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01.08.2012

10:24 Uhr

Outlook.com statt Hotmail

Microsoft erneuert seinen E-Mail-Dienst

Hotmail gehört zu den E-Mail-Pionieren. Noch immer nutzen Millionen Menschen den Dienst, der zu Microsoft gehört. Doch die Tage von Hotmail sind gezählt. Microsoft hat Outlook.com gestartet.

Hotmail gehörte zu den ersten E-Mail-Dienste, die es im World Wide Web überhaupt gab. Jetzt sind seine Tage gezählt. picture-alliance

Hotmail gehörte zu den ersten E-Mail-Dienste, die es im World Wide Web überhaupt gab. Jetzt sind seine Tage gezählt.

RedmondMicrosoft greift Googles E-Mail-Dienst Gmail frontal an: Der Software-Primus enthüllte am Dienstagnacht sein Gegenstück Outlook.com. Der Dienst, dessen Name an Microsofts erfolgreiches E-Mail-Programm anlehnt, soll auf lange Sicht Hotmail ablösen - einen der ersten E-Mail-Dienste, die es im World Wide Web überhaupt gab, und den Microsoft im Jahr 1998 aufgekauft hatte.

„Wir denken, es ist an der Zeit, die persönliche E-Mail neu zu erfinden“, erklärte der zuständige Microsoft-Manager Chris Jones im Firmen-Blog. Outlook.com breche mit der Vergangenheit und sei von Grund auf neu gestaltet worden. Nutzer von Hotmail sollen allerdings mit wenigen Mausklicks wechseln können mitsamt ihrer E-Mails, Kontakte und Einstellungen.

Die Oberfläche von Outlook.com ist betont schlicht gehalten. Microsoft wirbt mit dem, was unter der Haube steckt: Der neue Dienst lässt sich mit Sozialen Netzwerken wie Twitter, Facebook oder LinkedIn verknüpfen. Per E-Mail zugesandte Dokumente lassen sich direkt anschauen und bearbeiten - Microsoft hat Outlook.com Online-Versionen seiner Büroprogramme Word, Excel und PowerPoint spendiert. Daten können direkt in Microsofts Online-Speicher Skydrive abgelegt werden.

„Wir haben gemerkt, dass wir einen mutigen Schritt machen müssen“, schrieb Jones. Noch sind allerdings nicht alle Funktionen verfügbar. So wird der von Microsoft übernommene Internettelefonie-Dienst Skype später integriert. Outlook.com, so verspricht Microsoft, sei kostenlos, verfüge über nahezu unbegrenzten Speicher, einen Spamschutz und bleibe in weiten Teilen werbefrei.

„Wir scannen Ihre E-Mail-Inhalte oder Anhänge nicht und verkaufen sie nicht an Werbetreibende oder andere Firmen“, versprach Jones. Das war ein Seitenhieb auf Google, dessen Systeme das Gmail-Postfach automatisch durchforsten, um passende Textwerbung einzublenden. „Wir lassen Sie entscheiden, ob Sie ihren E-Mail-Account mit Sozialen Netzwerken verknüpfen wollen und welches Sie dann nutzen möchten“, stichelte Jones weiter. Gmail ist mit dem Sozialen Netzwerk Google+ verzahnt.

Hotmail war 1996 gegründet worden. Gmail kam 2004 heraus. Der Google-Dienst punktete vom Fleck weg mit einem damals unglaublichen Speicherplatz von einem Gigabyte. Konkurrenten hatten wesentlich weniger Speicher oder kosteten Geld. Auch die Suchfunktion für E-Mails stach bei Googles Dienst heraus.

Gmail kommt mittlerweile auf etwa 425 Millionen Nutzer, bei Hotmail sind geschätzt 350 Millionen Nutzer unterwegs.

Von

dpa

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