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28.07.2011

11:59 Uhr

Online-Zahlungsdienstleister

Hacker-Wut auf Paypal

VonStephan Dörner

Hacker rufen erneut zum Boykott des Zahlungsdienstleisters Paypal auf und propagieren vermeintlich unabhängige Alternativen. Unterdessen verärgert Paypal aber auch normale Kunden durch Sperrungen.

Website des Online-Zahlungsanbieters Paypal. Hacker haben zum Boykott des Dienstes aufgerufen. Quelle: Reuters

Website des Online-Zahlungsanbieters Paypal. Hacker haben zum Boykott des Dienstes aufgerufen.

DüsseldorfDie beiden Hacker-Gruppen Anonymous und LulzSec haben zum Boykott des Online-Zahlungsdienstleisters Paypal aufgerufen. Hintergrund sind die jüngsten Verhaftungen von mutmaßlichen Mitgliedern und Symphatisanten der beiden Hacker-Gruppen, die sich an einem Cyber-Angriff auf Paypal beteiligten, nachdem der Zahlungsdienstleister für die Enthüllungsplattform Wikileaks bestimmte Spendengelder nicht freigeben wollte. Auf Anfrage teilte Paypal mit, dass die Spendengelder längst wieder freigegeben worden seien.

"Der erste Schritt dazu, wirklich frei zu sein, ist, sein Vertrauen nicht einem Unternehmen zu schenken, das Accounts einfriert, weil ihm danach ist oder weil die US-Regierung Druck ausübt", heißt es in dem Aufruf. "Paypals Bereitschaft, Gesetze außer Acht zu lassen, sollte Beleg genug sein, dass sie ihre Kunden nicht verdienen. Sie verdienen euer Geschäft nicht und sie verdienen nicht euren Respekt". Wer seinen Account schließt, solle Bilder davon über soziale Medien verbreiten und andere damit zum Mitmachen bewegen.

Die eBay-Aktie schloss nach dem Aufruf am Mittwoch mehr als drei Prozent im Minus – allerdings in einem insgesamt ebenso schlechten Marktumfeld. Der Boykottaurfuf blieb also zumindest kurzfristig ohne größere Konsequenzen.

Schon Ende 2010 hatte Mitglieder des losen Online-Kollektivs Anonymous Paypal-Server angegriffen, nachdem sich die eBay-Tochter erstmals weigerte, Spendengelder, die für Wikileaks bestimmt waren, freizugeben. Damals riefen Mitglieder von Anonymous auch zu einer sogenannten Denial-of-Service-Attacke auf (DoS) – dem Lahmlegen der Server durch möglichst viele sinnlose Anfragen.

Die Attacke misslang. Während die Websites der ebenfalls angegriffenen Unternehmen Visa- und Mastercard zeitweilig nicht erreichbar waren, hielten die Server von Paypal dem Angriff stand. Immerhin ist der Online-Zahlungsdienstlister für die Funktionstüchtigkeit auf die Server auch angewiesen, sie dürften also entsprechend besser ausgestattet sein.

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