die Registrierung für "Otto-Normal-Nutzer", die in Berlin am Dienstag startete, in Wien erst im Juni an. Die Endung .ruhr als gemeinsame gTLD für das Ruhrgebiet ging als weltweit erste Regionalendung schon früher an den Start: Die Markenregistrierung begann im Januar, die Öffentlichkeits-Anmeldung am 25. Februar. Online sind aber auch in diesem Fall erst wenige neue Domains.

Internetnutzer können seit Februar Web-Adressen mit zahlreichen neuen Endungen registrieren. Zu den bisher verfügbaren 23 sogenannten generischen Top Level Domains (TLD) wie .com oder .net sowie den länderspezifischen TLDs wie .de oder .at kommen neue branchenspezifische Endungen wie .bike oder .shop oder eben regionale Bezeichnungen wie .ruhr oder .berlin hinzu.

Bevor neue Adressen öffentlich angeboten werden, haben Markeninhaber immer mindestens einen Monat Zeit (Sunrise-Phase), um sich ihre geschützte Adresse auch mit der oder den neuen Endungen zu sichern. Voraussetzung dafür ist, dass man seine Marken gegen Gebühr im Trademark-Clearinghouse-Portal hinterlegt, erklärt der IT-Branchenverband Bitkom

Von diesem Recht machten in Berlin etwa der Bundesliga-Fußballclub Hertha BSC, der Berliner Radiosender Radio Energy, die Fluggesellschaft Air Berlin sowie globale Großfirmen wie Apple, Yahoo und Google Gebrauch. Für .berlin ging die Sunrise-Phase etwa vom 14. Februar bis zum 18. März.

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