Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.03.2011

14:30 Uhr

OpenStack

Wege aus der Sackgasse beim Cloud Computing

Unternehmen, die auf Cloud Computing setzen, können bei Kosten und Wartung sparen. Doch in vielen Fällen machen sie sich auch abhängig – das muss aber nicht sein.

Microsoft-Stand auf der Cebit in Hannover. Bei vielen Cloud-Lösungen machen sich Unternehmen von einem Cloud-Anbieter abhängig. Quelle: dpa

Microsoft-Stand auf der Cebit in Hannover. Bei vielen Cloud-Lösungen machen sich Unternehmen von einem Cloud-Anbieter abhängig.

DüsseldorfCloud Computing verspricht Flexibilität und Bequemlichkeit: Leistungen werden über das Netz bezogen und nur nach Verbrauch abgerechnet. Doch den Vorteil erkaufen sich Unternehmen in vielen Fällen durch eine Abhängigkeit von bestimmten Anbietern.

Die Lösungen der Marktführer wie Amazons EC2-Service, Microsofts Azure oder Googles AppsEngine sind nicht kompatibel: Wer von einem System zum anderen wechseln möchte, muss die eingesetzte Software komplett auswechseln. Einen offenen Standard für das Cloud Computing gibt es nicht.

Ökonomen sprechen vom sogenannten Lockin-Effekt: Wer einmal in eine bestimmte Cloud-Infrastruktur investiert hat, bindet sich an den Anbieter, weil der Wechsel mit hohen Kosten und Aufwand verbunden wäre. Das selbe Phänomen gibt es bei Verbrauchern vom Drucker über die Kaffeemaschine bis zum Rasierapparat: Als Folge einer Investition macht sich der Verbraucher von den Verbrauchsmaterialen des Herstellers abhängig – ob Rasierklingen, Druckerpatronen oder eben Software.

Mehr als 50 Unternehmen wollen eine Cloud-Plattform ohne Lockin-Effekt schaffen. In der Initiative OpenStack haben sich unter anderem die IT-Schwergewichte Intel, AMD, Dell sowie Cloud-Anbieter wie Rackspace zusammengetan, um eine offene Referenzplattform für das Cloud Computing zu schaffen. Unterstützt wird das Projekt auch von der US-Weltraumbehörde Nasa.

Statt einem Standard, der nur von einem Cloud-Anbieter wie Amazon beherrscht wird, definiert OpenStack ein Paket von Open-Source-Software: OpenStack Compute ist eine Sammlung von Software zur Verwaltung von Servern, mit OpenStack Storage lassen sich aus Standard-Hardware Cloud-basierte Online-Speicher aufbauen.

Sämtliche bei OpenStack eingesetzte Software steht unter einer Open-Source-Lizenz – und ist somit für jeden kostenlos nutzbar und veränderbar. Dadurch gibt es keinen einzelnen Hersteller, der die Entwicklung der Plattform dominiert. OpenStack kann von jedem ohne Lizenzkosten genutzt werden.

Die Entwicklung erfolgt öffentlich im Internet, so dass jeder die Softwarequellen einsehen kann. Regelmäßige Design Summits, bei denen jeder erscheinen darf, sollen den Kurs des Projekts bestimmen. Entscheidungen werden nach dem „Lazy Consesus“-Modell getroffen:  So lange niemand widerspricht, werden Beschlüsse umgesetzt.

„Das größte Hindernis für Unternehmen heute, eine Cloud einzusetzen, ist die Angst vor einer Sackgasse wegen fehlender Standard-Frameworks“, erläuterte Jim Curry, OpenStack-Verantwortlicher beim Cloud-Anbieter Rackspace, im Gespräch mit dem Programmiererportal it-republik.de. Bevor es die Cloud gab, hätten Unternehmen ihre Software, die auf Linux- oder Windows-Umgebungen lief, leicht von einem Rechenzentrum ins andere oder von eigener Hardware auf fremde umziehen lassen können.

Die Unterstützerbasis für das Konzept ist jüngst gewachsen: Vor wenigen Tage kündigte der Cloud-Spezialist Grid Dynamics eine Unterstützung für OpenStack an. Mitinitiator Rackspace bietet inzwischen offiziell Training, Support und Dienstleistungen rund um die offene Cloud-Plattform an.

Von

std

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×