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16.05.2012

14:14 Uhr

Neues Computerspiel

Diablo, dritter Akt

VonStephan Dörner

Das Rollenspiel Diablo 3 ist eines der erfolgreichste Computerspiele seit Jahren – die Server von Hersteller Blizzard sind kaum erreichbar. Hinter dem Erfolg steht eine Firma, die vieles anders macht.

Barbar gegen Monster - Blizzard punktet mit einem einfachen Prinzip, das gut umgesetzt wurde. dapd

Barbar gegen Monster - Blizzard punktet mit einem einfachen Prinzip, das gut umgesetzt wurde.

DüsseldorfAls die amerikanische Computerspielefirma Blizzard Entertainment im Dezember 1996 den ersten Teil der Rollenspiel-Reihe Diablo veröffentlichte, galt das Genre des Computer-Rollenspiels als tot. Heute ist es lebendig wie nie zuvor, wie das Ansturm der Spieler auf den neuesten Teil der Serie zeigt.

Im Rückblick gilt heute die Veröffentlichung der ersten Version von Diablo im Jahre 1996 als zweite Geburtsstunde des Genres. Das Spielprinzip ist dabei äußerst einfach: In einer Fantasy-Welt geht es darum, als Barbar, Hexer, Zauberer oder Mönch möglichst viele Gegner zu töten und in Fähigkeiten und Ausrüstung immer besser zu werden. Erstmals hat Blizzard mit Teil drei auch einen Online-Modus eingeführt, mit dem der Spieler mit anderen gemeinsam in die Schlacht ziehen kann.

Die zehn erfolgreichsten PC-Spiele aller Zeiten

Platz 10: Die Sims 2

Verkaufte Exemplare: 5,21 Mio.

Der Nachfolger des Verkaufsschlagers Die Sims erschien 2004. Wie im Original aus dem Jahre 2000 und Nachfolger Die Sims 3 geht es darum, ein virtuelles Leben zu führen - inklusive Einrichten eines Hauses, Hobbys und Karriere. Entwickler Maxis präsentierte in dem PC-Spiel eine neue 3D-Grafik. Publisher waren die EA Games.

Platz 9: World of Warcraft: Wratch of the Lich King

Verkaufte Exemplare: 5,24 Mio.

Die zweite Erweiterung von World of Warcraft kommt auf den neunten Platz. World of Warcraft ist ein Online-Rollenspiel in einer Fantasy-Welt. Entwickler Blizzard Entertainment veröffentlichte das Spiel 2008. Das Spiel brach mit 2,8 Millionen verkauften Exemplaren am ersten Tag sämtliche Verkaufsrekorde.

Platz 8: Diablo 2

Verkaufte Exemplare: 5,33 Mio.

Das Action-Rollenspiel Diablo 2, entwickelt von Blizzard, ist sogar erfolgreicher als sein Vorgänger - der schaffte es nicht unter die besten Zehn.

Platz 7: Rollercoaster Tycoon

Verkaufte Exemplare: 5,34 Mio.

In Rollercoaster Tycoon von Hasbro baut der Spieler Vergnügungspark auf und muss in managen. Entwickelt wurde es von Chris Sawyer.

Platz 6: World of Warcraft: Burning Crusade

Verkaufte Exemplare: 6,42 Mio.

Für Entwickler Blizzard Entertainment ist auch Burning Crusade ein Erfolg: Die erste World of Warcraft-Erweiterung ergattert den siebten Platz der meistverkauften Computerspiele.

Platz 5: Half Life

Verkaufte Exemplare: 7,85 Mio.

Die Top Fünf eröffnet ein Ego-Shooter: Das Science-Fiction-Spiel Half Life ist seit 1998 im Handel und wurde von den Tüftlern der Firma Valve entwickelt. Die Grafik-Engine ist wiederum Grundlage für viele weitere 3D-Spiele. Valve ist auch für den Online-Spiele-Shop Steam bekannt.

Platz 4: Myst

Verkaufte Exemplare: 8,03 Mio.

Das Adventure-Spiel Myst ist ein echter Klassiker. Es wurde bereits 1993 von Broderbund veröffentlicht - und nimmt mit den rund acht Millionen verkauften Exemplaren immer noch Platz vier ein. Entwickelt wurde es von Cyan Worlds.

Platz 3: Starcraft

Verkaufte Exemplare: 11,18 Mio.

Ein weiteres Computerspiel von Blizzard Entertainment holt sich Bronze: Das Strategiespiel Starcraft erreicht den dritten Platz.

Platz 2: World of Warcraft

Verkaufte Exemplare: 11,84 Mio.

Das Online-Rollenspiel World of Warcraft zählt seit Jahren zu den erfolgreichsten PC-Spielen der Welt. Blizzard Entertainment und Vivendi erreichen mit dem Original den zweiten Platz.

