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30.01.2008

14:00 Uhr

Online-Auktionen

Ebay baut Bewertungssytem drastisch um

VonOlaf Storbeck

Auf Ebay-Nutzer kommen große Neuerungen zu: Bis Mitte 2008 baut das Online-Auktionshaus sein Bewertungssystem drastisch um. Verkäufer können künftig keine negativen oder neutralen Bewertungen über Käufer mehr abgeben. Damit will das Handelshaus Käufer, die Anbieter schlecht beurteilen, vor "Rache-Bewertungen" schützen. Zudem ändert Ebay auch sein Gebührensystem.

Ebay verändert sein Bewertungssystem drastisch. Quelle: dpa

Ebay verändert sein Bewertungssystem drastisch.

DÜSSELDORF. Die Änderungen beim Bewertungssystem wertet Ebay selbst als "einschneidend". Dadurch verschieben sich die Gewichte zugunsten der Käufer. "Wir glauben, dass wir damit bestehende Ungleichgewichte im Feedback-System beseitigen", begründet das Unternehmen den Schritt auf seiner » englischen Internetseite. Käufer würden durch die Änderung in die Lage versetzt, Verkäufer ehrlicher zu beurteilen, weil sie nicht befürchten müssen, im Gegenzug vom Anbieter mit einer negativen Bewertung dafür bestraft zu werden, argumentiert Ebay. Indirekt würden davon auch die Anbieter profitieren: "Käufer werden mehr und höhere Gebote abgeben, weil ihr Vertrauen in das Bewertungssystem zunimmt." Zudem dürften verlässliche und gute Verkäufer bessere Geschäfte machen, weil ihnen aufgrund ihres aussagekräftigeren Bewertungsprofils mehr Kunden zulaufen würden. In der Vergangenheit hätten sich Käufer, die eine negative Bewertung erhalten haben, häufig ganz von Ebay zurückgezogen.

Das neue Bewertungssystem startet auf der amerikanischen Ebay -Seite im Mai. Im Frühsommer sollen die Änderungen auch in Deutschland eingeführt werden. Der genaue Zeitpunkt ist nach Angaben des Unternehmens aber noch offen. Auch die Details des künftig in Deutschland geltenden Gebührensystems sind noch nicht bekannt, Ebay will sie in einer Pressekonferenz am 11. Februar vorstellen. "Unser neues Gebührensystem in Deutschland wird aber in die gleiche Richtung gegen wie das von Ebay.com", sagte Unternehmenssprecherin Maike Fuest dem Handelsblatt.

Am Dienstag hatte das Unternehmen im kalifornischen San Jose mitgeteilt, ab 20. Februar in den auf dem amerikanischen Markt das Gebührenschema zu ändern. Künftig soll es bis zu 50 Prozent weniger kosten, Artikel bei Ebay einzustellen. Dagegen will Ebay die Gebühren für abgeschlossene Geschäfte erheblich erhöhen. Für Transaktionen unter 25 Dollar sollen die Kosten für den Verkäufer um zwei Drittel auf 8,75 Prozent des Verkaufspreises zulegen.

Gegen unseriöse Verkäufer will Ebay in Zukunft strenger vorgehen: "Das Unternehmen wird künftig erhöhte Anforderungen an die Verkäufer stellen, um Verhaltensweisen entgegenzuwirken, die zu einem schlechten Einkaufserlebnis bei eBay führen - wie beispielsweise überhöhte Versand- und Verpackungskosten", heißt es in einer deutschen Pressemitteilung. "Die Angebote von Verkäufern, mit denen Käufer besonders unzufrieden sind, werden zukünftig in den Suchergebnisseiten weiter unten angezeigt."

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