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18.07.2016

17:42 Uhr

Neue Speichertechnik

Alle Bücher der Menschheit auf einer Briefmarke

Eine 500-fach bessere Speicherdichte als bei derzeitigen Datenspeichern verspricht eine von niederländischen Forschern entwickelte Technik. Mit ihr würden alle Bücher der Menschheit auf eine Briefmarke passen.

´Die Aufnahme zeigt ein 96 Nanometer breites und 126 Nanometer hohes Chloratomgitter auf einer Kupferoberfläche, auf dem ein Teil von "On the Origin of Species" des britischen Naturforschers Charles Darwin geschrieben ist. dpa

Datenspeicher auf Chloratomgitter

´Die Aufnahme zeigt ein 96 Nanometer breites und 126 Nanometer hohes Chloratomgitter auf einer Kupferoberfläche, auf dem ein Teil von "On the Origin of Species" des britischen Naturforschers Charles Darwin geschrieben ist.

DelftDas Lesen dauert lange, das Schreiben noch länger. Und die Technik ist auf frostige minus 196 Grad Celsius angewiesen. Doch solche Probleme verblassen angesichts der unglaublichen Speicherfähigkeit eines neuen Datenträgers: eine 500-fach bessere Speicherdichte als bei den besten derzeit erhältlichen Datenspeichern.

„Theoretisch würde es diese Speicherdichte erlauben, alle Bücher, die Menschen je geschaffen haben, auf eine einzelne Briefmarke zu schreiben“, erklärte Studienleiter Sander Otte von der Technischen Universität in Delft (Niederlande).

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Handlich, große Kapazität und praktisch unbegrenzt haltbar – Forscher aus England haben möglicherweise das Speichermedium der Zukunft entwickelt: Eine kleine Scheibe aus Glas, die etwa so groß ist wie eine 2-Euro-Münze.

Als Würdigung für einen entscheidenden Visionär des Gebietes, den US-Physiker Richard Feynman (1918-1988), schrieben die Forscher einen Teil seines berühmten Vortrages von 1959 auf ein nur 100 Nanometer breites Feld. Feynmans Rede „There's Plenty of Room at the Bottom“ (dt. etwa: Viel Spielraum nach unten) vom 29. Dezember 1959 ist legendär: Viele der vorgestellten Ideen wurden zur Grundlage nanotechnologischer Entwicklungen – darunter die Datenspeicherung auf atomarer Ebene.

In der Fachzeitschrift „Nature Nanotechnology“ beschreiben die Forscher ihr Vorgehen: Sie nutzten die Eigenschaft von Chloratomen, sich auf einer flachen Kupferoberfläche selbstständig zu einem zweidimensionalen Gitter anzuordnen. Indem sie weniger Chloratome bereitstellten als für die komplette Bedeckung notwendig wären, schufen sie Lücken im Gitter, sogenannte Vakanzen.

Aus einer Lücke und einem Chloratom setzten sie ein Bit zusammen, die kleinste Speichereinheit: In der Draufsicht bedeutet „Vakanz oben, Atom unten“ eine Null; „Atom oben, Vakanz unten“ heißt Eins.

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