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30.03.2011

13:28 Uhr

Online-Netzwerk ResearchGate

„Facebook“ für Forscher

ResearchGate ist das weltweit größte Online-Netzwerk für Wissenschaftler. Inzwischen sind sogar Firmen im Silicon Valley auf die deutsche Plattform aufmerksam geworden und investieren.

Ein Stammzellenforscher in einem Labor. Das Portal ResearchGate bringt Wissenschaftler aller Fachrichtungen zusammen. Quelle: ap

Ein Stammzellenforscher in einem Labor. Das Portal ResearchGate bringt Wissenschaftler aller Fachrichtungen zusammen.

BerlinIjad Madisch hatte dieses Projekt in der Stammzellenforschung und stellte sich viele Fragen. Es ging unter anderem darum, ob Menschen, die bei einem Unfall ihre Finger verlieren, je wieder welche angepflanzt bekommen könnten. Madisch konnte über Internet auf die Schnelle keinen Forscher finden, der ihm helfen könnte. Das war 2007. So entstand die Idee für ein soziales Netzwerk für Forscher, die sich inhaltlich austauschen und Kontakte miteinander knüpfen können.

Gemeinsam mit zwei Freunden gründete Madisch ResearchGate. Heute ist das Netzwerk nach eigenen Angaben das größte dieser Art für Wissenschaftler und hat seinen Sitz in Berlin und in Massachussettes.

„Die Forschung war früher sehr verschlossen“, sagt der 30-jährige Madisch. Nur auf Konferenzen sei es für Wissenschaftler möglich gewesen, andere vom gleichen Fach zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen. „Deshalb soll ResearchGate eine Plattform für die kontinuierliche Kommunikation sein.“ Natürlich sei der Austausch in der Wissenschaft immer noch kompetitiv, sagt der Virologe, der unter anderem in Harvard studierte. „Aber die Kommunikation wird offener.“

Mittlerweile ist ResearchGate auch auf den Radar von Investoren aus Silicon Valley gekommen. Kapitalgeber sind Firmen, die schon Facebook oder Twitter finanziell unterstützt haben. Umsätze erwirtschaftet das Forscherforum über eine Stellenbörse und über Social-Network-Plattformen, die für Universitäten oder andere Forschungsinstitute bereitgestellt werden. Das Netzwerk wächst.

Aktuell sind mehr als 800.000 Mitglieder weltweit registriert, täglich melden sich 2500 neue an, sagt Madisch. Vertreten sind Bereiche wie Biologie, Physik oder Informatik aber auch Psychologie, Geschichte oder Jura. Alle kommunizieren auf Englisch miteinander. In einzelnen Gruppen können die Fachbereiche Diskussionen führen.

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