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01.06.2016

11:55 Uhr

PC-Stick von Archos im Test

Die Hummel am TV-Gerät

VonTobias Döring

Und es summt und summt und summt: Der PC-Stick von Archos fällt zunächst durch den Sound seines Lüfters auf. Dann folgt die langwierige Einrichtung – und die Frage: Wofür brauche ich dieses Gerät?

Windows-10-Desktop auf dem Fernseher. Tobias Döring

PC-Stick von Archos

Windows-10-Desktop auf dem Fernseher.

EssenOk, ich hätte mir vielleicht mehr Zeit nehmen sollen. Aber ich hatte erwartet, dass es schneller geht. Einfach, weil es in der Natur des zu testenden Produkts liegt: Der PC-Stick von Archos soll Fernseher zu Computern machen. Einstöpseln, loslegen. Wenn man im Hotelzimmer sitzt und keinen Laptop dabei hat zum Beispiel, aber trotzdem noch arbeiten oder Netflix schauen will. Doch das Einrichten dauert lange – so ist der folgende Text eher eine Installationsanleitung statt ein Test auf Herz und Nieren. Aber vielleicht ist gerade das auch aussagekräftig genug.

In den HDMI-Eingang des TV-Geräts gesteckt und per USB-Kabel und Ladegerät mit Strom versorgt, summt es zunächst einmal. Meine Frau wundert sich: „Und was kann die Hummel hinterm Fernseher jetzt?“ Das finde ich zunächst nicht heraus, denn nach dem Anschließen kommt das Einrichten und damit die Frage: Wie gebe ich etwas in die erste Installationsmaske ein? Der Stick will wissen, welche Sprache ich spreche und in welcher Zeitzone ich zuhause bin.

Archos PC-Stick in aller Kürze

Worum handelt es sich?

Der Archos PC-Stick ist ein Mini-Computer, der über den HDMI-Eingang mit dem Fernsehgerät verbunden wird.

Was sagt die Werbung?

„Der Archos PC-Stick ist ein kompakter Computer im Format eines Feuerzeugs – für Daten, Apps und für das vernetzte Leben.“

Was ist gelungen?

Die Windows-10-Oberfläche – sieht auf dem großen LED-Fernseher einfach edel aus. Außerdem ist der Stick überraschend schnell.

Was ist nicht so gelungen?

Der Lüfter sorgt für einen stabilen Betrieb, aber er ist zu laut. Mit dem Stick muss man dann schon Filme schauen oder Musik hören, um das Störgeräusch zu übertönen. Und: Die erste Einrichtung des Sticks ist einfach eine totale Katastrophe.

Wie viel kostet das Gerät?

In Deutschland gibt es den HDMI-Stick ab 99 Euro.

Ist das Gerät empfehlenswert?

Das Gerät kann für einen Winzling recht viel. Windows 10 und schnell und das in dem Mini-Format? Toll. Aber eine Kaufempfehlung gibt es trotzdem nicht. Das Geräusch des Lüfters und die komplizierte Steuerung machen den Stick schlicht unattraktiv.

Mit dem Smartphone oder Tablet als Maus und Tastatur in einem – so soll das Gerät zu steuern sein. Die App des Chiplieferanten Intel „Remote Keyboard“ macht’s möglich. Ich installiere sie auf meinem Android-Smartphone, suche nach dem PC-Stick um zu verbinden und finde: nichts. Die Anleitung bringt keine Lösung, die Hilfeseite der App auch nicht und das Aus- und Anschalten des Sticks bleibt ohne Folgen.

Ohne Maus und Tastatur geht nichts. Tobias Döring

Kleiner Hinweis auf der Verpackung

Ohne Maus und Tastatur geht nichts.

Ich rätsele und finde nach vielen Minuten einen kleinen Hinweis auf der Verpackung: „The first usage required physical keyboard and mouse.“ Also: Ohne Tastatur und Maus geht beim ersten Mal nichts. In der dünnen Anleitung steht bloß, dass ich Tastatur und Maus anschließen kann. Von einem Muss ist dort keine Rede.

Die hab ich gerade nicht zur Hand. Doch am nächsten Abend will ich es noch mal wissen. Ok, der Stromanschluss und der USB-Adapter für Maus und Tastatur am PC-Stick, der wiederum im HDMI-Eingang des Fernsehers hängt – das gibt einen ziemlichen Kabelwust.

Stromkabel und der USB-Adapter für Maus und Tastatur am kleinen Stick. Tobias Döring

Kabelwust

Stromkabel und der USB-Adapter für Maus und Tastatur am kleinen Stick.

Aber es funktioniert. Mit Maus und Tastatur bewältige ich die Installationsmasken. Der Archos-Stick begrüßt mich mit einem simplen „Hi“ – dann dauert es wieder. Ein Update und noch eine Einstellung später sieht mein Fernseher tatsächlich aus wie ein Computerbildschirm mit Windows-10-Desktop. Der Startbutton lässt sich drücken, im Browser surfen.

Kommen wir zur zweiten Herausforderung: Der Steuerung mit dem Smartphone.

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