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10.01.2006

17:30 Uhr

Neue Plattform für Verkauf

Google startet Video-Dienst

Die Consumer Electronics Show in Las Vegas stand in diesem Jahr ganz im Zeichen von neuen Video-Diensten. Ein Mann erhielt dabei besonders große Aufmerksamkeit: Google-Mitbegründer Larry Page.

HB LAS VEGAS. Nach Google Print, Google Earth oder Google Chat startet das Unternehmen jetzt einen Video-Dienst unter video.google.com. Das Besondere: Im Unterschied zu bestehenden Online-Shops wie iTunes von Apple setzen die Anbieter bei Google-Video den Preis selbst fest, angefangen bei null Euro. Jeder kann bei Google einen Filmbeitrag einstellen und führt 30 Prozent der dabei erzielten Einnahmen an das Unternehmen ab. Der Basketball-Verband der USA (NBA) hat bereits angekündigt, dass er alle Spiele einen Tag nach dem Ereignis bei Google zum Preis von 3,95 Dollar (3,25 Euro) anbieten wird. CBS will die Filme seiner in den USA populären Serien „CSI“ und „Survivor“ für 1,99 Dollar (1,65 Euro) je Download verkaufen - das ist auch der gegenwärtige Standardpreis bei iTunes.

Die Video-Anbieter bei Google können entscheiden, ob sie ihre Beiträge frei verkaufen oder nur zum Online-Fernsehen abgeben wollen. Im ersten Fall lassen sich die Filme kopieren und auf mobile Abspielgeräte übertragen. Im zweiten Fall können sie nur online mit der Software des Google-Portals angeschaut werden. Dafür hat Google eine eigene Technik für den Copyright-Schutz entwickelt.

Einen Termin für den Shop-Start gibt es bislang nicht. Von den bereits verfügbaren Filmen kann man in Europa bislang nur wenige Sekunden anschauen. Ansonsten kommt der Hinweis, dass der Dienst „gegenwärtig in Ihrem Land nicht verfügbar“ sei, dass aber daran gearbeitet werde. Auch laufen die Google-Videos bislang nur auf einem Windows-PC und nicht auf dem Mac.

„Dies ist der größte Marktplatz für Inhalte, die bisher offline waren und nun online verfügbar gemacht werden“, sagte die Direktorin von Google Video, Jennifer Feikin. Für das Internet-Unternehmen ist der Video-Dienst eine Premiere: Zum ersten Mal steigt der längst über den reinen Suchmaschinendienst hinaus gewachsene Anbieter in einen Bezahldienst ein. Bislang erzielt Google seinen gesamten Gewinn aus der Internet-Werbung - im vergangenen Jahr waren das immerhin schätzungsweise 1,5 Mrd. Dollar.

Bei der Präsentation des Video-Dienstes stieß vor allem die neue Copyright-Schutztechnik auf Kritik. Google schreibe allen anderen Unternehmen vor, dass sie auf bisher verfügbare Lösungen verzichten und die Google-Technik einsetzen müssten, kritisierte Josh Bernoff vom Marktforschungsinstitut Forrester Research. „Das ist Arroganz.“

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