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01.03.2011

15:12 Uhr

Nicht nur Cloud

SAP glaubt an das Hybrid-Modell

Der Walldorfer Softwarekontern SAP setzt nicht vollständig auf die Internet-Wolke: Neben der „Cloud“ hätten Systeme in den Geschäftsräumen der Kunden weiterhin eine große Bedeutung, sagte SAP-Co-Chef Jim Hagemann Snabe auf der Computermesse Cebit in Hannover.

Jim Hagemann Snabe, Vorstandssprecher der SAP AG. Quelle: dpa

Jim Hagemann Snabe, Vorstandssprecher der SAP AG.

HannoverDie SAP will ihre Geschäftsstrategie daher nicht komplett auf Software-Dienste aus dem Netz ausrichten. „Wir glauben an das Hybrid-Modell dieser beiden Ansätze“, erklärte Snabe. Der SAP-Manager hatte im Februar 2010 gemeinsam mit Bill McDermott die Geschäfte des größten europäischen Softwarekonzerns vom damaligen SAP-Chef Léo Apotheker übernommen.

Neben der „Internet-Wolke“ lösten nach Snabes Worten derzeit zwei weitere Trends große Veränderungen aus, nämlich die Analyse von Geschäftsprozessen in Echtzeit und die wachsende Bedeutung von Mobilgeräten, etwa Smartphones und Tablet Computern.

SAP verfüge für die Echtzeit-Analyse über ein großes Know-how beim sogenannten In-Memory-Computing. Dabei werden Daten im Hauptspeicher des Computers gehalten, nicht mehr auf der Festplatte. Mit diesem Verfahren könne die Verarbeitungsgeschwindigkeit der Business- Software um den Faktor 10 000 erhöht werden. „Wir können damit live die Gegenwart sehen und in die Zukunft schauen ­ und nicht mehr nur die Vergangenheit analysieren.“ In der Kombination von „Cloud“, Echtzeit-Analyse und Mobile sei die SAP der Marktführer.

Als ersten „Cloud“-Dienst bietet die SAP AG ihren kleineren Kunden und den Töchtergesellschaften von Großkunden ein neues Produkt „Sales-on-Demand“: Das müssen Sie sich als eine Art Facebook für Verkäufer vorstellen“, sagte Snabe. „Es ist eher eine Lösung für den Mitarbeiter, der seinen Job erledigen will, als für das Unternehmen, das seine Verkaufsprognosen kontrollieren wird.“ Dabei würden Funktionen, wie man sie aus sozialen Netzwerken her kenne, mit den kompletten Business-Daten der SAP-Datenbank für die Verkäufer verknüpft. Der Dienst könne auch über das iPad von Apple aufgerufen werden.

SAP-Deutschlandchef Michael Kleinemeier sieht nach dem Führungswechsel beim größten europäischen Software-Konzern die Vertrauenskrise der Kunden als überwunden an. Zahlreiche SAP-Kunden hatten sich über Knebel-Verträge im Zusammenhang mit der Software- Wartung beschwert. „Wir haben im vergangenen Jahr viele Kundenbesuche gemacht, zugehört und unser Vorgehen erläutert“, sagte Kleinemeier. Die Kunden-Zufriedenheit sei mittlerweile wieder deutlich über dem „Vor-Krisenniveau“. „Wir haben im vergangenen Quartal den besten Wert erreicht, den wir je gemessen haben.“

Von

dpa

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