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02.10.2015

12:53 Uhr

„Peeple“ startet wie geplant

Bewertungs-App für Menschen sorgt für Entrüstung

Nach Restaurants sollen nun auch Menschen im Internet bewertet werden können – an dieser Idee halten die Macher der umstrittenen App „Peeple“ trotz öffentlicher Empörung fest. Im Netzt hagelt es derweil Kritik.

Peeple will ein Bewertungssystem für Menschen etablieren – ähnlich Kundenbewertungen bei Amazon. Screenshot

Bewertungen für Menschen

Peeple will ein Bewertungssystem für Menschen etablieren – ähnlich Kundenbewertungen bei Amazon.

San FranciscoNach Restaurants und Geschäften sollen künftig auch Menschen im Internet bewertet werden können - an dieser Idee halten die Macher der umstrittenen „Peeple“-App trotz heftiger Kritik fest. „Erfinder werden oft abgestempelt, weil die Menschen Angst haben und es nicht verstehen“, erklärte „Peeple“-Mitbegründerin Julia Cordray am Donnerstag (Ortszeit) auf der Internetseite des neuen Angebots. Die App solle wie geplant im November an den Start gehen.

„Wir sind mutige Erfinder und lösen große Emotionen aus, und dafür werden wir uns nicht entschuldigen“, schrieb Cordray. Gemeinsam mit Co-Gründerin Nicole McCullough verteidigte sie die Rating-App als Plattform für Lob und konstruktives Feedback.

„Peeple“ lässt Nutzer ihre Freunde, Verwandten, Verabredungen oder Kollegen mit einem bis fünf Sternen bewerten. Die bewerteten Menschen werden dabei nicht um Erlaubnis gefragt. Die Nutzer müssen sich mit einem Facebook-Konto mit ihrem richtigen Namen anmelden und benötigen von dem zu bewertenden Menschen lediglich den Namen und deren Handynummer. Bei negativen Kommentaren sollen diese zwei Tage lang zurückgehalten werden, um den beteiligten Parteien Zeit zu geben, die Sache zu klären.

Cordray verteidigte das Vorhaben als „App der positiven Einstellung“. „Ob man uns oder unser Konzept mag oder nicht – wir laden jeden ein, dieses Online-Dorf der Liebe und des Reichtums für alle zu erkunden.“

In den sozialen Netzwerken Facebook und Twitter hatte es in den vergangenen Tagen heftige Kritik an der geplanten App gegeben. Die Gründerinnen seien entweder naiv oder verharmlosten absichtlich, wie gehässig Kommentare im Internet werden könnten. In zahlreichen Twitter-Botschaften hieß es, eine App zur Bewertung von Menschen sei ein Albtraum. Die App könne für Mobbing oder von Stalkern genutzt werden und möglicherweise tragische Folgen im echten Leben haben.

„In einer Zeit, in der sowohl die Wahrheit als auch Tratsch im Internet wirklich Leben ruinieren können, ist diese ‚Peeple‘-App schrecklich und beängstigend“, schrieb Model Christine Teigen über Twitter. Unterdessen blockierten oder verurteilten die Gründer der App einige der ungebetenen Kommentare, was von Kritikern als scheinheilig verurteilt wurde.

Von

afp

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