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08.01.2008

17:14 Uhr

Neuer Chip

Intel drängt ins Unterhaltungsgeschäft

Der US-Chiphersteller Intel will es noch einmal wissen. Mit einem neuen Chip versucht der Branchenriese zum zweiten Mal, im Markt für Unterhaltungselektronik Fuß zu fassen. Nach dem Desaster mit der Chip-Plattform Viiv heißt die Devise wohl: Es kann nur besser werden.

Intel-Chef Paul Otellini präsentiert die Neuheiten seines Unternehmens auf der CES in Las Vegas Foto: dpa

Intel-Chef Paul Otellini präsentiert die Neuheiten seines Unternehmens auf der CES in Las Vegas Foto: dpa

HB LAS VEGAS. Der US-Chiphersteller Intel wagt einen neuen Anlauf im Markt für Unterhaltungselektronik. Konzernchef Paul Otellini präsentierte am Dienstag auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas einen neuen Prozessor, der speziell für moderne Unterhaltungsgeräte wie Fernseher und DVD-Spieler entwickelt wurde. Der Chip namens Canmore soll in der zweiten Jahreshälfte 2008 auf den Markt kommen.

Er soll die Wiedergabe von Audio- und Videoformaten unterstützen und die Geräte mit dem Internet verbinden. Intel setzt damit auf das Zusammenwachsen der vormals getrennten Medien. Otellini sagte, dadurch enstünden völlig neue Möglichkeiten, vergleichbar mit der „Erfindung des Fernsehers“.

Intel versucht damit zum zweiten Mal, sich mit der Unterhaltungselektronik einen neuen Wachstumsmarkt zu erschließen. Die Zuwachsraten im Kerngeschäft des Konzerns, der Produktion von Prozessoren für Computer, waren zuletzt deutlich zurückgegangen. „Die, die viel Rechenleistung benötigen“, sagte Nathan Brookwood, Chef des Beratungsunternehmens Insight 64.

Der erste Ausflug des Konzerns ins Unterhaltungsgeschäft war allerdings wenig erfolgreich. Anfang 2006 hatte Intel bereits mit der Chip-Plattform Viiv einen großen Vorstoß gewagt. Die Technik vernetzte Fernseher, Musikanlagen und DVD-Spieler mit einem PC. Mitte Dezember kündigte Intel an, sein Engagement weitgehend aufzugeben.

Mit dem Canmore-Chip tritt Intel in Konkurrenz zu den etablierten Herstellern wie Samsung oder Broadcomm. Branchenkenner bezweifelten, dass der Konzern auf große Gegenliebe der Kunden stoßen wird. Viele fürchteten eine ähnliche Dominanz wie im PC-Geschäft, wo Intel 80 Prozent des Marktes beherrscht.

Der Internetzugang via Fernseher wird von der Industrie bereits seit einigen Jahren als Zukunftstechnik gepriesen. Bislang wurde das Angebot aber nur von wenigen Kunden angenommen, weil dafür weitere Geräte wie etwa ein Laptop notwendig waren.

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