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20.01.2014

11:59 Uhr

Neues Patent

Amazon-Pakete ohne Bestellung

Amazon will Pakete schon auf den Weg bringen, bevor der Kunde bestellt. Das steht zumindest in einem Patent, das der Internethändler erhalten hat. Für die Vorhersage wertet der Konzern seine riesigen Datenmengen aus.

Amazon-Lieferzentrum in Frankreich: Der Konzern will die Lieferzeiten weiter verkürzen. ap

Amazon-Lieferzentrum in Frankreich: Der Konzern will die Lieferzeiten weiter verkürzen.

DüsseldorfEine kurze Lieferzeit ist im Online-Handel das A und O. Amazon experimentiert deswegen mit Drohnen. Nun hat der Konzern in den USA auch ein Patent zum „vorausschauenden Verschicken“ erhalten. Das System ermöglicht es, Produkte vorsorglich in ein Lieferzentrum in der Nähe eines Kunden zu liefern, wenn mit einem Kauf zu rechnen ist – also schon vor der Bestellung. Besonders gut könne die Methode bei beliebten Artikeln funktionieren, etwa neuen Büchern.

Im Extremfall könnte Amazon Produkte sogar an eine konkrete Adresse liefern lassen, ohne dass der potenzielle Käufer sich entschieden hat. Ungewollte Lieferungen scheint das Unternehmen dabei in Kauf zu nehmen: „Die Auslieferung des Paketes an den Kunden als Geschenk könnte eingesetzt werden, um das Wohlwollen aufzubauen.“

Geschäftsfelder von Amazon

Online-Handel

Mit Büchern fing alles an, doch mittlerweile hat Amazon eine breit gefächerte Produktpalette. Der US-Konzern verkauft inzwischen auch CDs, DVDs, Kleidung und Elektronik. Auch mit der Lieferung von Lebensmitteln experimentiert das Unternehmen.

Eigene Hardware

Ob Kindle oder Kindle Fire: Amazon bietet eigene E-Reader und Tablet-Computer an. Die Hardware ist in der Regel sehr günstig – Geld will das Unternehmen mit dem Vertrieb digitaler Medien wie E-Books verdienen.

Verkaufsplattform

Nicht alles, was bei Amazon angeboten wird, stammt aus den Lagerhäusern des Konzerns. Er stellt seine Verkaufsplattform Marketplace auch Privatleuten und anderen Händlern zur Verfügung – natürlich gegen Kommission.

IT-Dienste

Der weltgrößte Online-Einzelhändler ist auch ein führender Anbieter von IT-Diensten. Bei den „Amazon Web Services“ geht es um das sogenannte Could Computing: Unternehmen, Behörden oder Software-Entwickler können Rechenleistung, Speicherkapazitäten und damit verbundene Dienstleistungen mieten. Der Vorteil: Man spart an der eigenen Computertechnik und kann auch flexibel auf Nachfrage-Schübe reagieren.

Die Vorhersage will Amazon anhand verschiedener Faktoren treffen, beispielsweise früherer Suchbegriffe und Käufe. Einfließen könnte aber auch, wie lange Nutzer den Mauszeiger über einem Produkt belassen. Der Konzern profitiert somit von seinem großen Datenschatz. Bislang beginnt die Lieferung erst mit der Bestellung.

Amazon erhielt das Patent im Dezember, eingereicht hatte es der E-Commerce-Riese im August 2012. Ob der Konzern das beschriebene Konzept am Ende auch einführt, ist indes unklar. Es würde wahrscheinlich eine „grundlegende Überarbeitung des bestehenden Inventar- und Zeitmanagement-Systems erfordern“, schreibt das Technologie-Blog Techcrunch – zumindest falls Amazon noch nicht mit der Einführung begonnen habe.

Von

chk

Kommentare (1)

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Frieda

20.01.2014, 15:56 Uhr

Ist so etwas patentfähig ?

Geschäftsprozesse patentieren ? Man stelle sich vor es hätte sich ein Amerikaner die doppelte Buchhaltung patentieren lassen - oder gar das einfache Addieren von Zahlen 8-)

Oder ist mir da etwas wesentliches entgangen ?

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