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08.03.2006

17:00 Uhr

„Pay per Print“

Xerox bringt den „Null-Euro-Drucker“

VonAxel Postinett

Das Prinzip der Mobilfunkverträge mit subventioniertem Telefon überträgt der Drucker-Hersteller Xerox auf das Druckgeschäft. Grund sind die ausufernden Druckkosten, die ein ständiges Ärgernis in vielen Betrieben sind. Bisher bieten Druckerhersteller vermehrt Pauschalpreise, um den Kunden Planungssicherheit zu bieten. Mit dem "Null-Euro-Drucker" treibt Xerox das Prinzip auf die Spitze.

Xerox-Hauptsitz in Stamford. Foto: ap

Xerox-Hauptsitz in Stamford. Foto: ap

HANNOVER. Der Drucker wird "umsonst" aufgestellt, die monatliche Grundgebühr enthält 1000 Freiseiten. Danach wird pro Seite abgerechnet. Service und Toner sind in der Gebühr inbegriffen. Ein Modell Xerox Phaser 8550 (Listenpreis ab 800 Euro) beispielsweise mit 1000 Farbseiten monatlich koste bei drei Jahren Laufzeit 105 Euro monatlich, sagt Xerox-Marketingchef Peter Pichier.

Der japanische Hersteller Oki trennt Geräteverkauf und Pauschalpreis weiter. Beim Kauf eines Druckers der 7000er Serie kann etwa für 99 Euro ein Paket mit 1000 Farb- und 500 s/w-Seiten gebucht werden. Auch hier sind Service und Toner im Preis enthalten. "Der nächste Schritt wird ein Modell wie bei Xerox sein", sagt Oki-Marketingchef Knut Haake. "Pay per Print" gehört die Zukunft, sind sich beide Branchenvertreter einig: "Der Kunde will Transparenz."

Und der Handel will Umsatz. Doch der geht zurück. Der Markt für Farbdrucker ist 2005 um über 50 Prozent gewachsen, aber die Preise sind im Sturzflug. Deshalb liefern die Händler immer mehr Service und Material. "Wir geben dem Handel erstmals die Chance, kontinuierlich mit Verbrauchsmaterial zu verdienen", sagt Haake.

Jörg-Stefan Schmitt vom Druckerhersteller Brother warnt Käufer aber vor zu viel Euphorie: "Man muss schon genau rechnen, ob Pauschalen den Bedarf des Unternehmens treffen", sagt er, "sonst zahlt man am Ende doch drauf".

Tatsächlich hat Xerox nicht alles von den Mobilfunkunternehmen übernommen. So geht - ganz anders als beim Telefonvertrag das Handy - der Drucker nach drei Jahren nicht in den Besitz des Kunden über. Den holt der Xerox-Händler dann auf jeden Fall wieder ab.

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