Platz 1: Die Sims

Verkaufte Exemplare: 16,08 Mio.

2000 landete der Entwickler Maxis mit den Sims seinen größten Coup: Es ist das erfolgreichste Computerspiel aller Zeiten. In der Welt der Sims bauen sich die Spieler ein eigenes Leben auf, schließen Freundschaften und verdienen Geld. Publiziert wurde das Spiel von Electronic Arts.

Wieder einmal hat es Blizzard damit geschafft, die Gamer-Gemeinde in ihren Bann zu ziehen. Die Spiele-Server sind angesichts des Andrangs kaum zu erreichen, der „Error 37” gehört zu den Top-Themen auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. „Blizzard schafft es die Stimmung beim Spieler zu treffen“, sagt Spiele-Experte Peter Steinlechner, Redakteur beim IT-Portal Golem.de. Zudem nutze Diablo 3 als erstes Spiel der Reihe die Möglichkeiten des Internets. „Es fühlt sich an wie Diablo 2 – aber mit dem Internet von World of Warcraft drumherum“, beschreibt der Spiele-Experte den dritten Teil der Serie. Noch können die Spieler nur gemeinsam gegen Gegner antreten – doch schon im Herbst sollen sie sich auch gegenseitig bekämpfen können.

Dabei glänzen die Blizzard-Spiele nicht mit der neuesten 3D-Grafik oder komplett neuen Spielkonzepten. Die Hardware-Anforderungen aller Blizzard-Spiele sind zum Erscheinungszeitpunkt moderat.

Spiele mit langer Halbwertszeit

Dafür legt Blizzard besonders viel Wert auf eine solide Umsetzung. „Blizzard kann mit weniger Zeitdruck arbeiten“, sagt Steinlechner. „Anders als bei Electronic Arts und anderen Spielefirmen müssen die Spiele nicht zum Ende des Quartals oder zum Weihnachtsgeschäft fertig werden. Deshalb erscheint Diablo 3 jetzt auch zu einem ungewöhnlichen, eigentlich ungünstigen Zeitpunkt kurz vorm Sommer“. Bei Diablo 3 ist Blizzard dennoch ein grober Schnitzer unterlaufen: Die Firma warnt davor, im Spiel einem Templer ein Schild zu geben. Wer das tut, fliegt unter Umständen derzeit aus dem Spiel. Ansonsten ist das Spiel noch nicht durch Bugs aufgefallen.

Von der erfolgreichen Spiele-Serie „Die Sims“ von Electronic Arts erschienen innerhalb von sieben Jahren drei Versionen und zahlreiche Erweiterungen. Für Version drei der Diablo-Reihe nahm sich Blizzard hingegen mit 16 Jahren mehr als doppelt so viel Zeit. Andere erfolgreiche Spiele-Serien wie Call of Duty oder das Fußball-Spiel Fifa erscheinen sogar jährlich.

Blizzard-Spiele sind dagegen besonders langlebig. Das erfolgreiche Online-Rollenspiel World of Warcraft spielen noch immer rund 10 Millionen Spieler regelmäßig – obwohl es schon acht Jahre alt ist. In Computerspiel-Jahren ist das eine Ewigkeit. Auch der erste Teil von Starcraft aus dem Jahre 1998 erfreut sich unter Strategie-Experten noch bis heute einiger Beliebtheit. Noch immer finden sich auf den Blizzard-Servern zahlreiche Gegner für das 14 Jahre alte Strategie-Spiel.

Kommentare (4)

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16.05.2012, 15:49 Uhr

Wieso Diabolo? Es heißt doch Diablo.

Chris

17.05.2012, 06:53 Uhr

"Erstmals hat Blizzard mit Teil drei auch einen Online-Modus eingeführt, mit dem der Spieler mit anderen gemeinsam in die Schlacht ziehen kann."

Es gab im zweiten Teil der Spielserie auch schon die Möglichkeit online mit anderen Spielern zusammen zu spielen.

Oliver

17.05.2012, 07:34 Uhr

"Zudem nutze Diablo 3 als erstes Spiel der Reihe die Möglichkeiten des Internets."

Falsch, auch in Diablo 2 spielte man hauptsaechlich online.

"Noch können die Spieler nur gemeinsam gegen Gegner antreten – doch schon im Herbst sollen sie sich auch gegenseitig bekämpfen können."

Man kann auch komplett alleine spielen, jedoch muss man dazu auch online sein.

"Auch beim Thema Spielekonsolen geht Blizzard eigene Wege. Sind die Konsolen für viele Spielehersteller inzwischen das Hauptgeschäft, entwickelt Blizzard nur für Mac und PC"

Falsch. Diablo 1 erschien auch fuer die Playstation. Diablo 3 wird ebenfals - aller Voraussicht nach - noch fuer die Konsole erscheinen.

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