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06.03.2013

17:46 Uhr

Neue Geräte

Microsoft will mehr sein als ein Softwarekonzern

VonJens Koenen

ExklusivNeben der Xbox stellt Microsoft mittlerweile auch einen eigenen Tablet-Computer her. Man sei dabei, ein Geräte- und Service-Unternehmen zu werden, heißt es aus dem Konzern. Es ist mehr als ein Test.

Microsofts erster PC, das Tablet Surface: Nachfrage unterschätzt. Reuters

Microsofts erster PC, das Tablet Surface: Nachfrage unterschätzt.

HannoverDer weltgrößte Softwarekonzern meint es mit seinem Ausflug in die Herstellung von Geräten ernst. „Wir sind dabei, ein Geräte- und Service-Unternehmen zu werden“, sagte Kevin Turner auf der Computermesse Cebit dem Handelsblatt. Turner ist der für das operative Geschäft zuständige Vorstand und arbeitet im Team mit Microsoft-Chef Steve Ballmer. Zwar gehe es beim neuen Tablet-Computer Surface auch darum, den Hardware-Partnern zu zeigen, was etwa mit dem neuen Betriebssystem Windows 8 machbar sei. „Aber das Hardware-Geschäft soll auch profitabel sein“, sagte der Top-Manager.

Microsoft verkauft seit einigen Wochen mit dem Tablet-Computer erstmals einen eigenen Computer. Bislang produzierte der Konzern nur die Software, die Geräte stellten Partnerunternehmen wie Hewlett-Packard oder Acer her. Nur im Bereich der Spielekonsolen trat Microsoft bislang auch als Hardware-Hersteller auf. Kurz nachdem das Surface Pro in den USA im Februar auf den Markt gekommen ist, war es in der Version mit dem größten Speicherplatz (128 Gigabyte) bereits ausverkauft. „Wir haben die Nachfrage unterschätzt“, räumte Turner ein: „Es ist für uns ein komplett neues Geschäft. Wir lernen dazu.“

Wie Windows wurde, was es ist

Windows 1.0

Der Urahn des inzwischen meistgenutzten PC-Betriebssystems kam im November 1985 auf den Markt. Damals war Microsoft noch ein Außenseiter, während der Platzhirsch IBM und der Aufsteiger Apple den Kampf um den PC-Markt auszufechten schienen. Anfangs arbeitete sich Windows nur mühsam ins Geschäft – denn Microsoft verzichtete zunächst angesichts eines jahrelangen Patentstreits mit Apple auf grafische Bedienungselemente.

Windows 3.1

Mit dieser Version lernte Windows 1992, Videos abzuspielen, bekam die ersten integrierten Spiele und neue Schriften. Die Grundansicht mit den überlappenden Fenstern und einem Desktop für Programm-Symbole blieb – mit einigen Design-Änderungen – lange erhalten.

Windows NT

Parallel zu den Consumer-Versionen von Windows entwickelte Microsoft nach dem Scheitern des OS/2-Projektes mit IBM eine Windows-Version mit einem neuen Programm-Kern („Windows New Technology“). NT wurde mit Windows 2000 fortgeführt und ging später in Windows XP auf.

Windows 95

Die radikale Erneuerung von 1995 brachte in Grundzügen das Windows, das heute praktisch jeder kennt. Unter anderem wurde der „Start“-Knopf mit dem Balken am unteren Bildschirmrand eingeführt. Nachdem nachträglich der Web-Browser Internet Explorer zum Windows-Grundpaket hinzugefügt wurde, setzte sich Microsoft zum Ärger der Wettbewerbshüter in diesem Bereich gegen den Pionier Netscape durch. Auf die Version folgten die kleineren Aktualisierungen Windows 98 und ME.

Windows XP

2001 brachte Microsoft die bisher langlebigste Version seines Betriebssystems auf den Markt, die immer noch auf vielen Rechnern läuft. Mit Windows XP wurden viele visuelle Effekte hinzugefügt, ebenso wie wichtige Funktionen wie etwa schneller Benutzerwechsel, eine integrierte Firewall für mehr Sicherheit und verbesserter Medienwiedergabe.

Windows 7

Das Betriebssystem Windows Vista sollte XP verdrängen, wurde von den Nutzern aber weitgehend ignoriert. Die 2007 veröffentlichte Version bot zwar neue Bildschirmansichten, aber eine für viele Nutzer verwirrende Rechteverwaltung für Benutzerkonten. Erst mit der Vorstellung von Windows 7 im Oktober 2009 konnte Microsoft die Anwender wieder überzeugen.

Windows 8

Mit Windows 8 wollte sich Microsoft für den Wandel der Computer-Welt rüsten: Die neue Kacheloberfläche ist für Touchscreens ausgelegt und eignet sich damit auch für Tablet-Computer – äußerlich ähnelt das System damit dem Smartphone-Betriebssystem Windows Phone. Microsoft stellte Windows 8 im Oktober 2012 vor. Gerade an der neuen Bedienung wurde jedoch schnell viel Kritik laut.

Windows 8.1

Ein Update für Windows 8 kam im Oktober 2013 auf den Markt. Das kostenlose Windows 8.1 soll die größten Kritikpunkte an dem Vorgänger ausräumen. So können Nutzer direkt auf den Desktop starten und so die Kacheloberfläche umgehen. Zudem kehrt der Startknopf zurück, wenn auch nicht das klassische Startmenü.

Mit dem Surface hatte Microsoft seine Hardware-Partner vor den Kopf gestoßen, weil die traditionelle Arbeitsteilung durchbrochen wurde. Turner betonte allerdings, dass der Wandel zu einem Geräte-und Dienstleistungsunternehmen keineswegs bedeute, dass die komplette Hardware aus dem eigenen Haus stammen wird. „Die allermeisten Geräte werden auch künftig von unseren Partnern kommen.“

Surface

Das kann das Microsoft-Tablet

Surface: Das kann das Microsoft-Tablet

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